Wilde Gartenparadiese gestalten – für Bienen, Vögel, Schmetterlinge & mich

Kate Bradbury
Wilde Gartenparadiese gestalten – für Bienen, Vögel, Schmetterlinge & mich

The Wildlife Gardener, GB, 2013
Jan Thorbecke Verlag in der Schwabenverlag AG, Ostfildern, 02/2014
PB mit Klappbroschur
Sachbuch, Natur & Tier/Garten
ISBN 978-3-7995-0511-6
Aus dem Englischen von Christine Frauendorf-Mössel
Titelgestaltung von Finken & Bumiller
Fotos und Abbildungen im Innenteil von Julie Watson u. a.

www.thorbecke.de
www.gardenersworld.com/blogs/author/kate-bradbury/

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Längst sind sterile, bis auf den letzten Grashalm streng getrimmte Vorzeigegärten kein Thema mehr. Der Trend geht immer mehr zum natürlichen, naturbelassenen Garten, bei dem der scheinbare Wildwuchs Methode hat. Dabei steht nicht allein die Ernte gesunder Gemüse, Früchte und Kräuter im Mittelpunkt; vielmehr soll damit ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet werden. Viel zu viele Pflanzen und Tiere, auch solche, die noch vor wenigen Jahrzehnten zum Alltag gehörten, stehen auf der Liste der gefährdeten oder sogar vom Aussterben bedrohten Arten, bedingt u. a. durch Monokulturen, Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel und Klimaveränderungen: Wann sieht man heute noch einen Kartoffel-, Mai- oder Hirschkäfer? Wo stehen als Ackerbegleitpflanzen Löwenmäulchen, Kornblumen und Kornraden? Wie oft kann man in einem Garten innerhalb eines Wohnviertels Frösche, Eidechsen und Igel entdecken? – Stattdessen werden Gärten überrannt von Nacktschnecken und Wühlmäusen, die Pflanzen werden von Quecken erdrückt und leiden an Birnengitterrost etc.

Viel Wissen, über das die Großeltern noch verfügten, ist verloren gegangen. Nun jedoch besinnt man sich wieder auf die Natur und ihre eigenen Hilfsmittel, um ausgelaugte Böden mit Nährstoffen wieder anzureichern (Fruchtwechsel, Düngen mit Kompost), um Schädlinge und Krankheiten durch den Anbau von Pflanzen einzudämmen, die sich gegenseitig schützen, wozu die Vergabe von Brennesselsud, der Einsatz von Schneckenfallen (Bier) und –zäunen, das Einbeziehen von Fressfeinden, um Schädlinge zu bekämpfen (Marienkäfer, Florfliegen) gehört.

„Wilde Gartenparadiese gestalten“ will jedoch noch einen Schritt weitergehen und selbst in kleinsten Gärten Lebensräume schaffen für „Bienen, Vögel, Schmetterlinge & mich“. Die britische Gartenexpertin und Gärtnerin Kate Bradbury gibt in diesem Buch eine Vielzahl Tipps, was mit einfachen Mitteln möglich ist. Zunächst sollte man sich entscheiden, welchen Tieren man eine Heimat bieten möchte, denn sie stellen unterschiedliche Anforderungen an die Bepflanzung. Diese wiederum ist abhängig vom Klima und der Bodenbeschaffenheit. Es wird ferner empfohlen, heimische Pflanzen zu unterstützen, die von den hiesigen Tierarten bestäubt werden können und ihnen als Nahrung dienen, was bei vielen gezüchteten Sorten, die besonders lange und üppig blühen und die resistent gegen Krankheiten sind, oft nicht der Fall ist.

Sehr schön in diesem Zusammenhang ist, dass die Autorin mit einer Liste heimischer Nektar- und Pollenpflanzen aufwartet, die die Insekten vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein mit Nahrung versorgen. Des Weiteren findet man Hinweise, welche Blüten bestimmte Tag- und Nachtfalter anlocken und welche Pflanzen als Raupenfutter geeignet sind. Auch an Futterpflanzen (einschließlich Sträucher und Bäume) für Vögel und andere Tiere wurde gedacht. Selbst die sogenannten Unkräuter, die überall auftreten, wurden berücksichtigt, da sie ebenfalls für viele Tiere und das Gleichgewicht von Flora und Fauna von Nutzen sind.

Darüber hinaus gibt es sinnvolle Anleitungen für den Bau von Igelhäusern, Vogelnistkästen, Bienenhotels usw. Auch für das Anlegen von einem Dachgarten, einem Sumpfgarten und einem Teich kann man wertvolle Hinweise entdecken. Es gibt zudem Ratschläge, wann das Füttern der Gäste sinnvoll ist und was man bei der Auswahl des Futters beachten sollte. Erfreulicherweise ergänzt eine Bestimmungshilfe, die es dem Gärtner ermöglicht, die Insekten, Vögel, Reptilien und Säugetiere, die bei ihm einziehen möchten, zu erkennen. Sehr schöne Farbfotos und Abbildungen, die wenigstens Kreditkartengröße haben und maximal eine Doppelseite einnehmen, helfen dabei.

Natürlich liefert das Buch keine Patentrezepte für einen natürlichen Garten, in dem man sich als Mensch inmitten einer bunten Flora und Fauna wohlfühlen kann. Jede Grünanlage hat ihre eigenen Bedingungen, ihr Besitzer seine eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten – und Arbeit steckt immer drin! Möchte man unbelastete Gartenfrüchte ernten und sich gleichzeitig an gängigen Pflanzen und Tieren erfreuen, die immer mehr auf Hilfe angewiesen sind, um überleben zu können, dann erhält man durch „Wilde Gartenparadiese“ viele nützliche Ratschläge, die inspirieren sollen, den eigenen Garten schön, nachhaltig und natürlich für Pflanze, Tier und Mensch zu gestalten.

Dankenswerterweise wurde auf Abbildungen von Riesengärten, wie sie bloß die Wenigsten zur Verfügung haben, verzichtet und der Schwerpunkt auf die Informationen gelegt, die jedem dienlich sind. Von daher ist der Band wirklich empfehlenswert für jeden, der das bisschen oder bisschen mehr an Grün bei seinem Haus neu und natürlich gestalten möchte.

Copyright © 2014 by Irene Salzmann (IS)

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