50 Schlüsselideen: Hirnforschung

Moheb Costandi
50 Schlüsselideen: Hirnforschung

(sfbentry)
50 Ideas you really need to know – the human brain (2013)
Springer Spektrum
ISBN: 978-3662441909
Bildung, Sachbuch
1.Auflage März 2015
Aus dem Englischen von Monika Niehaus
208 Seiten; 208 x 177 mm
Gebunden

www.springer.com

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Der Autor

Moheb Costandi ist Neurowissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er hat zahlreiche Artikel in Wissenschaftsjournalen veröffentlicht, darunter in Nature, New Scientist, Science und Scientific American. Zudem schreibt er den Blog Neurophilosophy des Guardian. Er lebt in London.
(Quelle: Springer Verlag)

Das Buch

In seinem Buch „Hirnforschung“ der Reihe „50 Schlüsselideen“ verschafft der Neurobiologe Moheb Costandi den Lesern einen populärwissenschaftlichen aber fundierten Überblick über die faszinierende Welt „zwischen den Ohren“. Wie in dieser Reihe üblich, werden 50 wichtige oder besonders interessante Themen aus dem jeweiligen Forschungsbereich ausgewählt, jedes vorgestellt auf vier Seiten. Am unteren Rand der ersten beiden Seiten eines Kapitels informiert eine Zeitleiste über einige Meilensteine des jeweiligen Themas. In separaten Kästen wird zusätzlich Wissenswertes präsentiert.

Moheb Costandis Auswahl ist in sechs Teile gegliedert. In „Struktur und Funktion des Nervensystems“ werden Aufbau und Funktionsweise des Gehirns vorgestellt, womit dieses Kapitel die Basis für die folgenden Teile schafft. Unbedarfte, in dieser (oder einer verwandten) Wissenschaft nicht so bewanderte Leser werden mit diesem 40-seitigen Einstieg die erste Hürde zu überwinden haben. An sich ist die Materie nicht schwierig, aber einige erklärende Zeichnungen hätten das Verständnis ungemein vereinfacht und dem Leser besser klar gemacht, welche Hirnregion wo auf welche andere folgt, wie die Größenverhältnisse sind usw. Weiter hinten gibt es zwar die eine oder andere Zeichnung, die solche Sachverhalte illustriert, aber an Ort und Stelle wären sie sinnvoller gewesen. Neulinge, denen die Fachtermini zu schaffen machen, können zumindest im Glossar den einen oder anderen Begriff nachschlagen. Auch der ist mit zwei Seiten zwar reihenkonform, für meinen Geschmack jedoch etwas knapp geraten.

Der Teil „Unser Gehirn, unser ich“ befasst sich u.a. mit Spiegelneuronen, dem freien Willen,  der Persönlichkeit oder auch Bewusstseinsstörugen, während in „Denkprozesse“ (Kapitel 21 bis 29) Eigenschaften unseres Gehirns beleuchtet werden, die mit den Gedächtnisfunktionen, Lernen oder Entscheidungsfindung zu tun haben. Beide Teile umfassen das, was man im Allgemeinen mit Prozessen und Leistungen in Verbindung bringt, die dem Menschen den entscheidenden Evolutionsvorteil verschafft haben. Wie in den folgenden Teilen („Das dynamische Gehirn“ und „Dogmenbrüche“) zu lesen ist, scheint es auch einige Besonderheiten des Gehirns selbst und seiner Entwicklung zu geben, die ihm beispielsweise eine größere Anpassungsfähigkeit ermöglichen. Ebenfalls zum “dynamischen Gehirn” gehören degenerative Prozesse, alters- oder stressbedingte Veränderungen u.ä. Im letzten Teil „Neue Techniken und Herausforderungen“ wirft der Autor einen Blick auf Gegenstände aktueller Forschungen wie „Neuronale Stammzellen“, „Hirnscan-Verfahren“ oder „Hirn-Computer-Schnittstellen“ und wagt dabei vorsichtige Zukunftsprognosen.

Trotz einiger für Neulinge etwas zäher Passagen im ersten Teil sind sowohl Sachverhalte und Verfahren als auch Ideen sehr gut erklärt und vor allem gut zu verstehen. Die Themen sind durchweg interessant und vermitteln einen breit gefächerten Überblick über die Hirnforschung. An die Fachbegriffe gewöhnt man sich mit der Zeit, die einen können im Glossar rekapituliert werden, andere werden gut verständlich im Text erklärt.

Fazit

Wer sich einen fundierten, aber leicht verständlichen Überblick über die Hirnforschung verschaffen will, sollte sich die „50 Schlüsselideen: Hirnforschung“ ruhig genauer ansehen.  Kurze Kapitel mit vielen Info-Kästen, eine interessante Themenauswahl und der weitgehend gut verständliche Text mit – leider manchmal zu wenigen – Grafiken und Zeichnungen machen das Buch zu einer spannenden Lektüre.

Copyright © 2015 by Michael Bahner

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Comments

  1. Vielen Dank für’s Reinstellen :-). Ich bin gerade aus dem Urlaub zurückgekommen, deshalb die Verzögerung.
    Der Titel ist tatsächlich eher für Erwachsene. Wenn es ein spezieller Kinder-/Jugendtitel ist, schreibe ich das in der Regel dazu.

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