50 Schlüsselideen Kunst

Susie Hodge
50 Schlüsselideen Kunst
Reihe: 50 Schlüsselideen

(sfbentry)
50 Art Ideas You Really Need to Know (2011)
Springer Verlag
ISBN: 978-3-642-39327-3
Bildung, Sachbuch
Erschienen am 23.01.2014
Übersetzt von Katharina Neuser-von Oettingen
208 S. – 20,0 x 17,0 cm
Hardcover

www.springer-spektrum.de

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Die Autorin

Susie Hodge (MA) hat Kunstgeschichte am Birkbeck-College der University of London studiert und mehr als 50 Bücher zu vielfältigen Themen geschrieben: so zu Impressionismus, Viktorianischer Kunst, Picasso und Monet oder auch zu moderner und altägyptischer Kunst. Sie ist Fellow der Royal Society of Arts, arbeitet als Lehrerin und veranstaltet Workshops und Seminare.
(Quelle: Springer Verlag)

Das Buch

Im Louvre hängt, stets von einer Traube staunender Besucher umringt, eines der gewaltigsten Werke der Romantik:  Théodore Géricaults “Floß der Medusa”, das mit fünf Metern Höhe (und sieben Metern Breite) jede Menschenmenge überragt und nicht nur wegen seiner Ausmaße und seiner überlebensgroßen Figuren beeindruckt. Nicht weniger beeindruckend und interessant sind aber auch viele andere Kunstwerke, kleine und große, Gemälde ebenso wie Skulpturen oder Installationen. Manche rufen Empörung hervor, Widerwillen oder Ablehnung, andere sind gefällig und implizieren schöne Assoziationen, viele regen zum Nachdenken an. Stets jedoch, auch wenn es oft nicht so scheint, versuchen die Künstler durch ihre Werke etwas zu vermitteln, versteckt oder explizit, oder den Betrachter zu einer Reaktion zu veranlassen.

In “50 Schlüsselideen Kunst” nimmt die Autorin Susie Hodge die Leser mit auf eine Reise durch 2,5 Millionen Jahre Kunstgeschichte. Das hört sich nach gewaltig viel Stoff an, der sich genau genommen jedoch auf die letzten 2000 Jahre komprimiert. Die Zeit von der Prähistorischen über die Ägyptische und die Griechische Kunst, bis zur Buddhistischen werden in den ersten vier Kapiteln schnell abgehandelt. Natürlich kommt das nicht von ungefähr, da aus vorgeschichtlicher Zeit wenig überliefert und erhalten ist und sich die Stile während dieser Epochen offensichtlich nicht stark geändert haben.

Die Veränderung und stetige Erneuerung in der Kunst ist einer der Punkte, auf den Susie Hodge sehr ausführlich eingeht, der für das Verständnis sowohl von Kunst im Allgemeinen essentiell ist, als auch der verschiedenen speziellen Kunstrichtungen und -strömungen. Und genau das ist das Interessante an der Kunst: ihre Vielfältigkeit, das Verändern der Sichtweisen, der Perspektiven, die Einbeziehung von Kultur, Gesellschaft oder Wissenschaft und Technik, die Darstellung der eigenen flüchtigen Impression oder die Möglichkeit, den Betrachter selbst als Teil des Kunstwerkes zu benutzen. Dann können auch solche Werke, die nicht unbedingt Gegenständliches oder als Gegenstände erkennbares darstellen, eine fast unheimliche Faszination ausüben, wie beispielsweise die meist in Farbtönen von Grau und Braun gehaltenen Bilder des Analytischen Kubismus von Braque, Gris, Picasso und anderen. Aber diese Veränderungen waren es auch, denen Widerstände entgegengesetzt wurden, die sich gegen harte Kritik behaupten mussten. Wer würde geahnt haben, dass die wundervoll leichten Gemälde des Impressionismus zunächst auf die Ablehnung  und den Widerstand der französischen Kunstakademie stießen, und dass erst nach einer Anordnung von Napoleon III. den Künstlern Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden, in denen sie ihre modernen Werke präsentieren konnten?

Die fünfzig Kapitel des Buches sind in die fünf Bereiche “Von den Anfängen bis zur Renaissance”, “Die Ausbreitung des Humanismus”, “Der Beginn der Moderne”, “Herausforderungen und Wandel” und “Neue Richtungen” unterteilt, wobei jedes Kapitel auf vier Seiten abgehandelt wird. Eine Zeitleiste am unteren Rand gibt einen kleinen Überblick über wichtige Ereignisse oder Entstehungsdaten von Kunstwerken während dieser Zeit; verschiedene Kästen informieren zusätzlich über ausgewählte Aspekte oder spezielle Spielarten der beschriebenen Kunstrichtung, über einzelne Künstler oder besondere Kunstwerke. Die Texte, aufgeteilt in wenige Absätze mit prägnanten Überschriften, sind äußerst flüssig zu lesen, wobei eingestreute, fettgedruckte Zitate zusätzlich auflockern. Am Ende der Kapitel steht noch einmal groß betitelt das Motto der aktuellen Kunstrichtung, als Gedankenstütze beim Durchblättern. Dass die Bilder nur in Schwarzweiß abgebildet sind, ist ein bisschen schmerzlich, gerade weil die Bildende Kunst von Farbe lebt. (Ein Mondrian ohne Farbe geht eigentlich gar nicht.) Da das Buch jedoch seinen Fokus weniger auf der Darstellung als auf der Beschreibung hat, kann man das gut hinnehmen. Zum Schluss gibt es noch einen Glossar und ein Register.

Einzelfall, Kompromiss oder Versehen? Jedenfalls ein kleiner Makel: der Absatz “Les Demoiselles d’Avignon” im Kubismus-Kapitel beschreibt das für diese Richtung wichtige Werk von Picasso. Leider ist das Gemälde nicht abgebildet und man muss in anderen Büchern nachschlagen oder im Internet recherchieren.

Fazit

Susie Hodge gelingt es in ihrem Buch “50 Schlüsselideen Kunst”, die Welt von Rafael und Tizian, von Monet und Picasso, von Christo, Beuys, Basselitz und vielen anderen den Lesern nahezubringen. Sowohl der leicht zu lesende und gut verständliche Text, als auch die (leider nur schwarzweiße) Bebilderung und der äußerst übersichtlich strukturierte Aufbau tragen sehr dazu bei, dass das Buch gern in die Hand genommen wird. Hervorragend geeignet zum Nachschlagen, Schmökern und Verschenken.

Copyright © 2014 by Michael Bahner

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