Das Mittelalter in seinen Redewendungen

Carl A. Gold
Das Mittelalter in seinen Redewendungen

Gassmann Verlag, Schweiz, Basel, 1. Auflage 2008
ISBN 978-3-033-01592-0
Historisch, Sprache, Nachschlagewerk
Hardcover mit Schutzumschlag
Umfang 191 Seiten
Umschlaggestaltung und Bild: Carl A. Gold

www.mittelalter-redewendungen.ch
www.herold-va.de

Lebendige Sprache ist ein sich ständig veränderndes Mittel der Kommunikation. Im Zuge der Globalisierung, eines weltweiten Tourismus und natürlich nicht zuletzt aufgrund der ebenfalls heutzutage weltweit empfangbaren Medien wie Fernsehen und Internet gilt dies in verstärktem Maße.

Trotz unseres so genannten Zeitalters der Kommunikation geht mehr Wissen für den Einzelnen „verloren“, als gewonnen wird. Einfach aus dem Grund, da sich das Wissen von Jahr zu Jahr nicht verdoppelt, sondern potenziert. Niemand kann mehr „alles“ wissen, wie man noch von Jahrzehnten oder noch früher gedacht hatte.

Da fällt es einem immer wieder auf, das in Gesprächen, in Texten, sogar in Vorträgen von Geschäftsleuten, Prominenten und Politikern so manche Redewendung irgendwie unpassend erscheint, deplaziert ist oder schlichtweg falsch. Manche plappern munter drauflos und wissen gar nicht mehr, was sie da eigentlich sagen. „Da werden Sie geholfen“, ist zwar extrem bekannt, aber noch ein relativ harmloser Fall. Wenn einer die Wendung „Jemand in die Schranken verweisen“ in Bezug auf Unfälle bei Bahnübergängen verwendet, ist das aber nicht mehr zu tolerieren. Oder ein Arzt bei einer Schwangerschaftsuntersuchung „Das muss Hand und Fuß haben“ von sich gibt, ist das nicht nur verwirrend, sondern nur noch peinlich, ggf. erschreckt es sogar die Eltern, die weiß was befürchten.

Wir verwenden Sprichwörter oft in so einem unbedachten Maße und bei allen möglichen Gelegenheiten, dass der korrekte Sinn verstellt, verändert, ja manchmal sogar ins Gegenteil verkehrt wird. Schön, wenn man auf Menschen trifft, die dies besonnen und richtig einsetzen können. Man muss nicht unbedingt studiert haben, um sich korrekt und der Situation gerecht unterhalten zu können, aber so manche Bedeutungen sind wirklich so lange her, dass wir mittlerweile im Deutsch- und Geschichtsunterricht diese Lücke nicht unbedingt schließen können.

„Das Mittelalter in seinen Redewendungen“ kann hier Abhilfe schaffen. Für mich war so manche Erläuterung einer Floskel überraschend, auf welchen Wurzeln sie beruht und aus welchen gesellschaftlichen, politischen oder militärischen Gründen sie sich ableitet. Dieses zum großen Teil als flüssigen Lesetext konzipiertes Lexikon führt die 426 wichtigsten Redewendungen auf und erläutert die ursprünglichen Zusammenhänge. Ein thematisches und alphabetisches Verzeichnis vereinfachen die schnelle Suche nach bestimmten Redewendungen.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sehr wir trotz aller Modernität im Grunde noch tief in unserer Geschichte und Entwicklung verwurzelt sind. Leider konnte ich zum Autor nichts in Erfahrung bringen, aber diese Fleißarbeit hätte ein paar Worte zu seiner Identität und seinem Schaffen verdient. Ein Buch nicht nur für Liebhaber korrekter Ausdrucksweise und Sprachpuristen, sondern für alle, die weder in ein Fettnäpfchen treten oder sich blamieren wollen.

Copyright © 2010 by Werner Karl

Comments

  1. Hallo Werner, du scheinst dich ja mittlerweile so richtig ins Mittelalter reinzuknien! Hast du vor weitere Mittelalterfeste zu besuchen und diese im sfbasar.de zu dokumentieren, oder woher kommt dein plötzliches Interesse für diese Zeitepoche?

    Du schreibst in deiner Rezi: „Für mich war so manche Erläuterung einer Floskel überraschend, auf welchen Wurzeln sie beruht und aus welchen gesellschaftlichen, politischen oder militärischen Gründen sie sich ableitet.“

    Da würden mich mal ein paar Beispiele interesseieren, kannst du die hier im Kommentar mal reinstellen?

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