Heute Science Fiction, morgen Realität? – An den Grenzen des Wissens und darüber hinaus

Gerd Ganteför
Heute Science Fiction, morgen Realität? – An den Grenzen des Wissens und darüber hinaus
Erlebnis Wissenschaft

Wiley-VCH, Weinheim
ISBN: 978-3-527-33881-8
Sachbuch
1. Auflage September 2016
234 Seiten, 50 Abbildungen; 223 x 144 mm
Hardcover

www.wiley-vch.de

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Prof. Dr. Gerd Ganteför ist Physikprofessor an der Universität Konstanz. Er forscht im Bereich Nanotechnologie und beschäftigt sich unter anderem mit Energiespeicherung in Automobilen. Weiterhin ist er auch Research Professor im Department of Chemistry an der Johns Hopkins University in Baltimore (USA). Er ist Autor zahlreicher Fachartikel und hält öffentliche Vorträge zu vielfältigen Themen, insbesondere zur Energie- und Klimaproblematik und zur Nanotechnologie. Für sein Buch „Alles NANO oder was?“ hat Gerd Ganteför den Literaturpreis des Fonds der Chemischen Industrie erhalten.
(Quelle: Wiley VCH Verlag)

In seinem Sachbuch Heute Science Fiction, morgen Realität? nimmt Wissenschaftler und Autor Gerd Ganteför die Leser mit auf eine Reise zu einigen der spannendsten Visionen der Naturwissenschaften und der Medizin. Visionen, die für viele Science-Fiction-Fans – zumindest in der „Realität“ erdachter Welten – schon lange gang und gäbe sind. Trotzdem oder gerade deshalb ist es natürlich besonders aufschlussreich, wenn sich ein Fachmann solcher Themen annimmt und sie vom wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet. Die Reihe der Bereiche erstreckt sich von der Astronomie und der Physik über die Biologie bis zur Medizin, wobei diese sich immer wieder überlappen. Manche medizinischen Fortschritte sind ohne neue Erkenntnisse und Entwicklungen aus der Biologie oder der Physik nicht möglich.

Gibt es außerirdisches Leben? Wenn ja, wo? Wann und wie sind Reisen zu den Sternen möglich? Welche Möglichkeiten gibt es, den immer stärker wachsenden Energiebedarf zu decken? Kann man nicht enorme Energiemengen aus Antimaterie oder gar Schwarzen Löchern gewinnen? Dass es nicht ohne Zunahme des Energieverbrauchs geht, wenn Forschung und Fortschritt nicht stagnieren sollen, davon ist der Autor überzeugt und führt das bereits im einführenden Kapitel aus. In Michael Crichtons Science-Thriller Jurassic Park (dt.: Dinopark) erschaffen Gentechniker aus der Millionen Jahre alten DNA von Dinosauriern mit offenbar heute möglichen und in naher Zukunft gängigen Methoden lebendige Exemplare dieser ausgestorbenen Riesenechsen. Ob das tatsächlich möglich ist, wie weit die heutige Forschung davon entfernt ist und auch ob es denkbar wäre, künstliches Leben zu erschaffen, erörtert der Autor im Kapitel Visionen der Biologie. Krankheiten und wie man sie besiegt, ein verlängertes oder ewiges Leben und das Aufrüsten des menschlichen Körpers mit künstlichen Erweiterungen stehen im Mittelpunkt der Visionen in der Medizin. Die folgenden drei Kapitel beschäftigen sich mit den Grenzen unseres bisherigen Verständnisse der Welt, diskutiert offene Fragen und stellt Theorien vor über die Elementarteilchen, die Naturgesetze selbst und das Universum.

Jedes Kapitel beginnt mit einer Einführung, die immer so ausführlich und schlüssig ist, dass die Leser einen recht guten Überblick über das jeweilige Thema bekommen. Gleichzeitig sind sie sehr allgemeinverständlich und leicht zu lesen und damit für jeden Interessierten gut nachzuvollziehen. Diesen Spagat zu machen ist nicht immer ganz einfach und erfordert zwangsläufig Vereinfachungen, die nicht immer hundertprozentig richtig sind. In diesem Fall heiligt meiner Meinung nach der Zweck die Mittel. Nicht korrekte Zahlen fallen zwar nicht unter diese Kategorie und irritieren im ersten Moment, aber darüber sollte man großzügig hinwegsehen. Denn ob beispielsweise die Erde von der Sonne nun 220 Millionen Kilometer (Angabe im Buch) entfernt ist oder eben nur 150 Millionen, fällt in diesem Kontext tatsächlich nicht ins Gewicht.

In Heute Science Fiction, morgen Realität? setzt sich Gerd Ganteför offen, aber auch kritisch mit den Ideen der Science-Fiction auseinander, und stellt sie der aktuellen Forschung und auch Projekten und Ideen gegenüber, die in naher oder fernerer Zukunft realisiert werden könnten. Das Buch besticht durch seine klare und leicht verständliche Sprache, mit der der Autor trotzdem eine Menge detailliertes Wissen vermittelt. Faszinierend und interessant – am Ende war ich nicht einmal traurig, dass überlichtschnelles Reisen wie in Star Trek (wenn überhaupt) in absehbarer Zeit nicht möglich sein wird.

Copyright © 2016 by Michael Bahner

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