Islam

Souad Mekhennet & Michael Hanfeld
Islam

Arena Bibliothek des Wissens – Aktuell
Arena Verlag, Würzburg, 7/2008
TB, Jugendbuch, Sachbuch, aktuelle Politik, 978-3-401-06220-4, 186/995
Titelillustration von Klaus Steffens
Innenillustrationen von Felix Eckhart

www.arena-verlag.de
www.felixeckardt.de/

In der „Arena Bibliothek des Wissens“ wird Allgemeinwissen zu allen Bereichen von Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft vermittelt. Nun hat es sich der Verlag auch zur Aufgabe gemacht, aktuelle Themen jugendgerecht durch kompetente Autoren aufbereiten zu lassen und in kompakten Bänden anzubieten, die das Wesentliche zusammenfassen.

Einer der ersten Bände behandelt das Thema „Islam“. Durch Selbstmordanschläge, Attentate, Entführungen und Intoleranz gegenüber Andersdenkenden im Namen der Religion und in aller Welt ist der Glauben von Millionen von Menschen in Verruf geraten. Aber kann man die Taten Einzelner wirklich generalisieren? Fordert der Koran wirklich zu Grausamkeiten und Tötungen auf, neigen gläubige Muslime wirklich alle zur Gewalt?

Der Band möchte mit Missverständnissen, Verallgemeinerungen und Vorurteilen aufräumen. Beginnend mit der Geschichte des Islam, zeigen die Autoren auf, wie sich die Religion bis heute entwickelt hat, welche Grundsätze sie prägen, wie ein Gläubiger leben sollte und was Menschen stellenweise daraus gemacht haben. Wie auch das Christentum ruft der Islam zum friedlichen Miteinanderleben und Toleranz auf und ist eigentlich eine lebensbejahende Religion.

Wie kam es dann zum Terror im Namen Gottes? Das Buch geht den Spuren des ‚Heiligen Krieges’, wie er sich in der heutigen Zeit zeigt, nach. Wann gab es die ersten Selbstmordattentate und warum? Wer sind die Drahtzieher des Terrors, und was wollen sie eigentlich mit dem übersteigerten Fanatismus erreichen? Dafür sprechen sie auch mit Männern, die durchaus radikale Lösungen vertreten und zeigen, wie sich die heutige Situation entwickelt hat.

Der letzte Bereich geht auf den Islam in Europa zu. Wie leben Muslime ihre Religion in den überwiegend christlichen Ländern aus? Warum tragen immer mehr junge Frauen neuerdings das Kopftuch freiwillig, und was bedeutet es für sie? Was verleitet Väter und Brüder, ihre Töchter und Schwestern zu ermorden? Gibt es dafür eigentlich Grundlagen im Koran?

Das Buch stellt erstaunlich kontroverse Fragen an Muslime und Christen. es gibt aber auch kritische Antworten, um ein möglichst facettenreiches Bild des Islam zu schaffen. Dann hebt es die positiven Seiten des Glaubens hervor, macht aber auch deutlich, dass einige Bereiche sich durchaus an die heutige Lebenssituation anpassen könnten, um die Religion wieder vollwertig zu machen.

Es kommen Männer und Frauen zu Wort, die durchaus radikale Ansichten vertreten, aber die Autoren verzichten darauf, ihre Aussagen zu bewerten. Stattdessen kontern sie mit Interviews, die genau in die andere Richtung gehen.

Der Leser soll sich sein eigenes Bild über den Glauben machen und durchaus zur Diskussion mit anderen angeregt werden. Das Buch hilft dabei, über alles besser nachzudenken und die Kommentare in Fernsehen und Zeitungen nicht nur ungefragt hinzunehmen. Es fordert ganz eindeutig dazu auf, sich aus den zusammengestellten Informationen eine eigene Meinung zu bilden, selbst weiter zu recherchieren und sich nicht einfach nur von anderen beeinflussen zu lassen, weil es bequemer ist.

Auch wenn schon Zwölfjährige die Erklärungen verstehen können, so wendet sich „Islam“ doch eher an Teenager ab vierzehn, fünfzehn Jahren, die anfangen, ein eigenes kritisches und politisches Bewusstsein zu entwickeln. Gerade wenn sie bisher nur wenig über die Religion wussten, finden sie hier einen guten Einstieg in die Materie, der vielleicht auch als Ergänzung zu den Büchern aus dem Schulunterricht interessant ist. (CS)

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