Leben mit Gift – Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können

Dietrich Mebs
Leben mit Gift – Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können

S. Hirzel Verlag
ISBN: 978-3-7776-2575-1
Bildung, Sachbuch, Natur & Tiere
Erschienen im Juli 2016
159 Seiten; 228 x 153 mm
Kartoniert

www.hirzel.de

LebenMitGift_buch24Prof. Dr. Dietrich Mebs studierte Biologie und Biochemie in Frankfurt am Main. Nach der Promotion war er zunächst wissenschaftlicher Assistent am Institut für Rechtsmedizin der Universität Frankfurt; 1979 habilitierte er im Fach Rechtsmedizin und wurde 1985 zum Honorarprofessor ernannt. Neben seiner forensischen Tätigkeit in der Toxikologie und Spurenanalytik sind seine Forschungsschwerpunkte die Biologie und Biochemie tierischer und pflanzlicher Gifte. Auf zahlreichen Reisen hat er Material für seine Forschungen gesammelt.
(Quelle: S. Hirzel Verlag)

Davon, dass es eine Vielzahl von Lebewesen gibt, die auf die unterschiedlichsten Weisen mit Gift zu tun haben, berichtet der Biologe Dietrich Mebs in seinem Buch Leben mit Gift – Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können und macht den Leser mit einer ansehnlichen Auswahl von ihnen bekannt. Da gibt es welche, die Gift zur Verteidigung verwenden oder um ihre Beute zu lähmen oder zu töten, andere machen sich damit ungenießbar oder suggerieren ihren Fressfeinden, ungenießbar zu sein; manche stellen diese Gifte selbst her, andere nehmen sie mit der Nahrung auf. Der Autor beschreibt die Methoden, wie einzelne Arten auf die verschiedensten Weisen mit diesen Giften umgehen, welchen Nutzen sie daraus ziehen und wie es manchen anderen gelingt, solche Schutzmaßnahmen zu umgehen oder außer Gefecht zu setzen oder die Gifte zu neutralisieren. Hier scheint die Natur äußerst kreativ zu sein.

Dietrich Mebs Reise durch diese faszinierend giftige Welt beginnt mit dem Clownfisch, der seit dem Film Findet Nemo! sogar jedem Kind bekannt sein dürfte und von dem eben auch bekannt ist, dass er es irgendwie schafft, von seiner Seeanemone nicht genesselt zu werden. Es scheint, als gäbe es überall Tier- oder Pflanzenarten, die sich auf die eine oder andere Art giftige Substanzen zunutze machen: Insekten, Amphibien, Reptilien, sogar Säugetiere und natürlich sehr viele Pflanzenarten.

Der Autor schmückt seine Kapitel mit vielen herrlichen Anekdoten und Geschichten aus, was zusammen mit dem angenehm lesbaren Stil und den detaillierten Beschreibungen dieser faszinierenden Protagonisten sehr zur Motivation beiträgt. Allerdings richtet sich das Buch ganz offensichtlich in erster Linie an Leser, die sich in der Biologie gut auskennen. Für die populärwissenschaftlich orientierte Leserschaft werden zu schnell und zu ausgiebig Fachbegriffe verwendet. Wem Katalase, Cardenolide oder die Na+/K+-ATPase nichts sagen, der wünscht sich nichts sehnlicher als ein Glossar, das aber leider nicht vorhanden ist. Bis auf solche Details sind jedoch Vorgänge, Verhaltensweisen oder Gegebenheiten so beschrieben, dass man sie gut verstehen kann. In der Mitte des Buches befinden sich einige Seiten mit sehr schönen farbigen Fotos, auf die im Text verwiesen wird, ansonsten wurde weitgehend auf Bilder und Grafiken verzichtet, nur vereinzelt findet sich eine Zeichnung. Auch das suggeriert, dass das Buch für Biologen gedacht ist. Sowohl die Quellenverweise im Anhang als auch das Register sind sehr ausführlich.

Persönlich finde ich (als Nicht-Biologe!) Leben mit Gift – Wie Tiere und Pflanzen damit zurechtkommen und was wir daraus lernen können dennoch recht spannend und, trotz mancher mit Fachchinesisch durchsetzen Passage, äußerst kurzweilig. Wen das Thema interessiert, sollte auf jeden Fall ein Blick riskieren. Für Biologen ist das Buch mit Sicherheit eine spannende und lehrreiche Lektüre.

Copyright © 2016 by Michael Bahner

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