Römische Kaiser in Deutschland – Der archäologische Führer

Holger Dietrich
Römische Kaiser in Deutschland – Der archäologische Führer

Verlag Philipp von Zabern, Darmstadt/Mainz, 05/2013
PB, Sachbuch, Archäologie & Geschichte, Architektur & Kunst, Reise
ISBN 978-3-8053-4603-0
Titelgestaltung von Jutta Schneider, Frankfurt am Main
8 Seiten mit 21 farbigen Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

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So manche deutsche Stadt verweist, schon aus touristischen Gründen, stolz auf ihre römischen Ursprünge bzw. auf Monumente und Relikte, die verdeutlichen, dass die Römer keltischen Siedlungen zu römischen Lagern und Städten ausbauten: Kempten, Regensburg, Speyer, Worms, Mainz, Trier, Köln usw. Können sie gar noch namhafte Persönlichkeiten, insbesondere Römische Kaiser, vorweisen, die mehr oder minder lange an jenem Ort verweilten, gibt das noch einen Extra-Bonus.

Aber nicht überall, wo man gern einen Kaiser gehabt hätte, kann man belegen, dass er sich tatsächlich dort aufgehalten hat. Einige Ortschaften waren schlicht zu unbedeutend oder befanden sich abseits der bevorzugten Verkehrswege, so dass neben fehlenden Nachweisen auch die Logik gegen den Besuch einer wichtigen Persönlichkeit spricht. Aus diesem Grund konzentriert sich Holger Dietrich auf die Städte Köln, Mainz und Trier, die zu jener Zeit zu den Machtzentren Roms im keltischen Raum zählten, sowie auf die Region des Limes im Ostalbkreis – und somit auf gesicherte Fakten, dass sich Tiberius, Drusus, Trajan, Diokletian, Caracalla u. a. persönlich an den genannten Orten mehr oder minder lang der Verteidigung der Reichsgrenze gegen die germanischen Stämme gewidmet haben.

Bevor sich Holger Dietrich dem eigentlichen Thema widmet, beschreibt er die geografische Region und die politische Lage. Rom war zu diesem Zeitpunkt nur noch bedingt an einer Expansion nach Nordosten interessiert, denn verheerende Niederlagen (z. B. die Varus-Schlacht) bewogen die Herrscher, der Grenzsicherung den Vorzug zu geben.

Des Weiteren geht er auf das Wissen über die unterworfenen und die weiterhin aggressiven Stämme ein. Da weder die Kelten noch die Germanen über schriftliche Aufzeichnungen aus jener Zeit verfügen, kann man bloß auf römische u. a. Sekundärquellen zurückgreifen, die ein entsprechend einseitiges, politisch eingefärbtes Bild der sogenannten Barbaren liefern. Demnach war es einfacher, die keltischen Stämme, die bereits Ortschaften angelegt und eine gewisse Gesellschaftsstruktur entwickelt hatten, zu romanisieren, als die noch nomadisierenden Germanenstämme in ein System zu zwingen, das diesen völlig fremd war und abgelehnt wurde.

Im Hauptteil widmet sich der Autor Köln, Mainz und Trier, die als römische Provinzhauptstädte teilweise auch über große Legionslager verfügten, sowie dem Limes, der durch in Sichtweite angelegte Kastelle gesichert wurde. Ausführlich und anschaulich werden die Bauwerke und Relikte geschildert, die römischen Ursprung sind, noch heute das Stadtbild prägen oder bei Ausgrabungen zum Vorschein gekommen sind. Vieles davon wurde, nachdem die Römer dem anhaltenden Druck der Germanen hatten weichen müssen, zerstört, die Überreste abgetragen oder in den Wiederaufbau integriert. Die Funde legen genauso wie die römischen Quellen Zeugnis darüber ab, was sich einst zutrug und welche Persönlichkeit die Bauwerke veranlasste. Etwa in der Mitte des Buchs findet man zwei Karten, Farbfotos und Abbildungen von bedeutenden Bauten. Am Ende wurde mit einer Zeittafel (58 v. Chr. – 476 n. Chr.), einer Bibliografie und einem Glossar abgerundet.

„Römische Kaiser in Deutschland“ ist ein sehr informativer und interessanter Führer, der es nicht nur Einheimischen erlaubt, ihre Region unter historischen Gesichtspunkten neu kennenzulernen, sondern der auch Auswärtige einlädt, ein Stück Heimat bzw. Deutschland auf etwas andere Weise zu entdecken und auf den Spuren der Römer zu wandeln.

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

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