Römische Schriftsteller

romische-schriftstellerCornelius Hartz
Römische Schriftsteller
Die Berühmten

Verlag Philipp von Zabern, Mainz, 01/2010
HC, Sachbuch, Biographie, Kulturgeschichte, Literatur
ISBN 9783805340670
Titelfoto: Cicero, Marmor, ca. 50 – 43 v. Chr, Musei Capitolini, Rom
Abbildungen im Innenteil aus verschiedenen Quellen

www.zabern.de

Man kennt sie vor allem aus dem Latein- und Geschichtsunterricht, gelegentlich aus aufwändig produzierten Monumentalfilmen („Quo Vadis“) und historischen Kriminalromanen („S.P.Q.R.“), sogar aus dem Kreuzworträtsel oder durch Zitate und viele andere Gelegenheiten, derer man sich gar nicht immer bewusst ist: die römischen Schriftsteller. Warum sie nach rund 2.000 Jahren nicht vergessen sind, wie Teile ihrer Schriftwerke bis in die heutige Zeit überdauerten, welchen Einfluss sie auf die Kultur und Literatur von Rest-Europa hatten und noch haben, liest sich genauso spannend wie ihre Romane, Gedichte, Briefe, Reden, Reiseberichte etc. Tatsächlich existiert heute nur noch ein Bruchteil dessen, was zwischen 250 v. Chr. und 150 n. Chr. (diesen Zeitrahmen behandelt das vorliegende Buch) niedergeschrieben oder in einer Abschrift, meist fragmentarisch, überliefert wurde.

Cornelius Hartz erläutert in wenigen Sätzen, dass die Texte erst auf Papyrusrollen, später auf Kodizes aus Papyrus oder Tierhäuten (Pergament) festgehalten wurden – Materialien von begrenzter Lebensdauer. Vieles davon wurde während des Mittelalters von Mönchen immer wieder kopiert, oft ohne dass die Schreiber wussten, was ihnen vorlag, wobei sich natürlich Fehler einschlichen oder die Reihenfolge der verschiedenen Kapitel und Bücher verändert wurde, doch ohne diese Abschriften wäre noch viel mehr verloren gegangen. In der Renaissance entdeckte man die Antike neu. An den Universitäten begannen die Klassischen Philologen, die noch erhalten Schriften aus dem Mittelalter zu sammeln und die Originaltexte in mühseliger Kleinstarbeit zu rekonstruieren. Schließlich kam die moderne Technik den Forschern zu Hilfe, denn durch UV- und Röntgenstrahlen werden ältere Schriften auf Seiten sichtbar, die man aus Materialmangel abgeschabt und überschrieben hatte. Diesen Palimpsesten verdankt die Philologie so manche Sensation.

Dennoch weiß man von vielen Schriftstellern und ihren Werken, die unwiederbringlich verloren gingen, nur aus den Texten anderer Autoren. Einige Worte verliert Cornelius Hartz auch über die Titulierung der antiken Schriften („Über …“) und die Eindeutschung/Verkürzung der Autorennamen während des Humanismus’. Viele Texte erhielten ihren Titel erst in späterer Zeit, und diese sind nichts anderes als kurze Inhaltsangaben. Bei den Namen konzentrierte man sich der Einfachheit halber auf den Familiennamen und ließ Vor- und Beinamen sowie die Endsilbe –us/-ius weg (Catullus – Catull, Sallustius – Sallust). Natürlich bietet „Römische Schriftsteller“ keinen vollständigen und detaillierten Überblick über die antiken Autoren. Cornelius Hartz wählte 30 der wichtigsten Dichter aus, die in chronologischer Reihenfolge vorgestellt werden.

Jedem ist eine kurze Biografie gewidmet. Es wird ferner erklärt, welche Werke dem jeweiligen Autor zugeschrieben werden, welche Wurzeln und Besonderheiten sie haben, was davon auf welche Weise überliefert wurde, welche Bedeutung diese Texte für die Nachwelt hatten und haben, was man heute noch davon findet in der zeitgenössischen Literatur, in Filmen, in der Malerei usw. Ergänzt wird mit einem übersetzten Auszug aus einem der Werke, so dass man direkte Beispiele für das Schaffen der 29 Dichter und einer Dichterin erhält. Alle Sachtexte fassen nur das Wesentliche zusammen und geben einen ersten kompakten Eindruck zum Leben und Wirken von z. B. Plautus, Cato d. Ä., Caesar, Livius, Apicius, Petron, Lucan, Tacitus, Sueton, der die Neugierde wecken soll. Eine vierseitige Bibliografie im Anhang lädt zum Weiterlesen und intensiveren Befassen mit den Schriftstellern der Antike ein. Eine Zeittafel, ein Stichwortregister und ein Zitatennachweis runden ab.

Die Erläuterungen sind übersichtlich gegliedert durch Überschriften, Absätze, verschiedene Schrifttypen und grau unterlegte Text-Felder. Einige Abbildungen und Fotos in Schwarz-Weiß lockern auf. Cornelius Hartz schreibt in einem unterhaltsamen und gar nicht trockenen oder langweiligen Stil. Aufmerksame Leser werden sich hin und wieder ein Schmunzeln nicht verkneifen können, wenn der Autor kleine Anspielungen auf „Asterix“ macht, eine etwas saloppe Formulierung verwendet oder die Schrullen der antiken Schriftsteller ein wenig auf die Schippe nimmt.

Das macht „Römische Schriftsteller“ zu einem sehr gut zu lesenden Nachschlagewerk, das einem schnell und komprimiert die wesentlichen Informationen vermittelt. Man kann es als einen Einstieg in die Materie betrachten, und man wird dank der ausführlichen Bibliografie zu Büchern geführt, die die Themen umfassend behandeln.
Als kleines Handbuch für den alltäglichen Gebrauch und insbesondere für Schüler ab der 5. Klasse ist der Titel sehr zu empfehlen!

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei: Buch24.de
Titel erhältlich bei: Booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.