Schrödingers Hund – Quantenphysik (nicht nur) für Vierbeiner

Chad Orzel
Schrödingers Hund  – Quantenphysik (nicht nur) für Vierbeiner

(sfbentry)
Originaltitel: How to Teach Physics to Your Dog (Scribner 2009)
Spektrum Akademischer Verlag
ISBN: 978-3-8274-2862-2
Sachbuch, Bildung
Erschienen: 1. Auflage 2012
Übersetzer: Bernhard Gerl
Umfang: 304 Seiten, 35 Abbildungen; 13,5cm x 19,5cm; Gebunden

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Zum Autor

Chad Orzel ist Professor am Institut für Physik und Astronomie des Union College in Schenectady im US-Bundesstaat New York. Er lebt mit seiner Frau Kate, seiner Tochter und natürlich mit der Mischlingshündin Emmy, der “Königin von Niskayuna”, unweit des Campus.
(Quelle: Spektrum Akademischer Verlag)

Zum Buch

Wie tickt die Quantenphysik? Oder sollte man besser sagen: wie ticken die Quantenphysiker und ihre Hunde?

Die Quantenphysik – oder auch Quantenmechanik – wurde bereits Anfang des letzten Jahrhunderts entwickelt. Aber immer noch hat sie für die meisten Menschen etwas Mysteriöses und Unwirkliches an sich, etwas, was sich kaum mit unserer täglichen Erfahrung in Einklang bringen lässt und nur in abgehobenen mathematischen Modellen existiert – oder in den Köpfen von Physikern, die mit ihren Haustieren fachsimpeln. Was sie von anderen Theorien so sehr unterscheidet, sind ihre Auswirkungen und Vorhersagen, aber auch die Vorstellungen, die ihr zugrunde liegen. Diese widersprechen der menschlichen Erfahrung in einem Maße wie bei sonst keiner anderen Theorie – nicht einmal bei Einsteins Relativitätstheorie.

Der Bruch zwischen dem klassischen Weltbild und dem, das die Quantenphysik fordert, wird erst so richtig klar, wenn man sich näher mit ihr beschäftigt. Das Buch ist eine Einführung in die Welt der Quantenphysik und insbesondere der Ideen, die dahinter stecken. Für diejenigen, die sich nicht unnötigweise mit schwieriger Mathematik aufhalten wollen, ist “Schrödingers Hund  – Quantenphysik (nicht nur) für Vierbeiner” hervorragend geeignet.

Das Buch behandelt in den ersten beiden Kapiteln zunächst die bekanntesten Schlagwörter der Quantenmechanik: die Welle-Teilchen-Dualität und die Heisenberg’schen Unschärferelation. Im folgenden Kapitel wird über die so genannte Kopenhagener Deutung diskutiert, die die erste Interpretation lieferte, wie aus dem unbestimmten Zustand eines quantenmechanischen Systems ein konkretes Messergebnis wird. Andere neuere Interpretationen gibt es viele, und eine davon, die Viele-Welten-Interpretation, wird im vierten Kapitel vorgestellt. Es folgen eine Reihe von Kapiteln mit einigen der spannendsten Effekte aus der Quantenphysik: der Quanten-Zenon-Effekt, der Tunneleffekt, sowie die Quantenverschränkung und die Quantenteleportation. Schließlich führt der Autor in einem Kapitel über die Quantenelektrodynamik aus, wie genau die Vorhersagen der QED im Besonderen und der Quantentheorie im Allgemeinen gemessen wurden.

Das zehnte und letzte Kapitel beschäftigt sich mit all jenen Verfahren, die sich der Quantentheorie oder zumindest ihres Vokabulars bedienen, um Krankheiten zu diagnostizieren, Menschen zu heilen oder Energie aus dem Nichts zu erschaffen. Chad Orzel lässt nicht viel Gutes an diesen Leuten oder Unternehmen, die er bestenfalls als Irrgeleitete bezeichnet oder solche, die die Quantentheorie nicht verstanden haben. Schlimmstenfalls sind sie seiner Meinung nach Scharlatane und Betrüger, die viel versprechen, wenig oder nichts halten, und die “Quanten” nur benutzen, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen – womit er sicherlich nicht ganz Unrecht hat.

Fazit

“Schrödingers Hund – Quantenphysik (nicht nur) für Vierbeiner” ist angenehm handlich und stabil; und es ist ein Buch, das man ungern wieder aus der Hand legt. Tut man es doch, und es gibt Umstände, die zwingen einen dazu, dann trägt man Chad Orzels Ideen und Erklärungen in Gedanken mit sich. Sein Stil ist sehr kurzweilig, seine Erläuterungen sind gut nachvollziehbar und sorgfältig argumentiert, sodass man in den wenigsten Fällen ratlos zurück bleibt. Die Passagen, in denen sich der Autor mit Emmy, seiner Mischlingshündin, unterhält und ihr geduldig die Zusammenhänge zwischen Quantentheorie, Eichhörnchen und Belohnungen erläutert, sind mehr als nur schmückendes Beiwerk. Emmy ist äußerst scharfsinnig und erschnüffelt mitunter Fragen, auf die der Leser selbst nicht gekommen wäre oder die ihn ebenfalls beschäftigen. So wird der Autor ein ums andere Mal gezwungen, Sachverhalte neu zu erklären oder näher auszuführen. Und das macht er richtig toll.

Gibt es noch etwas auszusetzen? Vielleicht, dass die Übersetzung aus der SF-Serie “Star Trek” einen “Star Track” oder auch “Star Treck” macht. Außer einzelne eingefleischte Trekkies dürfte das aber niemanden stören.

Copyright © 2012 by Michael Bahner

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