Trotzdem genial – Darwin, Nietzsche, Hawking und Co.

Heinrich Zankl, Katja Betz
Trotzdem genial – Darwin, Nietzsche, Hawking und Co.
Aus der Reihe: Erlebnis Wissenschaft

Wiley-VCH
ISBN: 978-3-527-33410-0
Sachbuch, Bildung
1. Auflage 17.09.2014
ca. 300 S. – 21,0 x 14,8 cm
Hardcover

www.wiley-vch.de

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Die Autoren

Heinrich Zankl studierte Veterinärmedizin, Anthropologie und Humangenetik. Vor seiner Pensionierung (2006) lehrte er über 25 Jahre als Professor für Humanbiologie und Humangenetik an der Universität Kaiserslautern. Regelmäßig präsentiert er auch unterhaltsame Sachbücher zu Themen aus verschiedensten Forschungsgebieten. Bei Wiley-VCH sind erschienen: »Potzblitz Biologie«, »Fälscher, chwindler, Scharlatane «, »Nobelpreise: Brisante Affären, umstrittene Entscheidungen«, »Irrwitziges aus der Wissenschaft« und »Kampfhähne der Wissenschaft«. Für sein Engagement erhielt der Autor die Heinrich Bechhold-Medaille für Wissenschaftsjournalismus.
(Quelle: Verlag Wiley-VCH)

Katja Betz, Diplombiologin, ist für eine Firma im Bereich Umweltdienstleistungen und an der Technischen Universität Kaiserslautern für das Distance & Independent Studies Center sowie die Initiative »Gesunder Campus« tätig. Sie hat beim TU-Wettbewerb »Wissenschaftsreporter « mehrere Preise erhalten. Die Koautorin des vorliegendenWerkes und des Buches »Kleine Genies: 25 Wunderkinder der Wissenschaft« ist selbst auf den Rollstuhl angewiesen.
(Quelle: Verlag Wiley-VCH)

Das Buch

Ziehen manche psychischen Erkrankungen, physische Leiden oder Störungen in der Entwicklung der Persönlichkeit unwillkürlich Genialität nach sich? Oder sind sie gar die Folge eines großen Geistes, der in wissenschaftlicher Hinsicht zu weitaus mehr imstande ist als die der großen Masse Normalsterblicher? Im Vorwort den Buches „Trotzdem genial“ ist von einigen Hinweisen die Rede, die solche Zusammenhänge nahelegen oder zumindest plausibel erscheinen lassen. Recht bemerkenswert ist der Fall der autistischen Tierwissenschaftlerin Temple Grandin, deren Biografie ebenfalls in diesem Buch enthalten ist. Sie war offenbar der Auslöser für den Softwarekonzern SAP, in den nächsten Jahren mehrere hundert Autisten als Spezialisten einstellen zu wollen.

Der besseren Übersicht halber haben die Autoren Heinrich Zankl und Katja Betz die Biografien ihrer 24 ausgewählten Genies in drei Teile nach deren Forschungsgebieten gegliedert: Naturwissenschaft und Mathematik, Medizin und Psychologie, sowie Geisteswissenschaften. Man findet dort neben so bekannten Namen wie Charles Darwin, Albert Einstein, Sigmund Freud und Karl Marx auch Leute, die nicht jedem geläufig sind, beispielsweise den Chemiker Victor Meyer, den Mathematiker John Nash oder den Neurologen Oliver Sacks. Nach jedem Lebenslauf werden die Krankheiten der Person genau beschrieben mit Krankheitsbild, Ursachen, Symptomen, Therapien usw. So kann man sich als Leser ein ungefähres Bild davon machen, in welcher körperlichen und seelischen Verfassung sich die oder der Betroffene befunden haben muss.

Die Biografien selbst sind schön zu lesen, zumal die Lebensläufe dieser Persönlichkeiten an sich schon sehr spannend und alles andere als normal sind. Der Fokus liegt hierbei natürlich hauptsächlich auf den wissenschaftlichen Forschungen und Erkenntnissen sowie den medizinischen Aspekten. Da ist es nicht schlimm, wenn die Prosa selbst eher nüchtern rüberkommt, vielleicht ist es sogar besser. Neben ein paar eingestreuten Porträts der vorgestellten Persönlichkeiten findet man am Schluss des Buches noch ein umfangreiches Literaturverzeichnis und ein ausführliches Stichwortverzeichnis.

Mein persönlicher Favorit in diesem Buch ist Darwin, der sich trotz permanent schlechter körperlicher Verfassung auf die lange Seereise mit dem Forschungsschiff “Beagle” machte. Bereits auf dem Weg nach Teneriffa wurde er seekrank. Hätten ihn dort nicht widrige Umstände an Bord gehalten, hätte er wohl nie die Jahre dauernde Reise fortgeführt, notgedrungen Seekrankheit und andere Erkrankungen hingenommen, und wäre womöglich auch nicht zu seinen revolutionären Erkenntnissen in der Evolutionstheorie gekommen.

Eine eindeutige Antwort auf die eingangs gestellten Fragen, ob und wie Genie und Krankheit oder Verrücktheit zusammenhängen, kann dieses Buch auch nicht liefern. Aber es präsentiert die Lebensläufe einiger herausragender und interessanter Persönlichkeiten, die es trotz, teilweise vielleicht auch wegen ihrer Leiden zu großartigen wissenschaftlichen Leistungen gebracht haben.

Fazit

“Trotzdem genial” macht ein bisschen süchtig. Keine hochtrabende Literatur, aber kurze, spannende Biografien, die mit anschaulich dargestellten Krankheitsbildern bemerkenswerte Schlaglichter auf das Nebeneinander von Genie und Verrücktheit, geistigen Höhenflügen und schweren Leiden wirft.

Copyright © 2014 by Michael Bahner

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.