Angelika Kauffmann – Künstlerin und Geschäftsfrau

Gabriele Katz
Angelika Kauffmann – Künstlerin und Geschäftsfrau

Belser Verlag, Stuttgart, 03/2012
HC, Sachbuch, Biografie, Kunst, Geschichte, Emanzipation
ISBN 978-3-7630-2609-8
Titelgestaltung von Populärgrafik, Stuttgart unter Verwendung des Motivs
„Selbstbildnis mit Zeichenstift und Zeichenmappe“ von Angelika Kaufmann, 1784, © Artothek
Abbildungen und Zitate im Innenteil aus verschiedenen Quellen
Autorenfoto von N. N.

www.belser.de
www.angelika-kauffmann.com

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Angelika Kauffmann wurde 1741 in Chur (CH) geboren und starb 1807 in Rom (I). Ihr Vater, der Maler Joseph Johann Kauffmann erkannte früh die künstlerische Begabung seines einzigen Kindes und ließ ihm eine Ausbildung zukommen, die für Mädchen in der damaligen Zeit höchst ungewöhnlich war. In Folge konnte Angelika lesen und schreiben, sie korrespondierte in mehreren Sprachen, war sowohl der Musik als auch der Malerei zugetan – entschied sich letztlich, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Auch nach dem Tod der Mutter (1957) begleitete Angelika ihren Vater auf seinen Reisen und steuerte durch das Kopieren der Werke namhafter Künstler und die Porträtmalerei ihren Teil zum Lebensunterhalt bei. Tatsächlich waren ihre Bilder so beliebt, dass sie die Mittel besaß, um in Italien Kunst studieren zu können.

Schon bald scharte Angelika einflussreiche Bewunderer um sich, die ihr die Türen zu den Adelshäusern und zu den von Männern dominierten Künstlergesellschaften aufstießen. Doch mit dem Ruhm kamen auch die Neider, die es nicht verwinden konnten, dass eine Frau mehr Erfolge verbuchte als sie selber. Die Angriffe auf ihre Ehre als Frau und ihre Malereien überstand sie jedoch stets unbeschadet. Um ihren Ruf zu wahren, heiratete Angelika 1781 den italienischen Maler Antonio Zucchi kurz vor dem Tod des Vaters 1782. Ein Ehevertrag erlaubte es der Künstlerin, ihre Selbständigkeit und auch ihre Einnahmen zu behalten, statt sich wie andere Frauen aus der Öffentlichkeit zurückziehen und ihre ganze Habe dem Gatten überantworten zu müssen (die erste Ehe mit einem Betrüger wurde 1768 in England nach nur einem Vierteljahr geschieden). 1795 starb Antonio, die Ehe blieb kinderlos.

Im Laufe ihres bewegten und arbeitsintensiven Lebens lernte Angelika viele berühmte Zeitgenossen kennen oder/und korrespondierte mit ihnen, darunter Kaiser Joseph II, Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottfried Herder, die sich alle sehr beeindruckt äußerten, aber doch nicht verleugnen konnten, dass sie typische Vertreter ihrer Zeit waren, die einer Frau eine bestimmte Rolle zuwiesen und einen Vergleich mit männlichen Künstlern nicht erlauben wollten.

Angelika Kauffmann schuf viele romantisch-klassizistische Porträts (auch Selbstbildnisse) und Historienbilder, von denen etliche im vorliegenden Band abgebildet wurden. Ihre Werke sind realistisch-idealistisch, sensibel und oft symbolträchtig. Die promovierte Kunsthistorikerin Gabriele Katz befasste sich intensiv mit dem Wirken von Angelika Kauffmann, die zu den wenigen Frauen des 18. Jahrhunderts zählt, die im Rahmen der eng abgesteckten gesellschaftlichen Konventionen ein skandalfreies und doch selbst bestimmtes Leben führten – und dies erfolgreich.

Interessiert liest man die kurzweiligen Ausführungen, in die Zitate aus den Aufzeichnungen von Angelika Kauffmanns Biografen Giuseppe Carlo Zucchi und aus den Briefen, die die Künstlerin mit Familienmitgliedern und Freunden, darunter viele Aristokraten und Künstlern, wechselte, eingeflochten wurden, meist im (rekonstruierten) Original. Das Sachbuch ist solide und ansprechend gestaltet: Hardcover, Kunstdruckpapier, viele Farb- und SW-Abbildungen, großzügiges Layout. Im Anhang findet man ein Verzeichnis weiterführender Bücher.

Interessiert man sich für Kunst und mehr noch für die Rolle der Frau in der Geschichte – für ungewöhnliche Frauen -, wird man an dieser Biografie, die fast Bildbandqualität erreicht, große Freude haben. Bei Bregenz (A) am Bodensee kann man in Schwarzenberg das Angelika-Kauffmann-Museum besuchen.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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