Perry Rhodan – Die Chronik Band 1 (1961 – 1974)

Michael Nagula
Perry Rhodan – Die Chronik Band 1 (1961 – 1974)
Biografie der größten Science Fiction-Serie der Welt

Hannibal Verlag, 2011
Hardcover, 527 Seiten
Science Fiction Sachbuch
ISBN 978-3-85445-326-0
Mit vielen s/w-Fotos und Cover-Abbildungen

www.hannibal-verlag.de

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Was gibt es zur größten SF-Serie aller Zeiten noch zu sagen, was der eingefleischte Fan nicht schon wüsste? Was man in früheren Lexika- und Sekundärliteratur-Titeln nicht schon gefunden hätte? Oh, sehr viel. Doch dazu komme ich gleich. Vorher oute ich mich hier als Perry-Rhodan-Fan, zwar nicht der ersten Stunde, aber doch aus den ersten Jahren. Und um genau diese Jahre geht es hier im Band 1 der Chronik, dem sicher noch weitere folgen werden. Denn über 2.500 Titel mit einer mehr und mehr verwobenen Handlung und fortlaufenden „Geschichte“ der zukünftigen Menschheit lassen sich nicht einmal mehr in einem einzigen dicken Chronikband aufarbeiten.

Ohne anmaßend zu sein, darf ich annehmen, dass meine ersten PR-Kontakte sicher auf viele Fans zutreffen werden: Im zarten Alter von 8 Jahren stieß ich auf mein erstes Perry-Rhodan-Heft, auf meinen ersten Science-Fiction-Roman überhaupt. Leider kann ich nicht mehr benennen, um welches Heft es sich handelte, aber eines weiß ich noch heute, und das todsicher: Es hat mich umgehauen! Andere Genre stießen – zumindest war dies 1966 noch so – sehr rasch an ihre Grenzen. Der x-te Banküberfall, die soundsovielte Entdeckung einer Leiche, der (gefühlte) hundertste Indianerüberfall usw. usw. Aber Science-Fiction? Wow! Das hatte mehr Potential, da war immer etwas anderes los, immer neue Gefahren, phantastische Wesen, fremde Planeten, unglaubliche Technologien, Effekte im All, politische, gesellschaftliche, religiöse, militärische Konflikte en massé überrollten mich mit einer Macht, die nur noch von ES oder BARDIOC stammen konnte.

Und dieses Verdienst der Perry-Rhodan-Serie ist leider völlig in Vergessenheit geraten. Dass es dem Autorenteam um Clark Darlton und K.H.Scheer gelungen ist, uns wöchentlich (!) ein ganzes Universum von Ideen um die Ohren zu hauen oder besser: vor Augen zu führen. Das Ganze mit farbigen Coverbildern, die längst Kultstatus erreicht haben, Innenillustrationen und später Risszeichnungen von Raumschiffen menschlicher und außerirdischer Konstruktion, die die Bilder in unserem Köpfen ergänzt und untermauert haben. Der Zugang zu einer Literaturgattung, die mir persönlich auch die Augen geöffnet hat: Nämlich, dass wir eine Spezies sind, ein Volk mit phantastischen Anpassungen an die jeweilige Umwelt, aber doch eben eine, die sich diesen Planeten in Frieden teilen sollte und muss.

Ich lese heute nur noch sporadisch PR, aber immer noch Science Fiction. Und meine politischen, ökologischen und gesellschaftlichen Grundeinstellungen habe ich diesem Genre zu verdanken. Und damit auch Perry Rhodan. Und gerade deswegen war und ist es für mich eine Lust, in dieser Chronik zu lesen, die Hintergründe und die Schwierigkeiten zu erfahren, mit denen man im Verlag und im Autorenteam 1961 und auch viele Jahre danach zu kämpfen hatte, um die Serie herauszubringen und am Leben zu erhalten.

In grauen Fenstern findet der Leser Infos zu Romanserie, Essays, Kurzbiografien der Autoren, Interviews, den einzelnen Jahresabschnitten immer einen kurzen Abriss der realen Geschichte vorangestellt. Denn Perry Rhodan hat sich immer entwickelt und verändert, dem Zeitgeist und den aktuellen politischen Entwicklungen angepasst, manche vorausgesehen.

Michael Nagula kann man für diese Fleißarbeit nur danken. Und eine anständige Chronik bedarf der Form eines Hardcovers; richtig so!

Copyright © 2011 by Werner Karl

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