A New Beginning

A New Beginning

Adventure, Daedalic Entertainment (Oktober 2010)
PC-DVD, Offline, 1 Spieler
USK/PEGI Ab 12 Jahren / 12+

Minimum:
Betriebssystem: Windows 2000/XP/Vista/7
Prozessor: 2GHz Single Core / 1,8GHz Dual Core
Speicher: 1GB RAM (Vista/7: 1,5GB RAM)
Soundkarte: DirectX9.0c-kompatibel
Grafikkarte: OpenGL 2.0-kompatibel, mind. 256 MB Grafikspeicher (ATI Radeon oder Nvidia Geforce empfohlen)
Festplatte: 3,5 GB freier Speicherplatz
DVD-Laufwerk, Maus

http://www.anewbeginning-game.de/

Aus der Softwareschmiede Daedalic Entertainment kommt das Grafikabenteuer „A New Beginning“ daher. Nach Vorlagen aus dem eigenen Haus wie „Edna bricht aus“ und auch „The Whispered World“, muss sich das vorliegende Spiel daran messen lassen.

Die Handlung des Spiels ist ziemlich komplex, denn es werden mehrere Themen abgedeckt. Die weibliche Hauptrolle hat die Funkerin Fay inne, die mit mehrere Teams aus der Zukunft kommt, um die Welt zu retten. Durch den Klimawandel steht die Menschheit nämlich kurz vor ihrem unrühmlichen Ende. Der Plan der Zeitreisenden ist es nun die Vergangenheit zu ändern, um so die Erde zu retten. Leider kommt es zu Komplikationen und die Teams stranden in der Vergangenheit. Doch Fay setzt alles daran, ihre Mission zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

Dabei hofft sie auf die Hilfe von Bent Svensson, einem Bio-Ingenieur, der seinen Beruf allerdings an den Nagel hing. Er ist Fay letzte Hoffnung und so macht sie sich auf den Weg, um ihn um Hilfe zu bitten. Dadurch wird Bent ebenfalls zum Protagonisten und übernimmt die männliche Hauptrolle. Die Geschichte wird nun mit zwei Personen gespielt, agiert in der Zukunft und in der Gegenwart. Trotzdem bleibt die Handlung stets überschaubar.

Das liegt vor allem an dem hervorragenden Script. Es lässt keine großen Ausreißer oder extravaganten Seitenwege zu, inszeniert stattdessen einen linearen Aufbau. Es gibt keine falschen Fährten und auch die schwere der Rätsel hält sich in Grenzen. So müssen in diesem Point&Click-Adventure weitgehend die richtigen Teile miteinander kombiniert und an der richtigen Stelle eingesetzt werden. Mit ein wenig Überlegung sind sämtliche Rätsel schnell gelöst, da es in den einzelnen Kapiteln auch keine langen Laufwege gibt. Die benötigten Teile finden sich meist recht schnell. Allerdings ist es oft erforderlich auch wirklich alle Objekte einzustecken und zu untersuchen. Das geschieht mittels der klassischen Maussteuerung.

Mit einem Mausklick bewegt sich die Figur durchs Bild. Kann dieser verlassen werden, so erscheint an entsprechender Stelle ein Pfeil. Mit einem Doppelklick kann die Figur – meistens – das Bild dann sofort wechseln. Wird mit dem Mauszeiger ein Objekt markiert – das eingesetzt werden kann – und die linke Maustaste ein wenig länger gedrückt, geht ein kleines Kontextmenü auf, das bis zu vier Befehlen beinhaltet. Diese Befehle sind manchmal bereits kleine Lösungshilfen, da sie verraten, was mit den Gegenständen angestellt werden kann. Um Gegenstände miteinander zu kombinieren oder einzusetzen, müssen sie einfach nur angeklickt werden. Sie erscheinen dann als Mauszeiger und mit einem weiteren Klick auf das Ziel werden sie ihrer Bestimmung zugefügt. Falls es denn eine gibt. Das Inventar befindet sich am unteren Bildschirmrand und wird mit einem Rechtsklick aufgerufen. Es bleibt bis zum nächsten Rechtsklick erhalten. Manchmal fällt es schwer einen anklickbaren Gegenstand im Bild zu erkennen, da sich diese harmonisch ins Gesamtbild einfügen. Mit einem Druck auf die Leertaste können aber alle wichtigen Punkte angezeigt werden.

Neben der Handlung gibt es auch weitere Säulen, auf die sich das Spiel stützen kann. So wachsen die Figuren des Spiels einem schnell ans Herz, da sie einer steten Entwicklung unterliegen und auch ihre Gefühlswelt zum Spielinhalt gehören. So gibt es Zerwürfnisse, Verlust, Trauer und moralische Fragen, mit denen sich Fay, Bent und die anderen herumschlagen. Vor allem das Verhältnis zwischen Fay und ihrem Vorgesetzten Salvador, sowie Bent und seinem Sohn Duve sind wichtige Bestandteile des Spiels.

Auch die Grafik des Spiels ist sehr einnehmend und überzeugt weitgehend. Das Spiel wurde zweidimensional gezeichnet und entspricht in der Aufmachung modernen Comicalben, wie sie von frankobelgischen Künstlern bekannt sind. Die Zwischensequenzen sind gar wie Comics angeordnet und erzählen die Ereignisse in spärlich animierten Bildern, die am Ende den Bildschirm als ganzseitiges Comic-Panel füllen. Das trägt, ebenso wie die getragenen Erdtöne, unheimlich zur dichten Stimmung des Spiels bei. Auch die eingesetzten Kulissen und das Design der Figuren wissen zu überzeugen. Dazu die kleinen Spielereien, wie wehende Pflanzen oder – in fast jedem Bild – die kleinen Tiere, die eine Szene beleben, ohne wirklich für die Handlung wichtig zu sein. Und dann gibt es noch Gegenstände, die auf die anderen Spiele des Labels hinweisen. Sei es nun der blaue Hase aus „Edna bricht aus“ oder ein Poster von „The Whispered World“.

Die Musik selbst ist meistens gut gewählt und wirkt wie ein großer Soundtrack. Es gibt nur selten Ausreißer der Grundstimmung, was auch an den Geräuschen liegt. Diese sind ebenfalls hervorragend eingesetzt und fast immer passend. Die Mischung ist sehr gut und vertieft die Atmosphäre.

Natürlich gehören auch die Sprecher zum Gesamtbild, die eine gute Arbeit leisten. Vor allem die Hauptrollen sind sehr gut gesprochen und machen großen Spaß. Es gibt zwar einen Untertitel, aber der kann ausgeblendet werden. Er bleibt dann einzig in den Sprechblasen der Zwischensequenzen erhalten. Eine gute Idee, um den Stil des Spiels stets zu gewährleisten.

Leider gibt es auch einige Schwächen im Spiel. So kann es manchmal zu plötzlichen Abstürzen des Spiels und plötzlicher Rückkehr ins Betriebssystem kommen. Hier wird hoffentlich bald mit einem Patch nachgebssert. Bei den Dialogen gibt es eine Handvoll Doppler (Wiederholungen eines Satzes) und das Spiel ist selten Lippensynchron. In der Endsequenz sind sogar zeitweise die Stimmen von Bent und Fay vertauscht. Obwohl die Grafik sehr schön ist und die Zeichnungen eine regelrechte Augenweide – vor allem für Comicfans – so wirken einige Bewegungsanimationen der Figuren manchmal etwas steif. Das war es aber auch schon an Meckerei und macht der Spielfreude keinen großen Abbruch.

„A New Beginnung“ ist ein packendes Adventure für den PC, das eine sehr dichte Stimmung besitzt und eine ernste Botschaft transportiert. Das Spiel unterhält für geschätzte fünfzehn Stunden Spielzeit sehr gut und ist eine kurzweilige Unterhaltung, die zudem mit einigen netten und unerwarteten Wendungen daherkommt. Einfach Top!

Copyright © 2010 by Günther Lietz

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