Am Ende der dunklen Spirale!

Jim Balent
Am Ende der dunklen Spirale!
Tarot – Witch of the Black Rose 13

Tarot – Witch of the Black Rose 80 – 84, BroadSword Comics, USA, 2014
Panini Comics, Stuttgart, 10/2014
PB, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat auf Kunstdruckpapier
Horror, Splatter, Dark Fantasy, Erotik
ISBN 978-3-86201-807-9
Aus dem Amerikanischen von Christian Heiss
Titel- und Innenillustrationen von Jim Balent, Holly Golightly (Farbe) mit Hilfe von Randi Leeann
Altersempfehlung: Ab 18 Jahre!

www.paninicomics.de
www.jimbalentstudios.com

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Wovor Lord Thornwick gewarnt hat, ist eingetreten: Tarot wurde von den Feen überwältigt und korrumpiert. Die dunkle Spirale macht sie zu einer Marionette, ja, zu einer Waffe dieser Wesen, die alle Menschen und insbesondere die Hexen hassen. Tarots Mutter, ihre Schwester Raven Hex, ihr Lover Skeleton Man und Lord Thornwick folgen ihr, aber bevor die Gruppe einen Plan zu Tarots Rettung entwickeln kann, scheint einer von ihnen zum Verräter zu werden und liefert die Kameraden dem Feenkönig aus. Skeleton Man erschlägt den König und löst dadurch ein mörderisches Chaos aus. Doch Tarot kommt nicht frei, im Gegenteil. Zum Entsetzen ihrer Freunde wendet sie sich mit tödlicher Kraft gegen sie, und es sieht nicht so aus, als ob auch nur einer von ihnen das überleben könnte …

Die „Die dunkle Spirale“-Storyline erreicht mit diesem (zweiten) Band ihren Höhepunkt und schildert auch, was anschließend passiert. Mehr verraten möchte man nicht, da sonst zu viel vorweggenommen wird. Der Leser erlebt die für gewöhnlich selbstbewusste Titelheldin in ganz ungewöhnlichen Rollen; zum einen als eiskalten Todesengel, zum anderen als verzweifelte, reuige und verunsicherte Hexe, die mit sich und ihrem Umfeld nicht mehr im Einklang ist. Jim Balent setzt auf Dramatik und Tragödie, was den ernsten Geschehnissen geschuldet ist, kann aber eingangs trotzdem nicht auf eine dicke Portion Horror-Klamauk und Sex-Klamotte verzichten. So recht passen will das nicht, aber auf andere Weise wäre sonst wohl für sein Empfingen nicht genug Schlüpfrigkeit inklusive eindeutiger Szenen realisierbar gewesen.

Neu ist auch, dass der Sex nicht mehr einvernehmlich und zur Ehrung der Natur/Göttin stattfindet. Die ‚Unfälle‘ zwischen Raven Hex und Skeleton Man sind ja noch harmlos und irgendwie gewollt, doch in Tarots Fall kommen Züchtigung, Manipulation, Überwältigung hinzu. Zwar lässt sie es letztendlich zu und genießt die ‚BDSM-Session‘, doch tragen Magie und Alkohol ihren Teil dazu bei, dass sie ihrer eigenen Lust erliegt und darüber ihre Mission nicht erfüllen kannt. Schon vor langem hat Jim Balent die Grenze überschritten, auf deren einen Seite hauptsächlich angedeutet wird – auf dieser anderen Seite bleibt nichts mehr der Fantasie überlassen, (ausschließlich) die weiblichen Geschlechtsteile werden dem Betrachter in aller Deutlichkeit präsentiert, und sexuelle Handlungen rangieren vor einem spannenden Plot. Zu Recht ist der Band in Folie eingeschweißt und einem (männlichen) Publikum ab 16+, besser 18+ empfohlen.

Die Illustrationen sind sehr schön und fantsievoll gestaltet, sofern durch Skeletton Man nicht zu viel Klamauk und schon fast mangahafte Karikatur auf die Seiten gebracht wird – und man sollte Melonenbrüste mögen, die selbst die Träume von Russ Meyer mickrig aussehen lassen.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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