Anatolia Story 13

Chie Shinohara
Anatolia Story 13

Sora wa Akai Kawa no Hotori, Vol. 13, Japan, 1998
EMA, Köln, 8/2008
TB, Manga, Fantasy, Romance, Drama, 978-3-7704-6873-7, 190/500
Aus dem Japanischen von Claudia Peter
www.manganet.de

Königin Nakia hat einen Zweifrontenkrieg inszeniert, um Kail, der nun König der Hethiter ist, und Yuri zu trennen. Das Glück ist den beiden Heeren bislang hold. Vor allem Yuri kann durch kluge Taktiken und Verhandlungen eine gegnerische Stadt nach der anderen nahezu ohne Blutvergießen einnehmen.

Dann jedoch erfährt sie, dass Nakia begonnen hat, einen neuen Tempel zu bauen – über der Quelle, die das Portal in Yuris eigene Zeit ist. Wird es zerstört, ist die Schülerin für immer in der Vergangenheit gefangen. Tatsächlich hat Nakia ihre Pläne, die Herrschaft an sich zu reißen und Yuri zu opfern, noch immer nicht aufgegeben.

Yuri bricht sofort auf, um Nakia zu stoppen. Derweil erfährt auch Kail von den Vorgängen in der Hauptstadt und befiehlt den Rückzug. Die Ägypter wittern prompt ihre Chance, und Ramses glaubt, den lästigen Rivalen um Yuris Gunst aus dem Weg räumen zu können…

Wieder einmal endet ein Band von „Anatolia Story“ mit einem Cliffhanger – und gleichzeitig scheinen die Weichen für Yuris weiteren Verbleib im Hethiter-Reich gestellt. Selbst wenn es gelingen sollte, die Zerstörung der Quelle zu verhindern, ist es fraglich, ob die Schülerin das kleine Zeitfenster zu nutzen vermag und auch sonst alle Bedingungen erfüllt werden, damit ein mächtiger Priester sie ins Japan der Gegenwart zurückschicken kann. Es muss so sein, schließlich ist die Serie noch lange nicht zu Ende.

Nachdem in den vorherigen Episoden der Kampf um den Thron im Vordergrund stand und sich Yuri und Kail voneinander distanzierten – die Ursache waren teils Missverständnisse, teils Kails Leidenschaft und Yuris Weigerung, sich ihm hinzugeben, obwohl sie ihn liebt -, wird nun wieder Yuris Wunsch, nach Hause geschickt zu werden, thematisiert. Sie ist davon überzeugt, dass sie nicht die passende Braut für Kail ist und es keine gemeinsame Zukunft für sie geben kann. Außerdem sehnt sie sich nach ihrer Familie, wie sehr, das erkennt sie erst, als sie Zeugin der Sorge einer Königin wird, die wie jede Mutter um ihre Tochter bangt.

Nakia, die ständig Ränke schmiedet, wendet sich erneut gegen Yuri, um auf diese Weise auch Kail zu treffen. Ihre Falle scheint zuzuschnappen, denn dieser hat nun ganz andere Probleme, und erst die nächste Folge wird verraten, wie die Begegnung mit Ramses ausgeht.

Obwohl nahezu immer die gleichen Figuren involviert sind und sich gemäß ihrer Rollen verhalten, schafft es Chie Shinohara, der Handlung regelmäßig zu einer Wende zu verhelfen und mit neuen, nachvollziehbaren Konflikten aufzuwarten, die politisch oder persönlich sind. Nach Momenten der Ruhe, des Vergnügens oder der romantischen Zweisamkeit spitzen sich die Ereignisse stets dramatisch zu, und es muss auch mit Opfern unter den Sympathieträgern gerechnet werden.

Deshalb ist die Reihe nur bedingt für sehr junge Fantasy-Fans geeignet. Das – in erster Linie weibliche – Publikum ab 12 Jahren sollte den Tod beliebter Figuren und andere tragische Szenen verkraften können.

Die Illustrationen sind sicher Geschmackssache, auch wenn sich der Stil der Künstlerin gefestigt hat. Ihre Stärken liegen vor allem in den Details, wie z. B. phantasievolle Kostüme und Hintergründe, während die Proportionen der Charaktere immer mal kleine Fehler aufweisen.

„Anatolia Story“ bietet eine ausgewogene Mischung aus spannendem Abenteuer, Romantik und Tragödie. Wer sich von dem Thema angesprochen fühlt, sollte einen Blick in die Serie werfen. Es empfiehlt sich allerdings, die Lektüre bei Bd. 1 zu beginnen, damit man das komplizierte Beziehungsgeflecht besser versteht. (IS)

Bei Amazon.de
Anatolia Story 13

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.