Anatolia Story 22

anatolia-story-22Chie Shinohara
Anatolia Story 22

(sfbentry)
Sora wa Akai Kawa no Hotori, Vol. 22, Japan, 2000
EMA, Köln, 03/2010
TB, Manga, Fantasy, Romance, Drama
ISBN 978-3-7704-7122-5
Aus dem Japanischen von Claudia Peter

www.manganet.de

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Das Schicksal hat Yuri nach Ägypten verschlagen, wo sie der Gnade von General Ramses ausgeliefert ist. Der nach Macht hungernde Mann kann seine persönlichen Wünsche und sein Begehren für Yuri jedoch zurückstellen, als bekannt wird, dass die hethitische Königinwitwe Nakia geheime Informationen mit der Pharaonenwitwe Nofretete austauscht: Das ist Hochverrat! Beide Frauen wollen ihre Positionen nicht aufgeben, selbst wenn die Intrigen ihnen das Leben kosten könnten und ihre Reiche unter den egoistischen Plänen leiden. Es gelingt Yuri, die in elenden Verhältnissen lebende ägyptische Bevölkerung zur Rebellion aufzustacheln und nach Theben marschieren zu lassen, wo Ramses von Nofretete festgehalten wird und sterben soll. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn nicht einmal der vorrückende Mob kann Nofretete dazu bewegen, den General frei zu lassen und ihn mit den Soldaten zum Schutz der Paläste auszusenden. Die Rache an ihm ist ihr wichtiger als ihre eigene Sicherheit.

Unterdessen scheint sich im Reich der Hethiter ein Drama anzubahnen. Was ist mit Kail, dem König und Yuris großer Liebe, los? Nahtlos knüpfen die Ereignisse des 22. (von 28) Bandes an das vorherige Buch an. Yuri hätte längst ins Hethiter-Reich zurückkehren können, aber sie fühlt sich Ramses, der ihr mehrfach geholfen hat, verpflichtet. Außerdem kann sie in Ägypten dem Mann, den sie liebt – Kail –, am besten helfen. Die neuerliche Begegnung mit Nofretete schließt einen Kreis, in dem an einen früheren Feind und dessen Vermächtnis erinnert wird.

Das ist nur ein Beispiel, an dem man merkt, dass Chie Shinohara langsam auf das große Finale hin zu arbeiten beginnt. Auch die Beziehung zu Ramses wird neu definiert, da er weiß, dass er Kails Platz in Yuris Herz niemals wird einnehmen können, und es etwas gibt, das ihm noch viel wichtiger als (eine erzwungene) Liebe ist. Zudem werden Beweise für Nakias Verrat gefunden, durch die die Königinwitwe endlich ihren Status einbüßen und für all ihre Untaten bestraft werden könnte. Man darf jedoch davon ausgehen, dass sich Nakia auch jetzt nicht einfach wird abführen lassen. Aber bevor es soweit ist, muss Yuri Kail finden – und wieder einmal endet die Story mit einem Cliffhanger.

Die Mischung aus heiter-romantischen Momenten der Ruhe, persönlichem Drama und spannenden Intrigen zieht Leserinnen ab 12 Jahre immer noch in den Bann, und wer der Geschichte bis hierher folgte, wird sich auch die letzten Bände nicht entgehen lassen. Chie Shinohara findet ständig neue Probleme, die ihre sympathischen Hauptfiguren bewältigen müssen, und Glück und Leid liegen stets nahe bei einander. Von daher darf man auch weiterhin gespannt sein, welche Überraschungen die Mangaka noch auf Lager hat. Die Illustrationen wirken etwas doujinshihaft, passen aber zur Geschichte. Vor allem die aufwändigen Hintergründe und Gewänder können überzeugen, während die spitzen Gesichter etwas gewöhnungsbedürftig sind.

Mag man Serien wie „In A Distant Time“, „Inu Yasha“ oder „Ab sofort Dämonenkönig!“ sollte man auch „Anatolia Story“ eine Chance geben. Die Handlung ist abwechslungsreich und packend, die historisch-phantastischen Reiche der Hethiter und Ägypter liefern eine interessante Kulisse, die Charaktere entwickeln sich weiter und lassen den Leser an ihrer Freude und Trauer teilhaben, die Zeichnungen sind gefällig. Was will man mehr?

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

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