Aschenbringer

Micky Neilson, Ludo Lullabi, Anthony Washington
Aschenbringer
Basierend auf dem Welterfolg „Wrath of the Lich King“

World of Warcraft Sonderband 2
PaniniComics Softcover, 124 Seiten
ISBN 978-3-86607-802-4
Enthält die Originalstorys: US-World of Warcraft: Ashbringer 1-4
Text: Micky Neilson
Zeichnungen:  Ludo Lullabi
Farben: Anthony Washington
Übersetzung: Mick Schnelle
Erschienen 2009

Im Krieg gegen die Orks gelangt Hochlord Alexandros Mograine – Hochlord der Silbernen Flamme – in den Besitz eines dunklen Kristalls, eines bösartigen Artefakts. Jahre später tobt erneut Krieg, diesmal gegen die Geißel, die mit ihren Armeen die Welt bedroht. Zu diesem Zeitpunkt gelingt es Mograine den Kristall mit Licht zu erfüllen und er lässt daraus ein Schwert schmieden, dass er Aschenbringer nennt. Mit dieser mächtigen Waffe gelingt es ihm endlich, der Geißel Paroli zu bieten.

Doch die Geißel hat einen Plan, um Alexandros Mograine trotzdem zu bezwingen. Sie verdirbt den Geist von Mograines Sohn Renault, der seinen Vater in eine Falle lockt und tötet. Dadurch entzweit sich die Silberne Flamme und es bilden sich zwei Fraktionen: Der Scharlachrote Kreuzzug und die Argentumdämmerung. Jede Seite folgt nun ihrem eigenen Weg.

Wie auch Renault, so wird auch  Alexandros‘ jüngerer Sohn Darion von Träumen und Visionen geplagt. Darion ahnt, dass sein Vater noch leben könnte. Mit Hilfe der Argentumdämmerung macht er sich auf, um die Seele Alexandros Mograines zu retten …

„Aschenbringer“ ist die Geschichte einer legendären Waffe und einer ebenso legendären Familie, die das Schicksal der Spielwelt nachhaltig beeinflusste. Im Comic wird nun erzählt wie das Schwert Aschenbringer entstand, wie die Silberne Flamme sich aufspaltete, woher die Todesritter kommen und was hinter dem Drama der Familie Mograine steckt.

Obwohl augenscheinlich ein normaler Fantasycomic der dem Kanon der Spielwelt folgt, gelingt es Texter Micky Neilson eine spannende Geschichte zu schreiben und mit Leben zu füllen. Der Konflikt zwischen Vater und Söhnen ist an Dramatik kaum zu übertreffen und steckt voller Menschlichkeit. Das Thema wird sehr gut umgesetzt und viele Leser dürften die Selbstzweifel Renaults, Alexandros‘ Liebe zu Darion und dessen Unglauben an Renaults Tat nachvollziehen können. Es ist das ewig Menschliche, das hier thematisiert wird. Und das macht die Geschichte unheimlich packend.

Aber auch das Ambiente gehört dazu. Sämtliche Ereignisse finden an Orten statt, die aus dem Online-Computerspiel „World of Warcraft“ bekannt sind. Ludo Lullabi gelingt es mit seinen Zeichnungen diese Orte auch visuell gekonnt einzufangen. Spieler werden sämtliche Gegenden schnell wiedererkennen, reine Comicleser durch die Pracht angesprochen werden. Lullabi gelingt es immerhin dynamische Bilder ebenso umzusetzen, wie Panoramen. Bei den Figuren gibt es keine halben Sachen und so stehen perfekt aussehende Leute im Mittelpunkt, die imposante Rüstungen tragen und in ihren Posen einfach eindrucksvoll wirken. Leider verliert Lullabi manchmal die Details, was vor allem in kleineren Panels zu bemerken ist, sobald er in die Totale geht. Da passiert es dem Zeichner nämlich schon mal, dass er ein Gesicht vollständig vergisst. Nun, so ein nichtssagender brauner Fleck hier und da hat ja auch etwas für sich – hätte aber keinesfalls sein müssen.

Für die Farben zeichnet sich Anthony Washington aus, der mehr als zehn Jahre Berufserfahrung einfließen lässt. Bei der Kolorierung eines „World of Warcraft“-Comics ist man natürlich stark eingeschränkt, muss man doch den Vorgaben des Computerspiels zu folgen. Und die Vorgaben erfüllt Washington perfekt. Auch hier fühlen sich Spieler sofort heimisch. Allen anderen Leuten dürfte der Stil ein wenig zu bunt, zu poppig sein. Allerdings nimmt sich Washington in den vielen Kampfsequenzen ein wenig zurück und versucht etwas dunkler zu werden, um der Ernsthaftigkeit der Situation gerecht zu bleiben – immerhin dreht es sich im Comic auch um Mord und Totschlag. Diese Mischung sieht sehr gut aus und behält trotzdem den gewohnten Computerspielanstrich. Washington hat hier eine runde Sache abgeliefert.

„Aschenbringer“ enthält als deutscher Sammelband die vier US-Ausgaben „Ashbringer“. Im Comic finden sich auch die entsprechenden US-Cover. Eine nette Dreingabe. Leider gibt es im Heft einige weiße Seiten. Hier wurde wohl der Seitenanordnung Rechnung getragen. Schade, die hätte man vielleicht auch füllen können.

Für die Übersetzung zeigt sich Mick Schnelle verantwortlich. Auch er hat gute Arbeit geleistet, gibt es keinen Ausreißer. Die Begrifflichkeiten sind hervorragend gewählt und entsprechen weitgehend der Vorlage.

Mit „Achenbringer“ wurde ein weiteres spannendes Kapitel gelungen aus der „World of Warcraft“ umgesetzt. Spieler kommen an dem Comic keinesfalls vorbei, für alle anderen bleibt eine gute Empfehlung.
(Günther Lietz)

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World of Warcraft Comic, Bd. 2, Aschenbringer

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