Asterix: Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist

René Goscinny & Albert Uderzo
Asterix: Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist

Comment Obelix est tombé dans la marmite du druide quand il était petit, Frankreich, 1989
Egmont Ehapa, Köln, 7. Auflage : 3/2009
HC-Album, Ehapa Comic Collection, Funny, Geschichte, Fantasy, 978-3-7704-3298-1, 36/1000
Aus dem Französischen von Michael F. Walz
Titel- und Innenillustrationn von Albert Uderzo
Foto von Paris Match

www.ehapa-comic-collection.de
http://de.asterix.com

Wer „Asterix“ liest, kennt natürlich den Running Gag, in dem angedeutet wird, dass Obelix nur so groß und stark geworden ist, weil er als kleines Kind in den Kessel mit Zaubertrank fiel – und darum bekommt er, anders als die übrigen Dorfbewohner, keinen Schluck ab, wenn eine große Keilerei mit den Römern ansteht. Die Geschichte dazu wurde in den Comic-Alben nie erzählt, so dass die Fans lange spekulieren durften, wie es zu diesem Unfall wohl gekommen ist.

Tatsächlich beschrieb René Goscinny diese Szene bereits 1965 in der Zeitschrift „Pilote 291“, die als Schwerpunkt der Woche die gallisch-römische Geschichte gewählt hatte, innerhalb der Einleitung zum Comic, in dem es um die Schlacht von Alesia ging (vermutlich „Asterix und der Avernerschild“).

Einige Jahre später stattete Uderzo diese Geschichte mit neuen Illustrationen aus, und sie wurde in Alben-Format jenen Lesern zugänglich gemacht, die sie noch nicht kannten. Das Resultat ist kein Comic sondern eine Erzählung im Stil illustrierter Kinderbücher, d. h., einem ganzseitigen Bild wurde ein kurzer Text gegenüber gestellt, Sprechblasen gibt es keine.

Der Vorfall wird aus der Sicht von Asterix erzählt, der damals – genauso wie Obelix und all die anderen, ausgenommen Majestix, Miraculix und Methusalix – etwa sechs Jahre alt war. Asterix beschreibt den kleinen Obelix als schüchternen, schwächlichen Jungen, der immer dem Spott der anderen ausgesetzt war und vermöbelt wurde. Als die Erwachsenen einmal nicht im Dorf sind, da sie Römer verprügeln, schleichen sich die beiden in das Haus von Miraculix, damit Obelix etwas von dem Zaubertrank trinken und sich durch die ungewohnte Kraft Respekt unter den anderen Kindern verschaffen kann. Miraculix kehrt jedoch zu früh heim, vor Schreck fällt Obelix in den Kessel und trinkt ihn leer. Alles Weitere ist bekannt…

Eigentlich weist die Story keine nennenswerten Überraschungen auf. Die jungen Charaktere geben sich so, wie man sie als Erwachsene kennt, und dass Obelix einst schüchtern und eher still war, kann man immer noch in vielen Szenen bemerken, vor allem wenn er verliebt ist. Interessant ist, dass die Eltern-Generation, die nie ein Thema war, Gesichter erhalten hat. Die Illustrationen sind farbig, detailreich und von gewohnter Qualität.

Gewiss, ein Highlight der Alben-Reihe „Asterix“ ist die Geschichte eher nicht, da sie bloß ein bekanntes Thema ausführt und nicht mit spektakulärem Wortwitz aufwartet. Trotzdem wird den Band, der die Serie ergänzt, kein Fan missen wollen – „Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist“ gehört einfach in jede Sammlung. (IS)

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