Bakuman 1

bakuman-1Tsugumi Ohba
Bakuman 1

Bakuman, Vol. 1, Japan, 2008
Tokyopop, Hamburg, 8/2009
TB, Manga, Drama, Comedy
ISBN 9783867197571
Aus dem Japanischen von Yuki Kowalski
Titelillustration und Zeichnungen von Takeshi Obata

www.tokyopop.de

Tsugumi Ohba und Takeshi Obata gelten seit ihrem Welterfolg „Death Note“ als Shooting Stars unter den japanischen Mangaka. Ihnen ist etwas gelungen, was nur wenige schaffen: durch eine spannende Geschichte nicht nur Leser im eigenen Land sondern auch im Westen zu fesseln und Lust auf mehr zu machen. Nach ihrer zweiten Serie „Blue Dragon“, die nach einem bekannten Videospiel entstand, wenden sie sich nun einem weitaus irdischeren Thema zu, das durchaus autobiographische Züge haben könnte.

„Bakuman“ erzählt die Geschichte zweiter Schüler, die sich von blutigen Anfängern zu einem Erfolgsteam hocharbeiten. Moritaka Mashiro kann zwar sehr gut zeichnen und hätte das Talent, auch mehr daraus zu machen, aber er plant nicht, sich wie sein Onkel auf das Wagnis einzulassen und Mangaka zu werden, sondern einen ganz normalen Lebensweg zu beschreiten. Doch das Schicksal will es anders. In Gestalt des aufgeweckten und manchmal etwas nervigen Akito Takagi, bekommt er jemanden an die Seite, der ihm ständig davon in den Ohren liegt, sein Leben doch nicht als langweiliger Angestellter in einer Firma zu vergeuden, sondern etwas aus seinem Talent zu machen.

Akito findet zumindest ein Argument, dass Moritaka auch nicht aus dem Sinn geht: Er wird seinen Schwarm Miho Azuki nur dann beeindrucken können, wenn aus ihm etwas Besonderes wird, denn sie stammt aus gutem Hause und wird sicher nicht nur einen einfachen Bürohengst haben wollen. Moritaka sucht Gegenargumente, doch die gehen ihm bald aus. Selbst als er Akito vom traurigen Schicksal seines Onkels erzählt, der zwar lange als Mangaka gearbeitet hat, aber nie wirklich glücklich geworden ist, wird es nicht besser, sondern eher schlimmer. Denn nach und nach entdecken die beiden, dass ihrer aller Leben viel enger miteinander verwoben ist, als sie dachten. Tatsächlich ist das Mädchen, für das Moritakas Onkel sich in das Abenteuer des Comiczeichnens gestürzt hat, keine andere als Mihos Mutter.

Mit leichter Feder, gewohnt dichter Atmosphäre und dem Blick für die kleinen aber feinen menschlichen Seiten ihrer Helden setzen Tsugumi Ohba und Takeshi Obata die Geschichte vom Werdegang zweier Mangaka in Szene und sparen dabei nicht mit Anspielungen auf eigene Serien, sich selbst und den Markt. Warmherzig, ein wenig humorvoll und vor allem realistisch zeigen sie, dass aller Anfang schwer ist, auch wenn die Verwandtschaft einem erstaunlicherweise keine Steine in den Weg legt, sondern auch noch mit allen Kräften unterstützt. Denn als sich die beiden Protagonisten an die Arbeit machen, merken sie, dass vieles doch nicht so einfach von der Hand geht, wie sie zunächst dachten. Das macht „Bakuman“ zu einem unterhaltsamen und interessanten Blick in die Welt der Manga-Zeichner. Zwei, die es wissen müssen, verschweigen nicht, was alles auf die Künstler zukommt, die einen solchen Weg anstreben. Sie plaudern aus dem Nähkästchen und vergessen dabei auch nicht, eine stimmungsvolle Geschichte zu erzählen.

Christel Scheja (CS)

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