Bendis Avengers – Graphic Novel

Brian Michael
Bendis Avengers – Graphic Novel

New Avengers Annual 1 + Avengers Annual 1
Marvel, USA 2011/12
Panini Comics, Stuttgart, 04/2013 HC
vollfarbige Graphic Novel im Comicformat auf Kunstdruckpapier
Superhelden, SF, Urban Fantasy, Action
ISBN 978-3-86201-604-4
Aus dem Amerikanischen von Michael Strittmatter
Titelillustration und Zeichnungen von Gabriele Dell’Otto

www.paninicomics.de
www.jinxworld.com
www.dellotto.it

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Stellen die Avengers einen Schutz für die Menschheit dar – oder eher eine Bedrohung? Katastrophen wie „M-Day“, „Civil War“, die Schaffung von unerbittlichen Menschenfeinden oder manipulierbaren Superhelden wie Ultron und Sentry haben viel Leid über Unbeteiligte gebracht, und die involvierten Avengers wurden selten zur Verantwortung gezogen. Wonder Man war schon vieles: Filmstar, Schurke, Held, tot, wiederauferstanden. Zusammen mit den Revengers, die er um sich scharen konnte, greift er das Hauptquartier seiner Freunde an und will dadurch ein Zeichen setzen, um Gehör zu finden – das der Avengers und vor allem das der Öffentlichkeit, die gar nicht weiß, in welcher Gefahr sie sich zeitweilig befindet. Dank des Überraschungseffekts geht Wonder Mans Plan zunächst auf, doch dann formieren sich die Avengers neu und schlagen zurück …

Ist man ehrlich, dann hat diese Geschichte keine wirkliche Handlung. Wonder Man als Hauptfigur versucht, Zweifel in seinen Kollegen zu wecken, ob ihr Handeln wirklich immer richtig ist, denn in Krisenzeiten setzen sie sich über alle Instanzen hinweg, und es gibt niemanden, der sie aufhalten oder für Fehler bestrafen könnte (erinnert frappierend an die Macht US-amerikanischer paramilitärischer Organisationen und aktuell an die Geheimdienste, die selbst ‚befreundete Nationen und Verbündete‘ ausspähen, welche als ‚Nicht-Amerikaner‘ so gut wie keine Rechte haben). Dass er Gewalt anwendet, um Aufmerksamkeit zu erlangen, sorgt zwar für einige dynamische Szenen, doch Spannung will dabei nicht aufkommen. Außerdem heiligt der Zweck nun mal nicht alle Mittel, so dass sich Wonder Man, obwohl er Positives bewirken will, ins Unrecht setzt. Infolgedessen sehen die Avengers ihn und seine Helfer als fehlgeleitete Aggressoren, die gestoppt werden müssen. Eine Aufklärung der Öffentlichkeit wird verhindert; stattdessen schüren alle Aktionen nur das allgemeine Misstrauen gegenüber den Superwesen. Es finden kein Dialog statt, kein Umdenken, die fragile Situation wird bloß verschärft. Damit hat Wonder Man zwar nicht erreicht, was er bewirken wollte, doch scheint er halbwegs zufrieden zu sein.

Allerdings geht es in diesem Band weniger um die Story von Brian Michael Bendis („Sam & Twitch“, „Ultimate Spider-Man“, „Star Trek: Deep Space Nine“ etc.) als um die aufwändig gemalten Illustrationen von Gabriele Dell’Otto, der seine Karriere u. a. als Cover-Zeichner für den europäischen Markt von Marvel und DC begann und schon bald größere Aufträge erhielt („X- Force: Sex & Violence“, „Secret War“, „Spider-Man, der Avenger“ usw.). Die Bilder sind auch wirklich prächtig, realistisch und dynamisch, die Panels abwechslungsreich gesetzt. Das Cover ist repräsentativ für den Inhalt. Ergänzt wird der Band durch Skizzen, ausgeführte und (teils) getuschte Zeichnungen.

Auch wenn die Story hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt und der Schwerpunkt auf den Illustrationen liegt, so stellt die aufwändig erstellte Graphic Novel ein schönes Sammlerstück dar, das sich Marvel-Fans nicht entgehen lassen sollten.

Copyright © 2013 by Salzmann, Irene (IS)

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