Blick der Bestie

Yasuki Tanaka
Blick der Bestie

Hitomi no Catoblepas, Japan, 2007
Carlsen Manga, Hamburg, 2/2009
TB, Manga, Horror, Action, Comedy
ISBN 9783551784575
Aus dem Japanischen von Antje Bockel
www.carlsenmanga.de

Tokio Shimura ist das 21. Oberhaupt eines Clans, der seit Generationen die Stadt Keito beschützt und Yoma bekämpft. Um gegen die bösen Dämonen bestehen zu können, ging er einen Vertrag mit dem Yoma Catoblepas ein, der seither in Tokios linkem Auge wohnt und erscheint, sobald er gerufen wird. Dank Catoblepas vermag Tokio für unbelebte Dinge die Zeit anzuhalten und mit seinem Blick sogar zu töten.

Nachdem Tokio die Schülerin Miiko Kishida vor einigen Yoma retten konnte, folgt ihm das Mädchen aus Neugierde und erfährt schließlich seine Geschichte. Schon bald wird Miiko in die Kämpfe hinein gezogen, an denen auch die Anführer zweier weiterer Clans beteiligt sind: Kazuto Hosomi und Michiru Kuramochi.

Die Gegner der Yoma-Jäger werden immer gefährlicher, und einer belegt Miiko mit einem tödlichen Fluch. Ihre einzige Hoffnung sind die heilenden Fähigkeiten von Michiru, die gerade erst ihr Amt übernommen hat und ihre Kräfte erst entwickeln muss. Doch der Feind schickt bereits die nächsten Angreifer aus. Offensichtlich steckt Tokios älterer Bruder hinter all dem Unheil…

Mit „Blick der Bestie“ offeriert Carlsen ein umfangreiches Taschenbuch mit mehr als vierhundert Seiten zum kleinen Preis von knapp zehn Euro. So etwas nimmt man gern mit, vor allem, wenn der Band ein abgeschlossenes Abenteuer verspricht.

Allerdings – und das findet man erst nach der Lektüre heraus – ist die Geschichte nicht wirklich zu Ende. Yasuki Tanaka konnte nicht alle Ideen realisieren, bevor die Serie aus dem „Weekly Shonen Jump“ gestrichen wurde. Der Manga beinhaltet zwar alle vorhandenen Episoden und eine Bonus-Story, die den Anfang von „Blick der Bestie“ leicht verändert noch einmal erzählt, aber die Handlung bricht mitten drin ab, wobei sich der Künstler um ein einigermaßen akzeptables und vorläufiges Finale bemühte.

In Folge bleiben viele Fragen offen: Wieso ließ sich Tokios älterer Bruder auf die andere Seite ziehen? Wer repräsentiert den vierten Clan, der bislang nicht aktiv wurde? Können Tokio und seine Freunde den Kampf gegen Shikyo und Tokihito für sich entscheiden? Wird Tokios Auge heilen? Und, und, und…

Ansonsten bietet der Manga alles, was man von einem „Shonen Jump“-Titel erwartet: mutige Helden, bizarre Gegner, actionreiche Kämpfe, ein Hauch japanische Mythologie, etwas Klamauk und hübsche Mädchen, die ihren Platz kennen und sich von den Jungen retten lassen, ohne dass es gleich zu einer Romanze kommt. Das spricht ein männliches Publikum zwischen 12 und 16 Jahren an, während Leserinnen nur bedingt Spaß an der Story haben, da die Rollen der Protagonistinnen sehr klischeehaft sind und der Humor mit dem kleinen Holzhammer kommt.

Die Illustrationen sind klar, dynamisch und sehr gefällig, die sympathischen Charaktere überzeugen, aber man sollte skurril aussehende Gegner und Kampftechniken akzeptieren können. Dankenswerterweise gibt es kaum superdeformierte Abbildungen.

„Blick der Bestie“ wendet sich an die (männlichen) Fans von Serien wie „Buso Renkin“, „D.Gray-Man“, „Bleach“ etc. Die Story ist spannend, interessant und unterhaltsam – schade nur, dass Yasuki Tanaka die Serie nicht zu einem runden Abschluss bringen konnte. (IS)

Titel bei Amazon.de:
Blick der Bestie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.