Bokura Ga Ita 8

Yuuki Obata
Bokura Ga Ita 8

EMA, Köln, 8/2008, Japan, 2005
TB, Manga, Romance, Drama, 978-3-7704-6885-0, 188/600
Aus dem Japanischen von Rie Kasai
www.manganet.de
www.betsucomi.shogakukan.co.jp/bokura/
www.bokuragaita.com/
www.mxtv.co.jp/bokura/

(sfbentry)

Nanami und Yano sind verliebt ineinander. Ihre Beziehung wird überschattet vom Tod von Yanos früherer Freundin und dem One-Night-Stand, den er mit deren Schwester hatte. Yuri liebt ihn noch immer und will ihn nicht aufgeben, obwohl er nicht mehr frei ist. Die Schuld an den regelmäßigen Missverständnissen sucht Nanami bei sich selber, denn Yano tut wenig, um ihre Ängste zu mindern und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Schließlich wollen sie es noch einmal probieren, und erneut tritt Takeuchi, der schon lange tiefe Gefühle für Nanami hegt, beiseite. Er wünscht ihr von Herzen, dass sie glücklich wird, selbst wenn sie einen anderen wählt – aber er verspricht, für sie da zu sein, falls Yano sie erneut enttäuscht. Und das scheint schon bald der Fall zu sein:

Yanos Mutter plant, sich scheiden zu lassen und nach Tokyo zu ziehen. Ihr Job bringt kaum genug ein, dass sie sich selbst über Wasser halten kann, und doch soll Yano zurück bleiben und die Schule beenden; das notwendige Geld will sie ihm schicken. Natürlich hört Yano die unausgesprochene Bitte, sie zu begleiten. Yano zögert, bis Nanami ihm zuredet, dass er seine Mutter nicht allein lassen darf. Nanami will auf Yano warten und ihn auf der Universität wieder sehen. Im Innern fürchtet sie um die gemeinsame Zukunft und hofft, dass er sich trotz ihrer vernünftigen Worte zum Bleiben entschließt…

Die naive Nanami und der undurchschaubare Yano haben es nicht leicht miteinander. Obwohl sie es nicht wollen, verletzen sie einander immer wieder durch Misstrauen und unglückliche Umstände. So auch jetzt wieder: Yano muss sich entscheiden, ob er mit seiner kränkelnden Mutter die Stadt verlässt, um für sie da zu sein, oder ob er bei Nanami bleibt, damit ihre Liebe eine Zukunft hat.

Sein Entschluss kommt nicht unerwartet. Nanami drängte ihn sogar dazu, zeigte Verständnis, denn es ist die richtige Wahl in dieser Situation, doch gleichzeitig ist sie traurig darüber, allein zurück zu bleiben. Ihre Hoffnungen gelten dem Wiedersehen, wenn sie beide die Universität besuchen. Die letzten Seiten geben Auskunft darüber, ob sich der Wunsch erfüllt – und liefern gleichzeitig einen kleinen Cliffhanger, der die Leserinnen gespannt auf den nächsten Band warten lässt: Was ist in den Jahren, die seit dem Abschied vergangen sind, passiert?

„Bokura Ga Ita“ ist ein stiller Manga, der in zarten Bildern erzählt, wie aus Teenagern junge Erwachsene werden, die Entscheidungen treffen müssen, die ihr weiteres Leben prägen. Sie begehen Fehler, die sich nicht korrigieren lassen, und müssen sich mit den Konsequenzen arrangieren. Dabei stehen Freundschaft und Liebe und die Suche nach dem wahren Glück im Mittelpunkt. Ernsthaft befasst sich die Mangaka mit den Problemen ihrer Protagonisten, die für das Publikum leicht nachzuvollziehen sind, kennt man doch Ähnliches. Patentlösungen bietet sie nicht, denn jeder muss seine Erfahrungen selbst machen und mit dem Leben klar kommen.

Man sympathisiert mit Nanami, deren Verhalten nicht immer für das westliche Publikum verständlich ist, denn sie hat die traditionelle Rolle der duldenden, sich aufopfernden Freundin oder Frau inne, die als japanisches Ideal gilt. Dass sie wie so viele Leidensgenossinnen fast an dem zerbricht, was ihr zugemutet wird, geht jedem zu Herzen.

Natürlich leidet auch Yano, aber er hat und nimmt sich doch mehr Freiheiten. Man gesteht ihm durchaus zu, dass er korrekt handelt, wenn es notwendig ist, aber die Konsequenzen bekommt stets Nanami zu spüren, und er ist für sie nicht die Schulter zum Anlehnen, die sie bräuchte. Prompt wünscht man, dass sich Nanami dem netten, geduldigen Takeuchi zuwendet, der sie auf Händen tragen würde.

Nun, die Serie ist noch nicht abgeschlossen, obwohl der nächste Band auf sich warten lässt, und es wird gewiss eine Menge passieren, bis alle offenen Fragen beantwortet sind.

„Bokura Ga Ita“ wendet sich an Leserinnen ab 13 Jahren, die tragische Liebesgeschichten mögen, die sich ernsthaft und realistisch mit den Problemen Jugendlicher auseinandersetzen. Auch das reifere männliche Publikum dürfte dem Titel etwas abgewinnen können. Zielgruppe sind die Fans von Oneshots und Reihen wie „Cry out for Love“, „Sweet & Sensitive“ oder „Crazy Love Story“. (IS)

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