Call of Duty – Modern Warfare 2: Ghost

David Lapham / Kevin West
Band 1: Ghost
Call of Duty – Modern Warfare 2

Panini Comics, 2010
ISBN 978-3-86201-018-9
Paperback, Comic, Krieg, Militär, Terrorismus
Übersetzer: Bernd Kronsbein
Mit einer Einleitung von Matthias Korn
Umfang: 146 Seiten vollfarbige Graphic Novel
Cover: Federico Dallocchio & Jonny Rench

www.paninicomics.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Werbetext:

Dies ist die spektakuläre Geschichte des Ex-SAS-Manns Simon Riley, der später unter dem Namen Ghost bei der Task Force 141 einsteigen wird. Am Anfang der Geschichte kriegt Ghost mächtig Schläge, denn er wurde von Terroristen gefangen genommen, die eine Schule in der Ukraine in ihre Gewalt gebracht haben. Zwischen ein paar Hieben mit dem Gewehrkolben erzählt er den finsteren Gesellen seine blutige Lebensgeschichte. Und die beginnt beim berühmten Tag der Toten in Mexiko …

Rezension:

Ghost ist der erste Teil einer 6-teiligen Miniserie, die für den US-amerikanischen WildStorm-Verlag entstand. Gerüchten zufolge soll der Protagonist Ghost ein eigenes Computerspiel erhalten.

Ist es die Regel, dass Könner der zeichnenden Zunft beeindruckende Bilder/Cover erschaffen und beim Käufer damit eine hohe Erwartungshaltung und Hoffnung erzeugen, die der Inhalt dann nicht erfüllen kann? Sind die besagten Künstler schon so teuer, dass man die Innenseiten von schwächeren – sprich billigeren – Zeichnern ausarbeiten lässt? Ja, ist es! Leider.

Bei sehr, sehr vielen Comics wird  die eigentliche Grafikarbeit, das Skizzieren der Szene, der Bildaufbau – also der Teil, der die Bezeichnung Kunst verdient – von Könnern erledigt. Die einfacheren, banalen Arbeiten, z.B. das Ausfüllen mit Farben von weniger begabten Zeichnern. Und so sind diese Arbeiten auch konsequent separat aufgeführten Zeichnern zugeordnet.

Der Autor von „Ghost“, David Lapham, begann seine Karriere als Zeichner und wurde dafür auch ausgezeichnet. Für den vorliegenden Band 1 der Miniserie steht er auch als Zeichner, zusammen mit Kevin West, auf dem Umschlag. Doch das tolle Titelbild – und mehrere weitere am Schluss der Geschichte – stammen aus der Zeichenfeder von Federico Dallocchio & Jonny Rench. Und der Qualitätsunterschied zwischen Aussen und Innen ist schlichtweg nur mit … gravierend zu bezeichnen.

Die Gesichter der vorwiegend männlichen Charaktere sind monotypisch und ihre Mienen so oberflächlich ausgearbeitet, dass man kaum individuelle Merkmale erkennen kann (siehe Anwesenheits-Check des Einsatztrupps). Und ein männlicher Sixpack, das zwei senkrecht verlaufende Muskelstränge aufweist, anstelle eben biologisch korrekt waagerechten Muskeln, habe ich auch noch nicht gesehen (siehe Szene, in der Simon Riley lebendig begraben wird). All dies ist mehr als schwach, ja schon beinahe schlampig, zu Papier gebracht worden.

Und trotzdem reißt die Geschichte ein wenig heraus. Aber leider nur ein wenig. Denn im Prinzip wird nichts geboten, was man nicht schon in zig Filmen, Romanen und Comic-Stories gesehen hat. Für die Fans des Computer-Spiels Call of Duty vielleicht ein Teil, das man haben muss. Wenn sie nicht zurückzucken vor dem stolzen Preis von fast 17,– €.

Copyright © 2010 by Werner Karl

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