Cherry Juice

Haruka Fukushima
Cherry Juice – Sammelband 1

(sfbentry)
Cherry Juice Vol. 1 + 2, Japan, 2004/05
Carlsen Manga, Hamburg, 08/2010
TB, Manga, Romance, Comedy
ISBN 978-3-551-78025-6
Aus dem Japanischen von Maria Römer

www.carlsenmanga.de
http://harenokuni.blog57.fc2.com/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Haruka Fukushima wurde an einem 12. April in der Präfektur Okayama, Japan geboren. 1999 debütierte sie mit „Sakuranbo Kissu“ und schuf seither Serien wie „AAA“, „Orange Planet“ und „Kleines Biest“. Ihre Titel sind an junge Leserinnen zwischen 12 und 15 Jahre adressiert, die humorige Romanzen im Schüler-Milieu schätzen, bei denen der Spaß-Faktor an erster Stelle rangiert.

Otome Hasakis Vater heiratet ein zweites Mal, und die neue Mutter bringt einen Sohn mit in die Ehe. Minami ist bloß drei Tage jünger als seine ‚große Schwester„ und vom ersten Moment an nervig. Besonders schlimm ist es, seit die Geschwister ein Zimmer miteinander teilen müssen, weil die Großmutter wegen eines Rückenleidens vorrübergehend zu ihnen zog. Peinliche Momente bleiben unter diesen Umständen nicht aus. Aber zum Glück hat Otome Amane, Minamis Freund, der ihr heimlicher Schwarm ist und ihr überraschend seine Gefühle gesteht. Seltsamerweise scheint Minami das überhaupt nicht zu gefallen. Nicht nur stört er die beiden bei jeder sich bietenden Gelegenheit, er bandelt außerdem mit Kasumi an – und plötzlich keimt in Otome die Eifersucht. Sie möchte ihren Bruder nicht verlieren, Amane, der sich etwas zurückzieht, aber auch nicht.

Obwohl sogar die Freundinnen Otome zusetzen, dass sie sich für einen von beiden entscheiden muss, begreift sie immer noch nicht, was in ihr selber vorgeht. Sie liebt Amane, kann sich ihm aber nicht ganz öffnen, weil sie an Minami denken muss. Aber Minami ist doch ihr Bruder! Die Geschichte ist nicht neu: Ein Mädchen steht zwischen zwei Jungen und kann sich nicht entscheiden, weil sie sich nicht über ihre eigenen Gefühle klar wird, während für alle anderen offensichtlich ist, wem ihr Herz in Wirklichkeit gehört. Dass Otome und Minami Geschwister sind, ist nur bedingt eine Hürde für ihre Liebe, schließlich sind sie nicht blutsverwandt, doch schwingt so ein Hauch Inzest mit – ein beliebtes Motiv, das man z. B. auch aus „Saiyuki“, „Angel Sanctuary“ oder „Marmalade Boy“ kennt -, und das gemeinsame Zimmer bringt die beiden im Wechsel in romantische und peinliche Situationen.

Das Hin und Her der Geschwister macht den Schwerpunkt aus. In kleinen Episoden kommen sie sich näher, dann passiert etwas, die glückliche Stimmung kippt, und sie driften wieder auseinander bis zum nächsten Mal. Amane und Kasumi nehmen lediglich untergeordnete Rollen ein, und die anderen Schüler sind kaum mehr als Statisten. Schon das lässt aufmerksamen Leserinnen ahnen, wie die Geschichte ausgehen mag. Allerdings bleiben bis dahin noch zwei Bände bzw. der zweite Sammelband, der gewiss noch einige Überraschungen und kurios-lustige Momente bieten wird. Die Zeichnungen sind zart, fast schon skizzenhaft und gehen allein bei der verspielten Kleidung ins Detail. Hintergründe werden oft nur angedeutet oder großzügig mit Rasterfolien erstellt.

Die Figuren weisen – ‚typisch shojo„ – das Kindchenschema auf, haben riesige Augen und üppiges Haar, tragen modische Kleidung mit vielen Accessoires. Der Stil ähnelt ein wenig dem von Nana Haruta („Chocolate Cosmos“), Arina Tanemura („Kamikaze Kaito Jeanne“) oder Natsumi Ando („Arisa“). Junge Mädchen, die erst wenige romantische Mangas gelesen haben, werden von der quirligen Story und den sympathischen Charakteren angesprochen, doch für das reifere Publikum ist „Cherry Juice“ schon etwas zu aufgedreht und naiv. Darum sollte man vor der Kaufentscheidung ein wenig in dem Band blättern, um sicher zu gehen, ob der Titel die Erwartungen erfüllt.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.