Chrome Breaker 2

Chaco Abeno
Chrome Breaker 2

EMA, Köln, 10/2008, Japan, 2007
TB, Manga, Horror, 978-3-7704-6922-2, 194/650
Aus dem Japanischen von Costa Caspary
www.manganet.de

Die Waise Akira Nagisa trägt auf der Brust ein kreuzförmiges Mal, das viele glauben lässt, sie sei die wiedergeborene Maria. Als Dämonen Akira entführen wollen, zeigt sie, dass sie tatsächlich über eine besondere Kraft verfügt.

Um sie besser beschützen zu können, bringen Angehörige einer Spezialeinheit des Vatikans Akira und ihre beiden bisherigen Wächter Seishiro Amakusa und Chrome Takagi in das verborgene Dorf Crimci-River. Obwohl dort nur Menschen leben, die der Kirche treu ergeben sind, begegnet so mancher Akira mit Skepsis. Ist das unscheinbare, tollpatschige Mädchen wirklich die Reinkarnation Marias?

Wenig später wird eine Gruppe Exorzisten von Dämonen attackiert. Während Chrome und einige andere die Kameraden zu retten versuchen, wird Akira entführt. Bis Chrome den Trick durchschaut hat und Akira zu Hilfe eilt, streute sein Bruder Mamoru eine gefährliche Saat: Auch die Dämonen interessieren sich für Maria und wollen sie beschützen. Akiras Vorgängerin, die zu mächtig war, wurde auf Befehl der Kirchenmänner getötet – und dieses Schicksal haben sie auch Akira zugedacht…

„Chrome Breaker 2“ knüpft nahtlos an die Ereignisse im vorherigen Band an. Die Protagonisten befinden sich nun an einem geheimen Ort, werden dort aber schon bald von ihren Feinden aufgespürt. Während eines Ablenkungsmanövers gelingt es einem von ihnen, bis zu Akira vorzudringen und sie zu entführen. Die Retter kommen zu spät – denn das Mädchen befindet sich längst auf einem Luftschiff der Takagi-Gruppe. Von Mamoru, der sich als Chromes jüngerer Bruder zu erkennen gibt, erfährt Akira über sich und die frühere wiedergeborene Maria Dinge, die sie niemals geahnt hätte. Aber kann man Dämonen vertrauen? Akira beschließt, die Wahrheit herauszufinden und gegebenenfalls das ihr zugedachte tragische Schicksal auf sich zu nehmen, wenn das Gottes Wille ist.

Die Motive der antagonistischen Gruppen – Kirche und Dämonen – werden nach der Lektüre dieser Episode nicht wirklich klarer. Beide wollen die Reinkarnation Marias auf ihrer Seite wissen und sie beschützen. Nachdem die Dämonen mehrmals grausam zuschlugen, betrachtete man sie automatisch als ‚die Bösen’, doch Mamorus Worte lassen Zweifel daran aufkommen, dass wirklich alles so ist, wie es scheint. Tatsächlich ist auch die kirchliche Armee nicht zimperlich, und wenn es stimmt, dass Akira geopfert werden soll, macht das die Institution nicht besser als ihre Gegner. Wer neugierig geworden ist, wird mit Akira zusammen nachforschen müssen, was wahr und gelogen ist.

Bei den Charakteren handelt es sich weitgehend um Teenager und um einzelne Erwachsene in Nebenrollen, die sich kaum weniger kindisch benehmen. Ihr Klamauk sorgt für etwas Auflockerung zwischen den Action-Szenen. Obwohl sich alles um Akira dreht, bleibt sie blass, da sie sehr unsicher ist, alles über sich ergehen lässt und kaum mehr Worte in den Mund gelegt bekommt als Häää?, was auf Dauer sehr nervt. Titelheld Chrome gibt sich schweigsam und hat die meisten Handlungsanteile. Wieder wird ein wenig mehr von seinem Geheimnis preisgegeben: Er ist ein Dämon im Dienst der Kirche, doch wenn er das Siegel, das seine Kräfte verschließt, noch dreimal öffnet, wird das zu seinem Ende führen. Seishiro und die anderen bleiben im Hintergrund zugunsten Mamorus, der einen persönlichen Groll gegenüber seinem Bruder hegt.

Die Illustrationen sind düster und im Gothic-Stil gehalten. Während Gebäude und Gewänder oft sehr detailreich und realistisch gezeichnet sind, wirken die Figuren cartoonhaft und steif. Am besten vergleichen lassen sich die Bilder mit den Zeichnungen in Titeln wie „Jing – King of Bandits“, „Mad Love Chase“ oder „D.Gray-Man“.

Die Serie gefällt vor allem jungen Lesern ab 13 Jahren, auch wenn einige Szenen recht grausam sind, denn Klamauk und Action sind wichtiger als Charakterentwicklung. Zickige Teenager, die die Erwachsenen alt aussehen lassen, werden auch nur von dieser Altersgruppe akzeptiert. Das reifere Publikum, das sich von Themen, die der Bestseller „Sakrileg“ vorgegeben hat, angesprochen fühlt, ist besser beraten mit Reihen wie „Trinity Blood“, „Priest“ oder „Rebirth“. (IS)

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