Cimmeria

conanTimothy Truman, Robert E. Howard
Cimmeria
Conan 12

Conan the Cimmerian 0 – 7, USA, 2008/09
Panini Comics, Stuttgart, 03/2010
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat auf Kunstdruckpapier, Fantasy
ISBN 978-3-86607-956-4
Aus dem Amerikanischen von Michael Strittmatter
Titelillustration von Tomás Giorello, Frank Cho & Joe Kubert
Zeichnungen von Tomas Giorello & Richard Corben, Ernie Chan, Farben von José Villarruiba

www.paninicomics.de
www.timothytruman.com/
www.conan.com/
http://lambiek.net/artists/g/giorello_tomas.htm
www.libertymeadows.com/
www.kubertsworld.com/
www.corbenstudios.com/
www.erniechan.com/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Nach vielen Abenteuern in den fernen Ländern des Ostens verspürt Conan Heimweh und reist zurück in den kalten, dunklen Norden. Nachdem er von einer Gruppe Vanir angegriffen und verletzt wurde, kümmert sich ein mysteriöser Alter um seine Wunden. Er erzählt sogar eine Geschichte über Connacht, Conans Großvater, die dieser einst seinem Enkel anvertraute. Conan ist sofort klar, dass der Alte kein gewöhnlicher Einsiedler ist und etwas von ihm will. Immer wieder werden Erinnerungen an Connacht wach gerufen, der Conan sehr ähnlich und doch ganz anders war. Auch der Ahn durchwanderte fremde Länder, liebte schöne Frauen, stahl Schätze, kämpfte als Söldner und half so manches Mal Menschen in Not, wodurch er oft selber in Schwierigkeiten geriet. Als ihn schließlich die Sehnsucht nach der Heimat übermannte, blieb er.

Doch dann trennen sich die Wege von Conan und dem Alten, bevor das Rätsel gänzlich gelöst wird. Conan verdrängt die Gedanken daran sehr schnell, als er Caollan begegnet, seiner ersten Liebe. Sie ist auf der Flucht vor den Aesir, deren Häuptling Wulfere sie nicht heiraten kann, da sie ein Kind von Brecan erwartet, dem Sohn des Anführers der nördlichen Cimmerier. Allerdings hatte dieser den Sohn Wulferes erschlagen, und die Vermählung mit Caollan sollte den gefährdeten Frieden zwischen den Stämmen sichern. Nach all den Jahren erwachen zwischen Conan und Caollan erneut tiefe Gefühle. Gemeinsam stellen sich beide den Verfolgern und versuchen, ihr Heimatdorf zu erreichen. Wenn sie es schaffen, ob dann auch Conan wie sein Großvater bleiben wird?

Robert E. Howard schuf einst das Gedicht „Cimmeria“, das der Heimat seiner populärsten Figur Conan gewidmet war. Dem Comic-Autor Timothy Truman lieferte es den Aufhänger für eine achtteilige, in sich abgeschlossene „Cimmeria“-Saga, die im verschneiten Norden angesiedelt ist und schildert, wie der Titelheld seinem Heimweh nachgibt, um sein Dorf und die Menschen, die er schätzt, wieder zu sehen.

Die Handlung läuft auf zwei Ebenen ab: In der Gegenwart begleitet man Conan auf seiner gefährlichen Heimreise. Immer wieder wird er in Kämpfe verwickelt, da ein einsamer Wanderer umherziehenden Kriegern als leichte Beute erscheint, er seiner einstigen Jugendliebe beistehen möchte und Verrat aus Freunden Feinde macht. Aber er begegnet auch Aufrichtigkeit, Treue und Ehrgefühl. Parallel dazu wird in die Vergangenheit geblickt und die Geschichte von Connacht beleuchtet, die sich kaum von der Conans unterscheidet. Beide Männer weisen viel Ähnlichkeit auf, vor allem was ihre Abenteuerlust und ihren Wunsch, Ungerechtigkeiten zu ahnden, betrifft. Connachts Handeln rettete ein Leben – und das wurde nicht vergessen, es wird sogar zum Bindeglied beider Handlungsstränge.

Diese unterscheiden sich auch optisch voneinander. Tomás Giorello zeichnete die „Conan“-Story realistisch, sehr aufwändig und stimmungsvoll. Die Connacht-Einschübe von Richard Corben wirken comichafter, düsterer, archaischer. Interessant ist auch die Namensgebung: Vanir – Vanen, Aesir – Asen, Connacht – Nachkommen von Conn, die auf die germanischen Götter- und keltischen Heldengeschlechter, auf untergegangene, sagenhafte Reiche wie Shem etc. anspielen. Alles in allem bietet „Conan 12“ ein spannendes Abenteuer in der Tradition der originalen Erzählungen R. E. Howards und überrascht durch eine sehr komplexe Handlung auf zwei Ebenen, die geschickt mit einander verwoben sind, und tiefer gehende Charakter-Analysen. Dennoch kommen auch die Sword & Sorcery-Freunde nicht zu kurz, da Conan und Connacht viele Gefahren und Kämpfe überstehen müssen.

Die Zeichnungen gefallen, vor allem die von Tomás Giorello. Auch die Gestaltung des Bandes vermag zu überzeugen: Paperback mit Klappbroschur, Kunstdruckpapier, als Extras eine Cover-Galerie und Informationen zu den Künstlern. Der Preis von knapp EUR 20 für fast 200 Seiten ist angemessen. Schön ist zudem, dass man ein abgeschlossenes Abenteuer bekommt, für das man keine Vorkenntnisse mitbringen muss. Ein Top-Band, der alle „Conan“- und Fantasy-Fans rundum erfreut!

Copyright 2010 © by Irene Salzmann (IS)

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