Claymore 1

Norihiro Yagi
Claymore 1

Japan, 2001
Tokyopop. Hamburg, 8/2008
TB, Dark Fantasy, Action, 978-3-86719-387-0, 188/650
Aus dem Japanischen von Daniel Büchner
www.tokyopop.de
http://mj.shueisha.co.jp/claymore/
www.j-claymore.com/top.html
www.ntv.co.jp/claymore/

Ein Yoma hat schon mehrere Bewohner von Rakis Dorf getötet, so dass der Dorfvorsteher eine Claymore kommen lässt, die das Monster vernichten soll. Einerseits sind die Menschen froh, dass sie bald nicht mehr in Angst und Schrecken leben müssen, andererseits fürchten sie die Claymore fast genauso sehr wie die Yoma.

Als das junge Mädchen Clare auftaucht, ist Raki überrascht. Die ‚silberäugige Hexe’ hat er sich ganz anders vorgestellt. Wie erschreckend sie sein kann, erfährt er jedoch schon bald, denn sie entlarvt den Yoma, der sich die ganze Zeit mitten unter ihnen befand und in die Rolle einer Person geschlüpft war, die Raki nahe stand.

Nachdem der Junge seinen Schock verdaut hat, hält ihn nichts mehr in seiner Heimat. Er folgt Clare, die bereits den nächsten Auftrag erhalten hat. Es ist allerdings jemand anderes, der ihn vor dem Verdursten bewahrt – und benutzen will, um Clare eine Falle zu stellen…

„Claymore“ erscheint seit 2001 in der Manga-Anthologie „Shonen Jump“. Mittlerweile liegen in Japan 15 Tankobons vor und ein Anime mit 26 Episoden.

Die Handlung spielt in einer mittelalterlichen Welt, in der die Menschen von monströsen Wesen, den Yoma, bedroht werden. Diese ernähren sich von ihren Opfern, vermögen sogar deren Erinnerungen und ihre Gestalt anzunehmen und sich so unerkannt unter ihnen aufzuhalten. Die einzigen Wesen, die die Yoma bekämpfen können, sind die Claymore, weibliche Mensch-Yoma-Hybriden. Meist handelt es sich um Überlebende eines Massakers, die sich zu Kämpfern ausbilden ließen, um andere vor demselben Schicksal zu bewahren. Sie sind hochintelligent, besitzen übermenschliche Kräfte – doch eines Tages müssen sie den Tribut für dieses Leben bezahlen: Wenn der Yoma in ihnen erwacht, bitten sie eine Gefährtin, sie zu töten, bevor sie selbst zum Monster werden.

Zusammen mit dem Jungen Raki taucht der Leser in eine gefährliche, düstere Welt ein. Nachdem er seine Familie verlor, schließt er sich der Claymore Clare an, die die Toten in seinen Augen rächte. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, aus dem er bei ihr bleiben möchte. Anders als die meisten Menschen blickt er hinter Clares abweisende Fassade und sieht ein ganz normales Mädchen mit traumatischer Vergangenheit, das ein Anrecht auf Freundschaft und Glück hat.

Nach und nach bringt Raki Clare dazu, sich ihm zu öffnen. Sie behält ihn sogar bei sich, obwohl er ein Risiko darstellt, da er kein Kämpfer ist und als Geisel gegen sie verwandt werden kann. Auf diese Weise erfährt man mehr über die Geschichte der Yoma, der Claymore und Clares. Schnell wird deutlich, dass weniger die Kämpfe gegen die Yoma als um die eigene Menschlichkeit im Vordergrund stehen, denn die Claymore müssen stets ihre dämonische Hälfte unter Kontrolle halten, wissend, dass sie früher oder später verlieren werden.

Die Charaktere wahren eine gewisse Distanz zum Leser und sind nicht wirklich sympathisch, obwohl ihr hartes Los zur Anteilnahme einlädt. Harte Kämpfe und splattrige Szenen sorgen für die Art von Spannung, wie sie von der Zielgruppe bevorzugt wird. Dazwischen gestreut werden die Informationen und ruhigere Momente. Klare, manchmal dynamische und detailreiche Illustrationen runden ab.

„Claymore“ wendet sich in erster Linie an Jungen ab 12 Jahren, die aktionreiche Dark Fantasy im Stil von „World of Warcraft“ oder „Chonchu“ mögen. (IS)

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