CSI: NY 04 – Blutiger Mord

csi-ny-04-blutiger-mordMax Allan Collins
CSI: NY 04 – Blutiger Mord

CSI: NY – Bloody Murder, USA, 2006
Panini Comics, Stuttgart, 3/2007
PB, vollfarbige Graphic Novel im Comicformat, Krimi
ISBN
9783866073753
Aus dem Amerikanischen von Helga Parmitter
Titelfotos von CBS Photo/Robert Voets
Zeichnungen von Steven Perkins & J. K. Woodward

www.paninicomics.de
www.maxallancollins.com/
www.stevenperkinsart.com/

Eine junge Frau wird brutal ermordet im Park aufgefunden. Augenzeugen erzählen von einer Kreatur, die wolfsähnlich ausgesehen hat, sich aber wie ein Mensch verhielt. Man findet einen Pfotenabdruck, der zu einem Wolf gehört, und Blutspuren, die in den New Yorker Untergrund führen. War es die Tat eines Werwolfs – oder doch wieder allzu menschliche Grausamkeit? Und welche Rolle spielen die Obdachlosen, die sich um einen charismatischen Führer organisiert haben?

Was überaus interessant sein könnte – die Kombination von Krimi und Mythen bietet unendlichen Spielraum -, verliert leider durch unschönen Erzählstil und grabentiefe Logiklöcher. Immer dann, wenn es wirklich spannend zu werden droht, kommt der allwissende Erzähler daher und informiert den Leser, ob der nun will oder nicht, in epischer Breite über Werwölfe. Ein bisschen Hintergrundwissen schadet zwar nicht, aber warum doziert nicht einer der gelehrten Protagonisten? Aufgeteilt in knackige Dialoge hätte es deutlich mehr Spaß gemacht. Verschwommene, wenig schöne Bilder geben ein Übriges, um den Lesespaß zu mindern, aber es sind am Ende doch die Logikfehler, die wirklich schmerzen: Z. B. dass beim Auffinden der Leiche standhaft behauptet wird, diese Frau kann nur dort, und zwar genau dort, getötet worden sein. Überall Blut, v. a. arterielles Blut in rauen Mengen. Am Ende ist sie aber ganz woanders umgebracht worden, wo sich dann ebenfalls massig Blut findet, und die Ermittlerin verkündet: Also deshalb war so wenig Blut am Tatort.

Charon, der Anführer der Obdachlosen, findet Wolfskopf und Fell in einer Mülltonne. Mag sein. Aber woher hatten seine Kumpels dann plötzlich auch alle Felle? Einer der Obdachlosen quetscht sich die Hand, als er zu schnell den Kanaldeckel schließen will. Mag sein. Aber warum war dann Fell zu finden? Das hatte er schließlich nicht um die Hand gewickelt. Und warum blutet er anschließend so stark, dass die Ermittler schon glauben, sie würden sich dem wahren Tatort nähern? Dazu müsste er schon mindestens einen offenen Bruch erlitten haben, was mit einem kleinen Stoffwickel um die Wunde nicht erledigt wäre. Wie kann einer der Ermittler eine winzige, weggeworfene Wolfspfote finden? New York ist verdammt groß. Dazu kommt noch unlogisches Verhalten des Täters.

Um ein halbes Stündchen Bahnfahrt zu überbrücken, ist dieser Comic durchaus geeignet, aber anspruchsvolle Unterhaltung auf einem Niveau, wie man es von dieser Serie gewohnt ist, braucht man nicht zu erwarten. (alea)

Titel bei Amazon.de:
CSI: NY 04 – Blutiger Mord

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.