Daffodil, die Vampiragentin

Frédéric „Brrémaud” Brémaud
Daffodil, die Vampiragentin (Addio-Colonnello, Nosferatu, Das Monster)
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(sfbentry)
Addio-Colonnello, Nosferatu, Le Monstre, Frankreich, 2004 – 2007
Dani Books, Groß-Gerau, 05/2013
PB, Comic, Horror/Mystery, Fantasy
ISBN 978-3-944077-33-8
Titelillustration und Zeichnungen von Giovanni Rigano
Aus dem Französischen von Gerd Syllwasschy
Leseempfehlung: Ab 15 Jahre!
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www.danibooks.de
http://riganogiovanni.blogspot.de/
https://www.facebook.com/RIGANO.GIOVANNI.art

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„Addio-Colonnello“:
Der Vampir Nosferatu war einst das siebte Mitglied des ehrwürdigen Vampirrats, das sich für ein friedliches Zusammenleben von Menschen und Vampiren ausspricht. Doch Nosferatu wurde zum Verräter, sammelte eine Schar ergebene Anhänger um sich und startet nun einen überraschenden Angriff auf die Menschen der abgelegenen Hafenstadt Addio-Colonnello. Der Vampirrat fürchtet eine Eskalation und sendet seine Exekutive, die Agentinnen Daffodil, Globuline und Achilles nach Addio-Colonello. In der Stadt angekommen werden die Vampirinnen Zeugen eines Gemetzels, doch Nosferatu selbst ist nicht aufzufinden. Welches Ziel verfolgt der abtrünnige Vampir?

„Nosferatu“:
Jerk, heute Commodore bei der Polizei von Addio-Colonnello, arbeitete sein Leben lang darauf hin, den Dämon La Luz zu beschwören und gefangen zu setzten, um von ihr Macht und Unsterblichkeit zu erlangen. Mit ihrer verbleibenden Macht, hat die geschwächte La Luz Nosferatu nach Addio-Colonello gerufen, um sie aus Jerks Gefangenschaft zu befreien. Die Vampiragentinnen Daffodil, Globuline und Achilles finden sich plötzlich zwischen allen Fronten wieder.

„Das Monster“:
Der Vampirrat schickt Daffodil, Globuline und Achilles zum Schloss des Grafen Berlusk, der in seinen Wäldern verbotenerweise Menschen reißt. Berlusks Diener unterrichtet die Agentinnen, dass der Graf dem Wahnsinn verfallen sei und hinter den Morden im Umland steckt, er aber auch seit Wochen verschwunden ist. Die Agentinnen trauen dem Diener nicht und verfolgen ihn, als er das Schloss verlässt, bis zu einer Kirche, in der etwas Unvorstellbares vor sich geht.

Mit „Daffodil“ legt der noch recht junge Dani Books Verlag eine Gesamtausgabe der bisher dreibändigen Abenteuer um die gleichnamige Vampiragentin und ihre Kolleginnen vor. Im Original sind diese bereits zwischen 2004 und 2007 erschienen, 2010 verlegte Marvel (!) die US-Ausgaben. Mutet der Zeichenstil zunächst kindgerecht und stellenweise sogar putzig an, fällt doch sehr bald auf, dass das empfohlene Mindestlesealter von 15 Jahre nicht aus der Luft gegriffen ist. Nicht nur Nosferatu und seine Schergen gehen brutal zu Werke, auch die „Heldinnen“ selbst stellt Autor Brrémaud („Katzen!“) nicht als die strahlenden Ritterinnen dar, die man vielleicht erwartet. Tatsächlich hat nur Daffodil selbst so etwas wie ein Gewissen und teilt die Ansichten des Vampirrats. Globuline dagegen ist einfältig und damit die Unschuld des Agententriumvirats. Achilles ist die Hitzige und Skrupellose der Drei. Sie pfeift ganz offen auf den Frieden mit den Menschen und wird oft nur von Daffodil im Zaum gehalten. Damit sind Daffodil und ihre Kolleginnen am ehesten so eine Art Söldner im Auftrag des Vampirrats.

Dennoch gibt es besonders in den ersten beiden Teilen, die eine zusammenhängende Geschichte bilden, viele komische Elemente wie einen Jungen, der selbst gerne ein Vampir wäre und den drei Agentinnen, angetan mit einem Umhang und falschen Zähnen und sehr zum Verdruss seiner Eltern, nicht mehr von der Seite weicht.

„Das Monster“ nimmt sich wesentlich düsterer aus, was schon mit der Location in einem Schloss und dem umgebenden Wald einhergeht. Im Verlauf der Episode spielt noch ein  skurriler Zirkus eine Rolle. Das Rätsel um den Verbleib des Grafen Berlusk gipfelt schließlich in einer gnadenlosen Psycho-Folter-Nummer, die für Kinder absolut ungeeignet ist.

Deutlich konträr zu den stellenweise brutalen und blutigen Szenen sind die charmanten Zeichnungen in einer Mischung aus Manga- und frankobelgischem Stil deutlich cartoonhaft angelegt, so dass „Daffdil“ eine Art düstere Version von „Monster Allergy“ darstellt. Auffällig ist, dass sich der Stil von Zeichner Giovanni Rigano zwar nicht grundsätzlich ändert, sich aber sichtlich entwickelt. Schon in „Nosferatu“ sind gegenüber „Addio Colonnello“ (übrigens auch der Titel eines Stückes von Ennio Morricone aus „Für ein oaar Dollar mehr“) die Hintergründe deutlich detaillierter ausgeführt. Für „Das Monster“ hat Rigano seinen Stil nochmals angepasst. Er zeigt sich hier schroffer, erwachsener, ohne die vorherigen Manga-Einflüsse und komplett ohne drollige ‚Sidekicks‘. Die Bilder wirken außerdem weicher und leicht verwaschen.

Als Bonusmaterial ist ein Interview mit Giovanni Rigano („Artemis Fowl“-Comic) enthalten, der sein Handwerk im Disney-Konzern gelernt hat. Außerdem eine 46 (!) seitige Galerie „The Art of Daffodil“, die Studien, Skizzen, unkolorierte und ungetuschte Seiten und ganzseitige „Daffodil“-Motive zeigt. Teilweise sogar eindeutig erotischer Natur bis hin zu Daffodil in Bondage-Posen. Dani Books bietet außerdem jedem Käufer, der seinen Kaufnachweis einsendet ,eine kostenlose Digital Copy des Heftes an.

Ungewöhnlicher Mix aus Vampir-Action-Cartoon mit teilweise harmlos-drolligen Figurendesign und brutalen Szenen, die die Leseempfehlung ab 15 Jahre rechtfertigen.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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