Das Beste aus den Welten von Dungeons & Dragons 1

Keith Baker, Nick Schley, Neil Kleid, Jeremy Roberts, Rafael Kayanan, Javier Aranda, Chris Lie
Das Beste aus den Welten von Dungeons & Dragons 1

Das Beste aus den Welten von Dungeons & Dragons Band 1
Panini Comics Softcover
144 Seiten; ISBN 9783866077409
Erscheinungstermin: 03/2009
Vorlagen: R. A. Salvatore, Margaret Weis, Tracy Hickman, Keith Baker
Skript: Nick Schley, Neil Kleid
Zeichnungen: Jeremy Roberts, Rafael Kayanan, Javier Aranda, Chris Lie
Farben: Lovern Kindzierski, Chris Summers, Rob Ruffolo
Übersetzung: Oliver Hoffmann, Astrid Mosler
www.paninicomics.de

„Das Beste aus den Welten von Dungeons & Dragons“ beinhaltet drei kurze Comicstorys, die jeweils eine der großen Fantasywelten aus der Reihe „Dungeons & Dragons“ zum Thema haben.

Vergessene Reiche: Das dunkle Spiegelbild

Drizzt Do’Urden ist ein Ausnahmeheld, denn er ist ein guter Drow. Als er nach Silbrigmond gerufen wird, verlässt er seine Kameraden für eine Weile. Unterwegs trifft er auf eine Gruppe Dörfler, die von Orks und Ogern überfallen wurden. Drizzt bietet seine Hilfe an und gemeinsam stellen sie die räuberische Monsterbande. Aber scheinbar ist die Sache komplizierter als gedacht, denn ein Teil der Beute ist ein Goblin namens Nojheim, der im Dorf als Sklave gehalten wird. Für Drizzt beginnen nun die Probleme …

Obwohl auch in dieser Geschichte blutige Kämpfe und harte Action im Mittelpunkt stehen, dreht sich alles um Moral und Anstand. In „Das dunkle Spiegelbild“ wird eine Episode aus dem Leben des Drow erzählt, in der er eine wichtige Erkenntnis hatte und die wegweisend für sein zukünftiges Leben wurde.

Das Skript von Nick Schley ist gut geschrieben und von Rafael Kayanan hervorragend in Bilder umgesetzt. Dabei kommt vor allem der gedeckte, körnige Stil besonders zum Tragen, der die Düsternis der Geschichte um einiges steigert. Mit leicht verschwommenem Strich unterlegt Kayanan die Bedrohlichkeit der Situation und kann sich ganz auf die passenden Farben von Lovern Kindzierski verlassen.

Drachenlanze: Das Vermächtnis

In „Das Vermächtnis“ dreht sich alles um Palin, den Neffen des berühmten Magiers Rastlin, der einst eine Göttin herausforderte. Palin spürt den dunklen Ruf seine Onkels und stellt sich ihm in den Mauern eines alten Magierturms. Raistlin versucht dort Palin auf die Seite des Bösen zu bewegen  und zieht dabei alle Register.Was für einen Weg wird Palin einschlagen …?

Diese Geschichte ist eher klassisch gehalten und sehr episodenhaft, sie ist gar die schwächste Erzählung dieser Trilogie. Die Vorlage ist sehr linear und auch das Skript von Neil Kleid bleibt somit vorhersehbar. Da es keine großartigen Actionsequenzen gibt, kommt Zeichner  Javier Aranda auch kaum in Fahrt. Im Gegenteil, er beweist hier kein Auge fürs Detail und so wirken viele der Bilder ein wenig armselig. In Verbindung mit den bunten Farben von Chris Summers ergibt sich somit durchschnittliche Massenware – weder gut noch schlecht.

Eberron: Das Auge des Wolfs

Aus der Feder von Keith Baker und von ihm auch als Skript umgesetzt, kommt „Das Auge des Wolfs“ daher. Die Geschichte spielt auf der Fantasywelt Eberron und erzählt von der Soldatin Graukell, die ihre Heimat einst in einer magischen Katastrophe verlor.

Angesprochen von einem alten Kameraden, erinnert sich Graukell an die Ereignisse im Letzten Krieg, an die letzten Tage, an mächtige Feinde und an ihr Schicksal …

Eberron ist eine sehr fantastische Welt, in der magiebetriebene Technologie im Vordergrund steht und einem an jeder Ecke kleine Wunder begegnen. Der Letzte Krieg liegt nur wenige Jahre zurück und die Narben sind alle noch recht frisch. In diesem spannenden Szenario spielt die spannende Geschichte Graukells, die voller Überraschungen steckt.

Chris Lie hat das Skript hervorragend in Bilder umgesetzt. Seine Zeichnungen sind sehr ausdrucksstark und detailliert, fangen die schmutzige und raue Atmosphäre gelungen ein. Ob nun ruhige Szenen oder dynamische Kämpfe, beides wirkt überzeugend und griffig. Leider schlagen die Farben von Rob Ruffolo einen etwas anderen Weg ein. Sie sind zwar gut gewählt, lassen die Bilder aber manchmal etwas schwammig und unscharf wirken, vor allem bei magischen Effekten, wenn die Farben beinahe lieblos über die Risslinien gepinselt wirken, ohne eine eigene Struktur aufzuweisen.

Insgesamt bekommt der Leser mit „ Das Beste aus den Welten von Dungeons & Dragons“ eine  Sammlung an Comicgeschichten, die einen guten Startpunkt bilden, um sich mit den verschiedenen Welten des „Dungeons & Dragons“-Universums ein wenig vertraut zu machen. Stärkste Geschichte  in Wort und Bild ist eindeutig „Das dunkle Spiegelbild“, dicht gefolgt von „Das Auge des Wolfs“ und etwas abgeschlagen dann „Das Vermächtnis“. Im Schnitt also – trotz einiger Schwächen – eine runde Sache.
(Günther Lietz)

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Dungeons & Dragons, Bd. 1

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