Das Feuer der Zeit

Christophe Aeleston & Dominique Latil (Text), Thierry Labrosse (Zeichnungen), Didier Arpin (Farben)
Das Feuer der Zeit
Morea 3

(sfbentry)
Moréa: Le feu du tempes, Frankreich, 02/2004
Splitter Verlag, Bielefeld, 10/2008
HC-Album, Comic, SF, Fantasy
ISBN 978-3-939823-92-6
Aus dem Französischen von Tanja Krämling
Titelgestaltung von Dirk Schulz unter Verwendung eines Motivs von Thierry Labrosse

www.splitter-verlag.de
www.askell.com/
www.lanfeust.com/
www.latil.org/latil_divers.htm
www.thierrylabrosse.com/
http://didierarpin.blogspot.com/
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Gegen Ende des 21. Jahrhunderts befindet sich die Erde fest in der Hand gigantischer Konzerne. Einer davon ist die DWC, dank der Kuba zu einer der führenden Wirtschaftsmächte zählt. Nachdem der Clan der Doloniacs, der die DWC kontrollierte, durch Attentate bis auf eine junge Sekretärin namens Morea ausgelöscht wurde, stieg diese überraschend zur neuen Chefin auf. Sie ist aber noch sehr viel mehr als eine schnell lernende Geschäftsfrau – nämlich ein Drache und als solcher in einen uralten Konflikt involviert. Während Wesen von Moreas Art für eine blühende Zukunft eintreten, wollen die Engel Düsternis über die Erde bringen. Ausgerechnet diesen skrupellosen Feinden fällt Morea in die Hände und wird auf eine Orbitalstation entführt.

Um dem Geheimnis der Drachen um ihre Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, wird Morea grausamen Tests unterzogen: Sobald sie das Bewusstsein erlangt, tötet man sie durch einen gezielten Kopfschuss und beobachtet den Heilungsprozess. Morea weiß schon nicht mehr, wie oft sie auf diese Weise gestorben ist zurückkehrte, als es ihr gelingt, die Peiniger zu überwältigen. Aber wohin kann sie fliehen? Um sie herum sind die Engel und nichts als der Weltraum. Unterdessen rangeln die drei Morea unterstellten Direktoren, die über den angeblichen Tod ihrer Chefin informiert wurden, um die Führungsposition innerhalb der DWC. Gegen den Willen von zwei der potentiellen Nachfolger startet Ritter Terkio, ein Drache und der Einzige, dem Morea vertrauen kann, einen verzweifelten Befreiungsversuch, denn er ist davon überzeugt, dass sein Schützling noch lebt.

Nachdem im ersten Band, „Das Blut der Engel“, der auf sechs Alben angelegten „Morea“-Serie das Setting, die Hauptfiguren und der zugrunde liegende Konflikt vorgestellt wurden, erfuhr man im zweiten Teil, „Das Rückgrat des Drachens“, durch ein konkretes Beispiel, wie sehr sich die Welt in knapp einhundert Jahren im Vergleich zu bekannten Begebenheiten verändert hat und wie weit die Engel zu gehen bereit sind, um ihre Pläne zu realisieren. An diesem Punkt setzt „Das Feuer der Zeit“ als dritte Episode die Handlung nahtlos fort, und es empfiehlt sich, die vorherigen Bände gelesen zu haben, damit man weiß, worum es überhaupt geht. Zwar wurden bislang nur vage Informationen gegeben, doch ist es notwendig, mit dem Hintergrund und den Problemen der Akteure vertraut zu sein. Dass eine Lektüre sowieso viel mehr Spaß macht, wenn man alle Teile in der richtigen Reihenfolge liest, versteht sich von selbst. Diesmal kommt die Story ein gutes Stück weiter, denn nicht nur wird enthüllt, wo sich die Engel verbergen, sondern auch warum sie geheime Forschungsergebnisse der DWC gestohlen haben (Bd. 2). Ihre Pläne sehen noch viel Schlimmeres für die Menschheit vor, als zu befürchten war.

Auch die Direktoren des Unternehmens, die hoffen, nun an Moreas Stelle treten zu können, legen ihre Karten auf den Tisch, wenngleich es hier keine großen Überraschungen gibt. Die Frage ist eher, wer überlebt die Intrigen, bis Morea wieder da ist? Falls sie überhaupt zurück kommt … Wofür Terkio Sorge tragen will. Ohne dass er und Morea etwas davon ahnen, braut sich immer mehr Unheil zusammen, es gibt weitere Brennpunkte auf der Erde, und noch viele Fragen harren einer Antwort. Es scheint, als habe Terkio Morea nicht alles über die Drachen und ihren ewigen Kampf erzählt, und auch die Engel haben viel Wissen verloren. Man darf auf weitere Enthüllungen gespannt sein und darauf, wie Morea das, was sie zuletzt erfahren hat, nutzen wird. Erneut wurden zwar einige Rätsel gelöst, doch gleichzeitig stellten sich weitere Fragen. Der arlestonsche Humor kommt etwas zu kurz, dafür erreicht die Spannung einen neuen Höhepunkt.

Die grausamen Experimente der Engel verdeutlichen, dass man mit diesem Gegner kein Mitleid zu haben braucht – aber war es wirklich nötig, die Titelheldin mehrmals durch Kopfschüsse zu ermorden und dies zu zeigen? Dass sie fliehen kann – nackt! -, mildert diese Szenen keineswegs ab, wenngleich sich männlichen Lesern ein erfreulicher Anblick bietet, zumal die Illustrationen von Thierry Labrosse sehr ansprechend sind. Man mag der Ansicht sein, weniger wäre hier mehr gewesen, aber das ist, wie vieles, Geschmacksache. Alles in allem ist „Morea“ ein packendes SF-Abenteuer mit einer guten Dosis Erotik und einer kleineren Prise Humor, das sich an ein reiferes Publikum wendet. Genre-Fans werden bestens unterhalten.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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