Das Geisterschiff

das-geisterschiffHenk Kuijpers
Das Geisterschiff
Franka 3

De terugkeer van de noorderzon, Niederlande, 1978
EPSILON Verlag, Pinneberg, 05/2002
SC-Album, Comic, Krimi, Funny
ISBN 978-3-932578-14-4
Aus dem Holländischen von Sabine Dorscheid
Titelillustration von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Franka, Jarko, Kommissar Nordwind und sein Hund Barsch haben einst geholfen, das paradiesische Ozeanaqua von einem Diktator zu befreien (Bd. 1). Anlässlich des Jahrestags der Revolution lädt Präsident Argos Attak die Mitarbeiter des Kriminalmuseums als Ehrengäste zu den Feierlichkeiten ein. Die vier ahnen nicht, dass sie einen geheimen Verfolger haben, dem ihr Kommen überhaupt nicht recht ist. Er befürchtet, dass sie seine Pläne stören könnten und beobachtet mit Argwohn, wie sie unbeschwerte Urlaubstage genießen – ein Trick, ganz sicher. Als unerwartet ein Geisterschiff mit Teufeln an Bord auftaucht und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt, beginnt Franka zu ermitteln, denn der Heimathafen der ‚Nordlicht’ ist zufälligerweise Groterdam. Das örtliche Kriminalmuseum wartet tatsächlich mit interessanten Informationen über das vor Jahren verschollene Schiff auf. Die Spuren führen nach Amerika, zu der reichen Witwe eines Reeders. Zwar kann Franka aufklären, wie der Spuk funktioniert, nicht aber, was dahinter steckt.

Der dritte Band aus der Serie „Franka“ knüpft an die Ereignisse des ersten Albums an. Man muss dieses und auch das zweite jedoch nicht gelesen haben, um der Handlung folgen zu können. Kenner der Serie genießen natürlich gelegentliche Aha-Effekte. Titelheldin Franke entwickelte sich am Ende des ersten Abenteuers zur Hauptfigur, löste danach einen Kriminalfall ohne ihre alten Freunde und mit Hilfe neuer Bekannter, ist diesmal aber wieder Sekretärin des Kriminalmuseums, wenngleich Jarko, Kommissar Nordwind und Bartsch lediglich die Rollen von Statisten innehaben. Wie schon zuvor kann man die Geschichte grob in drei Abschnitte untergliedern, die nahtlos in einander übergehen: Zunächst werden die Gäste aus den Niederlanden von einem Unbekannten beobachtet. Dieser hat offenbar etwas mit dem Geisterschiff zu tun, dessen Auftauchen Franka veranlasst, Nachforschungen anzustellen. Durch diese gerät sie in Lebensgefahr, lässt sich aber nicht abhalten, einen Teil des großen Geheimnisses zu lösen.

Auf eben „Das Geheimnis der Nordwind“ folgt ein weiterer Band, „Ein teuflischer Plan“ (die Carlsen-Titel, 1989/90), der sicher aufgedeckt wird und verrät, wer die Drahtzieher sind und welche Pläne sie verfolgen. Im Epsilon Verlag, der die Serie aktuell publiziert, wurden die Bände in „Das Geisterschiff“ und „Die Rache des Frachters“ umbenannt. Man hat bei der Lektüre das Gefühl, als habe sich die Handlung etwas verselbständigt, denn Franka findet nur wenig durch direkte Recherche heraus; stattdessen schiebt Henk Kuijpers sehr viele und ausführliche Erklärungen nach. Das wirkt recht konstruiert und statisch, die Lebendigkeit und das rasante Tempo einer Verfolgungsjagd, die Spannung, wenn die einzelnen Puzzlestücke nach und nach an die richtigen Stellen fallen, fehlen. Selbst der Humor wirkt müde, da z. B. Jarkos Rede als Running Gag und die Anspielungen auf Bd. 1 nicht zünden. Die Illustrationen sind gewohnt detailreich und ergänzen die Handlung. Kleine stilistische Veränderungen und Unregelmäßigkeiten fallen auf. Es ist, als habe der Künstler unter Zeitdruck gearbeitet oder experimentiert und als wäre er mit dem Thema nicht ganz glücklich gewesen.

Als Fan der Serie wird man den Band nicht missen wollen. Vielleicht klappt es in der Fortsetzung wieder besser! Quereinsteiger könnten etwas enttäuscht sein, da die Geschichte die genannten kleinen Mängel aufweist und nicht abgeschlossen ist.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.