Das Kriminalmuseum

das-kriminalmuseumHenk Kuijpers
Das Kriminalmuseum
Franka 1

Het misdaadmuseum, Niederlande, 1981 (1974/75)
EPSILON Verlag, Pinneberg, 11/2000
SC-Album, Comic, Krimi, Funny
ISBN 9783932578076
Aus dem Holländischen von Mark O. Fischer
Titelillustration von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Der Niederländer Henk Kuijpers (Jahrgang 1946) studierte Soziologie, beschloss aber nach Beendigung seines Studiums, Comic-Zeichner zu werden. „Franka“ ist seine bekannteste Serie. Sie erschien zunächst bei Carlsen und wird aktuell von EPSILON herausgegeben.

„Das Kriminalmuseum“ ist das erste Abenteuer der Titelheldin, die damals noch eine Nebenfigur war. Da der Comic bei den Lesern sehr gut ankam und der Künstler um eine Fortsetzung gebeten wurde, entschied er sich, die weiteren Geschichten auf die toughe Franka zuzuschneiden. Das Konzept, eine actionreiche und witzige Serie mit einer hübschen und pfiffigen Protagonistin zu entwickeln, ging auf – wie auch bei Roger Leloups „Yoko Tsuno“. Frankas Abenteuer wurden schon bald ins Französische übersetzt und im renommierten „Spirou“-Magazin abgedruckt.

Der Tag, an dem Jarko Jansen seine neue Stelle im Kriminalmuseum antritt, steht nicht gerade unter einem glücklichen Stern, denn es schüttet, er gerät in die Falle eines ‚historischen Strafmittels’ und erfährt, wie Bandscheiben schädigend der Außendienst sein kann. Dann aber vermag er seinem Chef, Kommissar Adler Nordwind, den entscheidenden Hinweis geben, der den wahren Dieb überführt, der aus dem Haus des Jagdaufsehers die Lohngelder gestohlen hat. Das Pech wiederholt sich am nächsten Tag, denn der angebliche Regisseur nutzt Jarkos Ratschläge für ein Krimi-Drehbuch, um nach dieser Anleitung einen Einbruch zu begehen und einen hohen Geldbetrag zu stehlen. Zufälligerweise entdeckt die Sekretärin Franka, welche weiteren Pläne der Dieb verfolgt. Jarko, Franka und Barsch, die Bulldogge des Kommissars, lassen sich nicht mehr abschütteln, und so hat der Täter keine andere Wahl, als die drei unbequemen Zeugen zu betäuben und an Bord seines Wasserflugzeugs mitzunehmen. Als die Entführten wieder zu sich kommen, stellt sich ihr Gegenspieler als der ehemalige Finanzminister von Oceanaqua vor, der nur ein Ziel kennt: sein Land von einem Diktator zu befreien, der kürzlich die Macht an sich gerissen hat. Franka, Jarko und Barsch versprechen, den Revolutionären zu helfen …

Man merkt diesem ersten Band an, dass Henk Kuijpers mehrere kleine Ideen zusammensetzte und erst zum Ende hin ein klares Konzept entwickelte. Die Geschichte hat zudem keine konkrete Hauptfigur, denn Jarko verliert ab etwa der Mitte seine Handlungsanteile immer mehr an Franka, auch wenn seine Pechsträhne zum Zünglein an der Waage wird. Was der Künstler an Struktur, Charakterentwicklung und nachvollziehbaren Zusammenhängen noch missen lässt, macht er durch Anspielungen (z. B. auf „Tim und Struppi“) und Wortwitz weg. Er mag zwar kein René Goscinny oder Scotch Arleston sein, sein Humor ist ein anderer, aber man schmunzelt immer wieder, besonders über die vielen Schlösser des Kriminalmuseums.

Die Zeichnungen sind klar, sehr detailreich und mitunter recht textlastig. Der Letterer nutzt fast immer die gesamte Sprechblase für die sehr klein und eng geschriebenen Erklärungen und Dialoge aus. „Franka 1“ hat noch nicht viel mit den späteren Bänden der Serie gemein, aber die Titelfigur hat bereits ihr Aussehen gefunden, und man kann erahnen, wie viel Potenzial in ihr steckt. In Folge darf man sehr gespannt sein, wie es weiter gehen wird.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

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