Death Note – Another Note: Die BB-Mordserie von Los Angeles

Nisio Isin
Death Note – Another Note: Die BB-Mordserie von Los Angeles

Death Note Light Novel 1
Death Note – Another Note: Los Angeles BB Renzoku Satsujin Jiken, Japan, 2006
Tokyopop, Hamburg, 5/2008
HC mit Silberprägung und Schutzumschlag, Light Novel, Mystery-Krimi, 978-386719-471-9, 236/1600
Aus dem Japanischen von Jens Ossa
Titelillustration, Zeichnungen und Originalgeschichte von Tsugumi Ohba & Takeshi Obata
1 Farbseite
www.tokyopop.de
http://jump.shueisha.co.jp/deathnote/
www.ntv.co.jp/deathnote/
http://deathnote.viz.com/
www.deathnote.com.au/

„Death Note” hat sich, ähnlich wie in anderen westlichen Ländern, auch in Deutschland zu einem Verkaufsschlager gemausert. Die Serie scheint mit ihrer düsteren Mischung aus Mystery, Krimi und einem Schuss Horror genau den Nerv der jungen Leser getroffen zu haben. Denn es geht nicht gerade sanft und freundlich in den Geschichten zu.

Die Mangas stellten Light Yagami in den Mittelpunkt, der durch das Notizbuch eines Totengottes die Macht über Leben und Sterben verliehen bekommt. Anstatt das Geschenk abzulehnen, nachdem er erkannt hat, was er damit anstellen kann, lässt er sich von der Macht korrumpieren und schwingt sich zum Richter aus eigenen Gnaden auf. Er hat es erst einmal auf Kriminelle abgesehen, die seiner Meinung nach für ihre Verbrechen den Tod verdienen. Später kommen auch Polizisten und Agenten der Geheimdienste dazu, die ihm auf die Spur kommen.

Sein größter Gegenspieler wird der geheimnisvolle L, ein Privatermittler, der allein durch überragende Intelligenz, seine Kombinationsgabe und seine Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen, schon andere knifflige Fälle gelöst hat.

Um einen davon dreht sich die Light Novel „Death Note – Another Note: Die BB-Mordserie von Los Angeles”. Eine Mordserie erschüttert die Stadt, die das ermittelnde Policedepartment vor unlösbare Probleme stellt. Nach welchem Muster tötet der Killer, der kurz nacheinander drei Menschen auf ziemlich bestialische Weise umbringt und immer wieder Spuren hinterlässt? Welches kranke Gehirn ist in der Stadt der Engel unterwegs und sucht nach neuen Opfern?

Die junge FBI-Agentin Naomi Misora bekommt die Berichte der Medien nur zum Teil mit. Sie hat immer noch schwer daran zu knacken, dass ihr Kollege und Geliebter Raye Pember in Japan von dem skrupellosen Serienmörder Kira getötet wurde und sie nicht an diesen heran kam. Anstatt sie in die Ermittlungen weiter mit einzubeziehen, nachdem sie einen Alleingang wagte, wurde sie nun vom Dienst suspendiert.

Doch unversehens wird sie in den Fall gezogen, als sie ein geheimnisvoller Mann, der sich nur L nennt, kontaktiert und sie bittet, ihn bei den Ermittlungen in der BB-Mordserie zu helfen. Sie soll sich für ihn die Tatorte genauer ansehen, er habe bereits das Nötige in die Wege geleitet.

Da sie ohnehin nicht weiß, was sie mit sich anfangen soll, nimmt Naomi das Angebot an, nicht ahnend, dass sie sich selbst in tödliche Gefahr bringt, da der Serienkiller mehr als wachsam ist.

Die Light Novel enthält all das, was auch den Manga ausmacht – eine kompromisslose Mordserie, die irgendwie keinen Sinn zu ergeben scheint, einen skrupellosen Killer, der, um sein Ziel zu erreichen, buchstäblich über Leichen geht, und immer wieder Andeutungen, das nicht alles einen irdischen Ursprung hat. Die auch im Manga auftauchenden Figuren Naomi und L verhalten sich genau so, wie man sie kennt. Sie versuchen, die Rätsel zu lösen, die ihnen der Täter hinterlässt, um einen weiteren Mord zu verhindern, nicht ahnend, dass sie sich auf ein perfides Spiel eingelassen haben.

Zwar wirken die meisten Erklärungen eher hanebüchen und an den Haaren herbei gezogen als wirklich glaubwürdig und realistisch, klingen wie der kläglich missratene Versuch, wirkliche Meisterdetektive wie Sherlock Holmes nachzuahmen, aber die Geschichte besitzt doch einige spannende Wendungen, die man so nicht hat kommen sehen und die den Leser bei der Stange halten. Auch das Ende ist durchaus passend. Was auf Dauer allerdings ein wenig ermüdend wirkt, sind die ständigen Beteuerungen, was für ein ‚toller’ Ermittler L doch sei. Diese Art von Heldenverehrung wird in der westlichen Hemisphäre wesentlich subtiler durchgeführt.

Auf jeden Fall werden Fans der Serie mehr als zufrieden gestellt. Nicht nur der Inhalt ist zu hundert Prozent „Death Note“, auch die Aufmachung kann sich mehr als sehen lassen. Die Buchdeckel sind mit Leinen überzogen und mit Silberprägung von Titel und Ornament versehen. Der Schutzumschlag geht nur über drei Viertel der Fläche und bildet durch seinen Schwarz-Weiß-Kontrast eine graphische Einheit. Für das Buch wurde innen eine Schriftart gewählt, die alten Schreibmaschinentypen entspricht, um die Atmosphäre zu vertiefen. Illustrationen sind allerdings weniger zu finden. Bis auf eine Farbtafel, die Portraits der Helden des Buchs zeigt, sind nur die Kapitel mit Ornamenten im Negativdruck versehen.

„Death Note – Another Note: Die BB-Mordserie von Los Angeles” ist vor allem ein Geschenk an die Fans der Manga-Serie, da man schon einige Bände der Reihe kennen muss, um entsprechende Andeutungen in der Geschichte und die Handlungsweise der Figuren zu verstehen. Aber wenn man ohnehin von der Mystery-Saga fasziniert ist, wird man das edel aufgemachte Buch auch nicht missen wollen. (CS)

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