Der böse Prinz

der-bose-prinzBill Willingham & Matthew Sturges
Jack of Fables 3: Der böse Prinz

Jack of Fables 12 – 16, Vertigo/DC, USA, 2008
Panini Comics, Stuttgart, 01/2010
PB, vollfarbige Graphic Novel mit Klappbroschur im Comicformat
Fantasy, Mystery
ISBN 9783866079090
Aus dem Amerikanischen von Gerlinde Althoff
Titelillustration von Brian Bolland
Zeichnungen von Tony Akins, Russ Brown, Andrew Robinson
Andrew Pepoy & Bill Reinhold, Farbe von Daniel Vozzo und Lee Loughridge

www.paninicomics.de
www.billwillingham.com
http://matthewsturges.com/wordpress/
www.brianbolland.net/
http://tonyakins.blogspot.com/
www.pepoy.com/
http://billreinhold.deviantart.com/

Bill Willingham der Schöpfer der „Fables“ erkannte, dass einige Figuren durchaus das Potential haben, eigene Reihen zu erhalten. Zu diesen gehört Jack Horner oder „Jack of All Trades“, ein mit allen Wassern gewaschener Taugenichts und Schwerenöter, der es mit den Regeln nicht genau nimmt und dabei mehr als einmal die Enklave der Fables in New York gefährdet hat. Aus diesem Grund wurde er verbannt und muss nun selbst sehen, wie er zurechtkommt – und sollte er es jemals wagen, die Existenz seines Volkes erneut zu gefährden, droht ihm der Tod.

Nach seinem Rauswurf versucht Jack wieder einmal, den Häschern zu entkommen, die ihn auf dem Kieker haben. Dabei handelt es sich nicht einmal um den Feind oder seinesgleichen, sondern um die Schergen eines gewissen Mr. Revise, der einer geheimnisvollen Organisation vorsteht. Diese hat es sich zum Ziel gemacht, alle Fables aus der Welt zu entfernen. Einige sind ihnen schon zwischen die Fänge geraten und fristen ihr Leben mehr oder minder gut in einer abgelegenen Seniorenresidenz, die allerdings so abschirmt ist wie ein Hochsicherheitsgefängnis. Dennoch ist es Jack mit anderen gelungen zu entkommen, und seither befindet er sich auf der Flucht. Nach dem wenig erfolgreichen Abstecher nach Las Vegas versucht Jack nun, nach New York zurück zu kommen. Er will die Fables trotz allem vor diesem neuen Feind warnen.

Allerdings ist im Grand Canyon erst einmal Endstation, denn er und sein Begleiter werden gefangen genommen und sollen zurück zu Mr. Revise gebracht werden. Doch es kommt anders, als alle denken. Durch einen Fahrerfehler stürzt der Lieferwagen, in dem sie stecken, in die Schlucht. Zwar kommen so gut wie alle mit dem Leben davon, aber sie sitzen fest und müssen auf Hilfe warten. Und das ist besonders ärgerlich, da Jack nun auch noch mit seinem leidigen Doppelgänger John festsitzt, der ihm in Punkto Selbstbewusstsein und Einbildung die Hand reichen kann. Und dann taucht auch noch ein verrückter alter Mann auf und stößt ihm ein Schwert durch den Körper, das eigentlich in einen Stein gehört. All das ist schon an sich frustrierend für Jack, aber es kommt noch schlimmer …

Auch wenn es zuerst nicht danach aussieht, so spinnt der dritte Band „Der böse Prinz“, die Hintergrundgeschichte weiter. Wenngleich Mr. Revise und seine Leute kaum in Erscheinung treten, sind sie doch immer präsent. Auf der einen Seite erfährt man ein wenig mehr über die Organisation und ihre Ziele, auf der anderen wird auch eine weitere Gruppe eingeführt – die ‚Literals’, deren Schicksal enger mit dem der „Fables“ verbunden ist, als man denkt. Ansonsten ist Jack launisch und weniger lustig als sonst, da er eine unangenehme Wahrheit über sich und seinen Doppelgänger John erfährt und auch noch mit einem Schwert in der Brust herum laufen muss. Aber Jack wäre nicht Jack, wenn er keine Lösung für das Dilemma fände.

Wieder gibt es Rückblicke in die Vergangenheit, die durch die veränderte Situation noch schräger als sonst wirken, aber einen bezeichnenden Blick auf Jacks Charakter werfen. Es gibt zudem nur ein vorläufiges Ende, da man mit vielen Fragen zurück bleibt: Was hat es mit den Literals auf sich? Sind sie eine Gefahr oder vielleicht ein Glücksfall für die „Fables“? Und warum haben Mr. Revise und seine Leute ein so großes Interesse an ihnen und unterziehen den, den sie sich geholt haben, einer Gehirnwäsche? Wird Jack seinen Plan durchführen können, obwohl eine Gehilfin seines Feindes mit zu den Gefährten gehört, mit denen er gerade reist?

Dazu gibt es noch eine kleine Bonusgeschichte, die erzählt, wie Jack zu „Jack O’ Lantern“ wurde, die aber weniger spannend und unterhaltsam ist als die Vorgeschichte. Alles in allem ist der Band inhaltlich sehr interessant, auch wenn nicht all zu viel passiert. Die Zeichnungen sind weitestgehend von guter Qualität, wenn auch gerade die Bonusgeschichte etwas abfällt. Diesmal gibt es keine besonderen Bezüge zur Mutterserie „Fables“, dafür wird die Mythologie um Jack fortgeschrieben und ein Blick auf seine Feinde geworfen, der die geheimnisvolle Organisation umso interessanter erscheinen lässt. Allerdings sollte man schon die beiden Vorgängerbände kennen, um alle Andeutungen zu verstehen, da nicht mehr viel erklärt wird.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)
 
Titel erhältlich bei Buch24.de
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