Der Dämon erwacht

R. A. Salvatore & Andrew Dabb
Der Dämon erwacht

Dämonendämmerung 1
R. A. Salvatore: Demon Wars Vol. 1 – The Demon Awakens, USA, 2007
Panini Comics, Stuttgart, 11/2007
PB mit Klappbroschur, vollfarbige Graphic Novel im Comic-Format, Fantasy, 978-3-86607-481-1, 144/1695
Aus dem Amerikanischen von Helga Parmiter
Titelillustration und Zeichnungen von Tim Seeley

www.paninicomics.de
www.rasalvatore.com
www.timseeley.com

Elbryan und Jill, die er liebevoll ‚Pony’ nennt, sind noch halbe Kinder, als ihr Dorf von marodierenden Goblins zerstört wird. Die beiden sind die einzigen Überlebenden und werden voneinander getrennt: Jill verschlägt es in ein gut gehendes Gasthaus, wo sie von den Inhabern quasi adoptiert wird, Elbryan dagegen wird von den letzten verbliebenen Elfen zu einem Hüter ausgebildet. Denn die Elfen wissen, da lauert noch immer eine Gefahr hoch im Norden – eine tödliche Gefahr für alle freien Wesen Koronas: der Dämon. Und der ist bereits erwacht und ruft seine Truppen zusammen.

Werden Elbryan und Jill gemeinsam mit ihren wenigen tapferen Gefährten, die drohende Gefahr abwenden können? Und was hat es mit diesen eigenartigen, magisch aufgeladenen Kristallen auf sich?

Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass ein Roman von R. A. Salvatore in einen Comic umgesetzt wird. Der „Dämonendämmerung“-Zyklus gehört bereits zu seinen älteren Werken und stellt auf seine Art vielleicht eine Art Hommage Salvatores an den Urvater der modernen Fantasy J. R. R. Tolkien dar – zumindest der Comic bezieht sich stellenweise mit einem ziemlichen Vorschlaghammer auf die berühmte Trilogie.

Der Vorteil eines Comics ist definitiv die Möglichkeit, langwierige und langweilige Erklärungen und Beschreibungen in bunten Bildern umzusetzen. Im Falle Salvatores ist das sicher in gewissen Maßen Nerven schonender für seine Leser, als wenn sie sich seine Romane erlesen müssten. Der Nachteil ist klar: Durch die vorgegeben Bilder hat der Leser selbstverständlich ein fest gefügtes Bild der jeweiligen Figur im Kopf.

Gerade bei Comics kann das fatal sein, vor allem da ja jeder Held Muskel bepackt und jede Heldin schön, volllippig und -busig und natürlich blond sein muss.

Ein Schönheitsfehler allerdings, wenn man bereits die „Dunkelelf“-Comics gelesen hat und sich nun also diesem neuen Zyklus zuwendet. Tim Seeley, der Zeichner dieses Bandes und auch Teile der „Dunkelelf“-Comics, wiederholt sich nämlich, sehr zum Leidwesen der Leser, gerade mit seinen weiblichen Figuren sehr.

Jill wirkt wie eine Figur aus einem der Drizzt-Bände.

Wobei man dann auch gleich beim Hauptproblem der gesamten Geschichte angekommen ist. Schön, dass es wieder einmal ein Underdog sein darf, der die Welt rettet, ebenfalls schön, dass Männlein und Weiblein zusammen kämpfen. Weniger schön, wenn erst die Behauptung aufgestellt wird, dass sich in Jill die geborene Kriegerin verbirgt, sie dann aber über weite Teile des Comics eben diesen Kampfgeist vollkommen aus ihrem Hirn gestrichen hat. Sie lässt sich einfangen, foltern, ihrer Rüstung berauben, dann mutiert sie gar noch komplett zum Weiblein am Herd und schmachtet ihren Schatz an – nicht sehr glaubhaft, bedenkt man, wie sie als Kriegerin eingeführt wurde.

Die Qualität der Zeichnungen schwankt ebenso wie die Geschichte es tut, was sehr schade ist, kennt man doch deutlich Besseres aus der Feder von Seeley. Dennoch aber gibt dieser Auftaktband wenig, was einen Leser bindet, ob man nun den dazugehörenden Roman kennt oder nicht. Da wurde eindeutig von allen Seiten zu dick aufgetragen und zuviel vorausgesetzt.

Alles in allem bleibt am Ende eher ein schaler Geschmack, wenn man an den doch recht stattlichen Preis des Bandes denkt. Schade. (RSch)

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Dämonendämmerung, Bd. 1: Der Dämon erwacht

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