Der Funke und die Flamme

Ray Fawkes, Jeff Lemire
Der Funke und die Flamme
Constantine 1

Constantine 1 – 5 (The Spark and the Flame 1 – 3:
The Price We Pay/The Blind Man/The Big Smoke + All My Friends + Stealing Thunder)
Constantine 1 – 5 (Der Funke und die Flamme 1 – 3:
Der Preis, den wir zahlen/Der Blinde/Wo der Raucher ist, da ist auch Feuer + Alle meine Freunde +Donnerwetter)
DC, USA, 2013
Panini Comics, Stuttgart, 03/2014
PB, Superhelden, Action, Mystery
ISBN 978-3-86201-869-7
Aus dem Amerikanischen von Josef Rother
Titelmotiv von Ivan Reis, Joe Prado, Rod Reis
Zeichnungen von Renato Guedes, Fabiano Neves

www.paninicomics.de
http://jefflemire.blogspot.de/

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

„Der Funke und die Flamme 1 – 3“:
Durch einen Freund gerät John Constantine auf die Spur von ‚Croydons Kompass‘, ein Gerät, mit dem es möglich sein soll, magische Ressourcen aufzuspüren. Der Kompass ist in drei Teile zerbrochen, die an verschiedenen Orten versteckt sind. Die Suche führt den Magier von Norwegen über Myanmar bis zurück in seine Heimatstadt London. Doch auch andere Zauberer, der ‚Kult der kalten Flamme‘, sind hinter den Artefakt her.

„Alle meine Freunde“:
John Constantine möchte nur einen Tag frei machen, mal etwas kürzer treten und den Kopf freibekommen, als ihn drei Typen in ‚Lloyds Bar‘ zusammenschlagen und vor Papa Midnite schleifen.

„Donnerwetter“:
Constantine führt „Shazam“ Billy Batson in ‚Lloyds Bar‘, um ihn dort vorerst aus der Schusslinie der Ereignisse („Trinity War“) zu bringen. Doch ‚Die kalte Flamme‘ spürt die beiden auf und schickt einen Dämon. Gut, das Constantine Billy Batsons Zauberwort an sich genommen hat.

Unter DCs „New 52“-Rundumschlag ist nun auch die langlebigste Vertigo-Serie „Hellblazer“ (nach 300 Ausgaben von Januar 1988 – April 2013) unter neuem Namen ins reguläre DC-Universum gewechselt.

Der Detektiv und Magier John Constantine, den sein Erfinder Alan Moore optisch an Sting bzw. dessen Figur Ace im Film „Quadrophenia“ angelehnt hatte, startete seine Comic-Karriere als Nebenfigur in Alan Moores „Swamp Thing 37“ und erhielt Im Januar 1998, zunächst unter der Ägide von Autor Jamie Delano und Zeichner John Ridgway, seine eigene Serie „Hellblazer“. Diese wurde über die Zeit von einigen namhaften hard boiled-Autoren (Garth Ennis, Warren Ellis, Peter Milligan, Mike Carey, Brian Azzarello) geschrieben, die John Constantine schließlich zu dem egomanischen aber auch allseits gewandten Bastard gemacht haben, der er heute ist. Besonders der Garth Ennis-Run nimmt bei den Fans einen hohen Stellenwert ein. Die neuen Abenteuer des ‚Arbeiterklasse‘-Magiers starten in New York und führen ihn auf der Suche nach einem magischen Artefakt in „Indiana Jones“-Manier erst einmal um den halben Erdball. Hier werden auch gleich die Antagonisten, der ‚Kult der kalten Flamme‘, eingeführt, die Constantine offenbar noch eine ganze Zeit lang begleiten werden.

Man tut sich anhand dieser ersten Nummern schwer, mit der Figur warm zu werden, da 1) John Constantine ein egoistischer Scheißkerl ist, der auch gleich den Tod eines Freundes billigend in Kauf nimmt, und 2) die Figur kaum richtig eingeführt wird. Nahezu ungeeignet also für Leser, die das erste Mal mit dem Magier in Berührung kommen.

Die Geschichten 2 und 3 stehen für sich alleine, und haben keinen erkennbaren Einfluss auf die weiteren Geschicke des Antihelden, zumal „Donnerwetter“ ein Tie-In zum „Trinity War“-Event darstellt und für sich gelesen etwas zusammenhanglos wirkt. Natürlich macht es Spaß, John Constantine beim Tricksen und Manipulieren zu beobachten und Zeuge zu sein, wie er sich mit magischen Kniffen aus jeder scheinbar ausweglosen Lage manövriert. Doch noch ist die Figur zu selbstgefällig und uncharmant, um den Leser auf seiner Seite zu ziehen. Als unglücklich erweist sich besonders in „Der Funke und die Flamme“ auch die sprunghafte Erzählweise, sodass man zu den zahlreichen magischen Twists noch versuchen muss, den Überblick über die Story zu behalten.

Die Zeichnungen von Renato Guedes („Green Arrow & Black Canary“, „Green Lantern“) gefallen durch ihren  Detailreichtum und interessante Perspektiven. Das Gastspiel von Fabiano Neves („Marvel Zombies vs. Army of Darkness“, „Red Sonja“) in „Constantine  4“ wirkt dagegen wenig überzeugend.

Im Großen und Ganzen hinterlassen die ersten fünf Hefte der neuen „Constantine“-Serie, die hier gesammelt sind, einen zwiespältigen Eindruck. Man versucht, „Constantine“ mit seiner Vergangenheit als Vertigo-Ikone zu mögen, doch zu sehr wirken die Geschichten wie espritlose Pflichtübungen. Es entsteht der Eindruck, dass Hauptautor Jeff Lemire („Animal Man“, „Green Arrow“, „Sweet Tooth“), für den derzeit das Wort ‚vielbeschäftigt‘ untertrieben ist, sein Pulver langsam, aber sicher verschossen hat und auf ein ‚ausreichend‘ zusteuert. Wirklich enttäuschend ist „Constantine 1“ nicht ausgefallen aber eben auch nicht wirklich überzeugend.

Copyright © 2014 by Elmar Huber (EH)

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.