Der Geist des Dämons

der-geist-des-damonsR. A. Salvatore & Andrew Dabb
Der Geist des Dämons
Dämonendämmerung 2

R. A. Salvatore: Demon Wars Vol. 2 – The Demon Spirit, USA, 2008
Panini Comics, Stuttgart, 5/2009
PB mit Klappbroschur, Graphic Novel im Comic-Format, Fantasy
ISBN 9783866075726
Aus dem Amerikanischen von Helga Parmiter
Titelillustration und Zeichnungen von Nadir Balan, Mostafa Moussa, Farben von Wes Dzioba & Max

www.paninicomics.de
www.rasalvatore.com
http://lambiek.net/artists/b/balan_nadir.htm
http://stayinthelines.com/

R. A. Salvatore bietet in seinen Geschichten actionreiches Fantasy-Abenteuer im klassischen Gewand, denn immer wieder dürfen sich vom Schicksal auserwählte Helden tapfer der Finsternis stellen: In seinem Zyklus „Dämonendämmerung” waren und sind dies vor allem die Dorfkinder Elbryan und Jilseponie, die bereits als Kinder enge Freunde waren, dann aber durch einen Goblinüberfall auseinander gerissen werden. Während das Mädchen sein Gedächtnis verliert und von Reisenden aufgesammelt wird, die sie dann schließlich in einem Wirtshaus zurücklassen, verirrt sich Elbryan im Wald. Dort retten ihn Elfen und entscheiden sich, ihn zum nächsten Hüter des Waldes auszubilden und alle Waffentechniken zu lehren, die sie beherrschen.

Viele Jahre später hat Elbryan seine Ausbildung zu Ende gebracht und zieht wieder hinaus in die Welt, um herauszufinden, ob noch jemand aus seinem Dorf überlebt hat und um vielleicht Rache zu nehmen. Doch er muss feststellen, dass sich die Welt sehr stark verändert hat. Denn das Böse scheint gänzlich erwacht zu sein. Es ist im Begriff seine dunklen Horden aus Orks und Goblins zu sammeln und auszusenden, um das Grenzland zu verheeren und die menschliche Rasse zu vernichten. Zusammen mit der Schildmaid Pony, in der er seine Jugendfreundin wieder erkennt, und dem Mönch Avelyn, der von seinem Orden als Ketzer gejagt wird, stellen sie sich dem Dämon, der die Finsternis steuert. Durch magische Artefakte und das Opfer des Priesters gelingt es, den Feind zurück zu schlagen und wieder in die Welt zu verbannen, aus der er kam.

Doch ist er wirklich schon am Ende? Zunächst scheint es so, denn die mordlüsternen Pauri-Zwerge, Orks und Goblins sind leicht zu besiegende Diener, da sie eher führerlos durch das Grenzland irren. Elbryan und Jilseponie finden die Zeit, ihr Wiedersehen auf ganz besondere Weise zu feiern und machen sich daran, die Menschen, die sehr an den Übergriffen gelitten haben, zu versorgen. Dann allerdings müssen sie erfahren, dass die Zieheltern der jungen Frau in eine düstere Burg verschleppt worden sind. Jilseponie will sie um jeden Preis retten, da sie ihnen viel verdankt.

Was sie nicht ahnen, ist, dass sie in eine Falle laufen, denn der Dämon hat längst einen anderen Weg gefunden, Macht über die Menschenwelt zu gewinnen. Er hat ausgerechnet den Anführer des Ordens in seinen Bann schlagen können, dem Avelyn angehörte, und beginnt nun, seine Intrigen zu spinnen und immer mehr Männer zu korrumpieren. Jeder, der die Finsternis in der Mitte der Glaubensbrüder erkennt, wird mundtot oder zum Sündenbock gemacht.

Über ein Jahr hat es gedauert bis „Der Geist des Dämons“, der zweite Band der Saga „Dämonendämmerung“ von R. A. Salvatore, in eine Graphic-Novel umgesetzt wurde und in unseren Landen erschienen ist. Wie im ersten Band wird auch hier eine halbwegs in sich geschlossene Geschichte erzählt, auch wenn diesmal mehr Fragen offen bleiben und vor allem die finale Konfrontation ausbleibt.

Man merkt, dass man es hier mit dem undankbaren Mittelteil der Trilogie zu tun hat, in dem alle Weichen für das Finale gestellt werden – dementsprechend wenig überzeugend ist die Geschichte, die keinen wirklichen Höhepunkt besitzt. Alles in allem bleibt gerade bei den Figuren alles beim Alten, Helden und Schurken erhalten keine tiefer gehende Charakterisierung, und der Autor folgt gängigen Klischees – auch was die lange absehbare Romanze angeht. Gerade das macht es aber einfach, die Geschichte in einen Comic umzusetzen, da nicht so viel erklärt werden muss.

Letztlich passiert aber genug, um den Leser bei der Stange zu halten. Gerade die Intrigen in der Ordensburg haben es in sich, während die Abenteuer der Helden eher dahin plätschern. Schließlich möchte man ja doch wissen, ob es unter den Mönchen auch noch Vorkämpfer für das Gute gibt. Die Zeichnungen stammen zwar nicht mehr von Tim Seeley, sind aber in der Qualität ähnlich solide und haben nur wenige Aussetzer.

Insgesamt erhält man auch mit „Der Geist des Dämons” wieder ein grundsolides, actionreiches und vor allem unkompliziertes Fantasy-Abenteuer, das man als Fan handfester Sword & Sorcery nicht verpassen sollte. (CS)

Titel bei Amazon.de: Der Geist des Dämons

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.