Der Lehrling des Magiers

Raymond E. Feist, Michael Avon Oeming & Bryan J. L. Glass (Bearbeitung)
Die Midkemia-Saga 1: Der Lehrling des Magiers

Raymond E. Feist‟s Magician: Apprentice, Marvel, USA, 2007
Panini Comics, Stuttgart, 11/2007
PB mit Klappbroschur, Graphic Novel im Comic-Format auf Kunstdruckpapier
High Fantasy, SF
ISBN 978-3-86607-503-0
Aus dem Amerikanischen von Kerstin Fricke
Titelillustration und Zeichnungen von Brett Booth, Ryan Stegman, Vinicius Andrade, Kieran Oates

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Tomas, der Sohn des Schmieds, und der Waisenjunge Pug sind die besten Freunde. Wie alle Knaben ihres Alters träumen sie von Abenteuern und der Chance, sich als Helden zu beweisen. An dem Tag, an dem sie zusammen mit anderen von den Meistern als Lehrlinge angenommen werden sollen, scheinen sich ihre Wege zu trennen, denn Tomas wird Schüler eines Schwertmeisters, während niemand Pug aufruft …,

… bis der Magier Kulgan auftaucht und ihn für sich beansprucht. Tatsächlich besitzt der Junge erstaunliche Kräfte, die selbst seinen Meister verblüffen, aber etwas blockiert ihre Entfaltung. Darüber droht Pug zu verzweifeln, aber Kulgan überzeugt ihn davon, nicht aufzugeben und andere Lernmethoden zu probieren. Als Prinzessin Carline von einem Troll angegriffen wird, zeigt Pug, wozu er fähig ist und wird in den Stand eines Junkers erhoben. Aber Freude und Friede währen nicht lang. Pug und Tomas entdecken ein unbekanntes, gestrandetes Schiff. Ein einziger Mann hat das Unglück überlebt: ein Krieger, der eine fremde Sprache spricht und eine Rüstung aus seltsamen Materialien trägt. Die Vermutung, dass eine Invasion droht, liegt nahe, und wie groß die Gefahr wirklich ist, wird deutlich, als die Elbenkönigin persönlich Erkundigungen einholt …

Raymond E. Feists mehrbändige „Midkemia“-Saga (im Original liegen 27 Romane vor, die von den dt. Verlagen häufig geteilt wurden) gehört zu den High Fantasy-Titeln, die in einem Atemzug mit J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ genannt werden. Erzählt wird die Geschichte zweier Planeten, die durch magische Tore, sogenannte Spalten, miteinander verbunden sind. Durch diesen reisen die Tsurani von Kelewan nach Midkemia, um die andere Welt zu unterwerfen und auszubeuten.

In der ersten Trilogie (bei Blanvalet als Tetralogie erschienen) zeigen sich die Invasoren erstmals, und die Jünglinge Pug und Tomas stehen im Mittelpunkt der Geschehnisse. Wie man es oft in der Fantasy findet, handelt es sich bei dem einen um einen Jungen aus angesehener Familie, der den Weg des Ritters einschlägt, während der andere unbekannter Herkunft und ein Außenseiter ist, der das Interesse eines Magiers auf sich zieht; eine glänzende Karriere auf der einen und ein geheimnisvoller, steiniger Weg auf der anderen Seite – und doch sind die beiden unzertrennliche Kameraden.

Daran ändert sich auch nichts, als Pug sein Herz an die schöne Prinzessin Carline verliert, die ihm gewogen ist, seit er sie vor dem Troll rettete. Als die Jungen mit dem Herzog ins Nachbarreich aufbrechen, um sich mit dessen Herrscher zu beraten, wie sie gegen die drohende Invasion vorgehen sollen, ist Carlines Kummer groß. In ihrer letzten gemeinsamen Nacht möchte sie sich Pug hingeben …

Der Comic „Der Lehrling des Magiers“ stellt das Setting, die wichtigsten Charaktere, den Hauptkonflikt und die kleineren Probleme der Protagonisten vor. Inwieweit die Adaption von Michael Aven Oeming („Red Sonja“) und Bryan J. L. Glass („Ship of Fools“) dem gleichnamigen Roman folgt bzw. die Handlung rafft, kann nur beurteilen, wer diesen gelesen hat. Die Leser von Fantasy-Comics erhalten auf jeden Fall eine kurzweilige Lektüre, für die man keine Vorkenntnisse benötigt. Einziger Wertmutstropfen sind die Zeichnungen.

Während Brett Booth („Backlash“) sehr ansprechende und atmosphärisch passende Illustrationen beisteuerte, sind die von Ryan Stegman („Midnight Kiss“) im Vergleich weniger aufwändig und durch die knubbelig wirkenden Figuren gewöhnungsbedürftig. Der Wechsel der Zeichner erfolgt zudem mitten in der laufenden Geschichte und fällt dadurch besonders auf. Das vorliegende Paperback enthält die US-Bände 1 – 6. Der angekündigte zweite Band mit den Episoden 7 – 12 ist jedoch nie in Deutschland veröffentlicht worden, und der Abschluss der Serie erscheint offenbar nur noch online bei Marvel USA. Schade, denn aufgrund dieser Entwicklung wird so mancher Sammler die Finger von dem Comic lassen, denn wer möchte schon (wieder) eine unvollständige Serie im Regal stehen haben …

Ein kleiner Trost: „Der Holzjunge“, eine in sich abgeschlossene „Midkemia“-Story, wurde ebenfalls als Comic umgesetzt und von Panini zusammen mit Tad Williams„ „Der brennende Mann“ in einem Band mit vergleichbarer Ausstattung angeboten.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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