Der Manga Maxizeichenkurs – Zeichnen wie die Profis

Estudio Joso
Illustrationen und Texte von Robert Garcia und Fernando Casaus
Der Manga Maxizeichenkurs – Zeichnen wie die Profis

The monster book of manga – Draw like experts (2005)
Edition Michael Fischer
ISBN: 978-3863553340
Comic & Manga, Malen & Zeichnen
1.Auflage 2015
Aus dem Englischen von Hanne Henninger
378 Seiten; 202 x 238 mm
Kartoniert

www.edition-m-fischer.de

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Das Buch

Mit 378 festen, qualitativ hochwertigen Seiten (wie man es bei einem Zeichenbuch erwartet) und einem Gewicht von fast anderthalb Kilo bekommt der Leser und angehende Manga-Zeichner viel Buch für’s Geld. Da gibt es nichts zu meckern. Im Inneren präsentiert sich “Der Manga Maxizeichenkurs” von Robert Garcia und Fernando Casaus zwar immer noch hochwertig, sowohl vom Druck als auch von der Qualität der Zeichnungen, allerdings hätte man mit dem “Kurs” im Titel ein, wenn schon nicht vollständiges, so zumindest vollwertiges Werk erwartet, mit dem man das Zeichnen der japanischen Bildergeschichten erlernen kann. Die englische Originalausgabe heißt “The monster book of manga”, was den Inhalt zwar auch nicht direkt beschreibt, ihm jedoch eher gerecht wird als der deutsche Titel. Denn das Buch beinhaltet neben einer Einführung in die Computerbearbeitung von Mangas hauptsächlich Zeichenanleitungen verschiedener Manga-Charaktere. Für einen vollständigen Kurs fehlen grundlegende Anleitungen wie man einen Kopf zeichnet, die für einen Manga typischen großen Augen oder Hände, Füße, den Körper; wie man seine Charaktere Gefühle ausdrücken lässt, wie man Dynamik ins Bild bringt und vieles mehr.

In den sechs Kategorien (Girls, Fantasy, Monster, Science Fiction, Musik und Samurai) gibt es jeweils acht bis neun Anleitungen. Die Vorgehensweise ist dabei immer dieselbe: auf einen kurzen Einleitungstext folgt eine Gestaltskizze, um die Ausrichtung von Gelenken und wichtigen Körperteilen definieren und richtig zueinander positionieren zu können, und dann eine Volumenskizze, bei der aus den als Linien angedeuteten Extremitäten räumliche Körper werden, die im Prinzip bereits den (nackten) Körper des Charakters formen. Die nächste Seite zeigt eine vollständig ausgezeichnete und teilweise recht detaillierte Aktzeichnung, in der manchmal Einzelheiten gezeichnet werden, die in den folgenden Bildphasen unter Kleidung versteckt sind. Dass die Form des Körpers herausgearbeitet sein muss, ist klar, denn Muskeln, Fettpolster und Knochen, die sich unter der Haut abzeichnen, haben Auswirkungen auf Faltenwurf von Stoffen und die Form und Lage der Kleidung, die später darübergelegt wird. Aber man muss sich nicht die Mühe machen, einen kompletten Akt aufs Papier zu bringen. Als Zwischenstufe einer Schritt-für-Schritt-Anleitung eher overdressed mag die Darstellung dennoch als Anschauungsmaterial des nackten Körpers gut sein. In der Praxis wird man sich allerdings die allzu genauen Feinheiten in dieser Phase verkneifen und mit Blick auf den nächsten Schritt grober arbeiten, oder man wiederholt die Prozedur und hat danach eine zusätzliche Nacktansicht.

Übrigens war den Autoren / Illustratoren ein richtiger Akt (zumindest in vielen Fällen) offenbar zu prekär, weshalb sie die Modelle schnell noch in Unterwäsche schlüpfen ließen. Vielleicht weil einige der Bilder Minderjährige (aus Shojo-Mangas) darstellen? Ob der Samurai und der Vampir ihre Blöße dann aus Solidarität ebenfalls verdecken? Ein bisschen befremdlich wirken jene Figuren in diesem Stadium schon. Hätte man sich immer auf einen Zwischenschritt mit androgyner Personendarstellung beschränkt, wären solche Probleme erst gar nicht entstanden. Das lässt sich jedoch alles verschmerzen, es handelt sich hier schließlich nicht um einen Aktzeichenkurs. Auf derselben Doppelseite gegenüber sind Männlein wie Weiblein oder geschlechtlich nicht spezifizierbare Ungetüme bereits getuscht und in voller Montur, mit Accessoires und Waffen. Die folgende Doppelseite zeigt links eine schattierte und rechts die kolorierte finale Version. Zu jedem Schritt gibt es ein paar Tipps nebst Erläuterungen zur Vorgehensweise.

Wer vorhat, seinen Manga per Computerunterstützung zu produzieren, der findet im letzten Kapitel Anleitungen zu diversen Themen, die sich um die Bearbeitung bereits gezeichneter Bilder drehen. Dabei geht es ums Scannen, Kolorieren, die Erstellung farbiger Hintergründe, das Einbringen von Spezialeffekten u.ä. Auch wenn sich die Autoren hier auf den Umgang mit Photoshop in der Version 7.0 beschränken, sollen sich Vorgehensweisen prinzipiell auch auf andere Programme übertragen lassen. Mitunter darf man hier aber etwas suchen und sollte im Umgang mit seiner Lieblingssoftware entsprechend versiert und kreativ sein. Wenn man sich nicht darauf versteift, dieselben Ergebnisse zu hundert Prozent zu reproduzieren, wird man selbst mit weniger teuren Produkten ansprechende Resultate erzielen.

Fazit

Ein Kurs ist “Der Manga Maxizeichenkurs” von Estudio Joso (Robert Garcia und Fernando Casaus) nicht gerade, vielmehr ein “Monstermangabuch” (vgl. engl. Titel) mit satten 50 sechseitigen Vorlagen aus sechs mangatypischen Themengebieten. Aber die sind von guter Qualität, die Texte der Anleitungen zwar recht knapp, dennoch gut nachzuvollziehen. Grundlegende Kenntnisse zum Zeichnen allgemein und speziell zum Manga-Zeichnen sollten allerdings vohanden sein. Zum rechnergestützten Bearbeiten von Mangas findet man im letzten Kapitel diverse nützliche und detaillierte Anleitungen. Benutzer von Photoshop 7.0 werden begeistert sein, die anderen freuen sich erst nach ein bisschen Tricksen und Probieren.

Copyright © 2015 by Michael Bahner

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