Die Chronik der Drachenlanze – Drachendämmerung I

Margaret Weis, Tracy Hickman, Andrew Dabb, Julius M. Gopez, Pere Perez, Mariano de la Torro
Drachendämmerung I

Die Chronik der Drachenlanze Band 3
PaniniComics Softcover
148 Seiten
ISBN 9783866076587
Erschienen: 08/2008
Farben: Nei Ruffino, Adam Chong/et cetera
OT: Dragonlance Chronicles – Spring Dawning #1-6
Übersetzung: Oliver Hoffmann, Astrid Mosler
www.paninicomics.de

Erneut liegt das Schicksal Krynns in den Händen einiger weniger Helden, die sich mutig der dunklen Göttin entgegenstellen. Einer von ihnen ist Tanis Halbelf. Überraschend ist er auf seine einstige Jugendliebe Kitiara gestoßen. Alte Gefühle flammten auf und beide landeten im Bett. Doch während Tanis dem Guten zum Sieg verhelfen will, ist Kitiara dem Bösen verfallen, sie ist eine Drachenfürstin. Nach einigen lustvollen Tagen im Gasthaus nutzt Tanis die Gunst der Stunde und verschwindet, um seine Freunde zu suchen und gemeinsam mit ihnen zu fliehen. Tanis verschweigt jedoch den Grund seiner tagelangen Abwesenheit. Immerhin ist Kitiara die Halbschwester seiner Gefährten Raistlin und Caramon.

Gemeinsam mit Berem, der von den Drachenfürsten gejagt wird, versuchen die Helden mit einem Segelschiff den Häschern zu entkommen. In einem gewaltigen Kampf auf dem Meer wird das Schiff von einem gigantischen Malstrom in die Tiefen gerissen. Zuvor offenbaren jedoch viele der Beteiligten ihre wahre Absichten – manch einer scheint daran zugrunde zu gehen. Doch wo Schatten da auch Licht.

Unerwartete Verbündete schließen sich nun dem Bündnis der Guten an und die wahre Liebe sorgt für Bindungen, die alte Eide überdenken lässt. So beginnt unter der Führung des goldenen Generals das Gute zu siegen. Und Krynn erlebt ein weiteres wahres Wunder, denn die metallischen Drachen kehren zurück, um an der Seite der Helden in die Schlacht zu ziehen. Aber die Anhänger der dunklen Göttin reagieren darauf mit einem hinterhältigen Plan …

Hui, der vorliegende Comic knüpft nahtlos an „Drachenwinter II“ an und nun geht es mit schnellen Schritten auf das Finale dieser spannenden Saga zu. Erneut zeichnet sich Andrew Dabb für das Script aus. Dabb ist ein Routinier auf dem Gebiet und bekannt für die Comicumsetzungen aus dem Bereich „Dungeons & Dragons“. Gekonnt selektiert er die wichtigen Stellen aus der Romanvorlage von Margaret Weis und Tracy Hickman, um diese geschickt in einen passenden Kontext zu setzen. Da der Platz kaum ausreicht um alle Facetten und Handlungsstränge der Romanvorlage unterzubringen, werden in „Drachendämmerung I“ bestimmte Teile der Geschichte selbst zur Geschichte, die einer der Protagonisten erzählt.

Richtig gut ist die Charakterentwicklung gelungen. Kitiaras böse Seite, Raistlins Egoismus und Caramons Schmerz wurden hervorragend eingefangen. Allen voran natürlich Tanis Halbelf, der versucht seine zwiespältigen Gefühle zu ordnen und sich dabei selbst aufgibt. Alles wunderbar getroffen und hervorragend von Julius M. Gopez, Pere Perez und Mariano de la Torro gezeichnet. Die Charaktere sind stets gut erkennbar und ihre Mimik gut eingefangen. Emotionen werden sichtbar transportiert und die Zeichnerriege spielt offensichtlich gerne mit tiefen Schatten, um die Ernsthaftigkeit der Geschichte zu unterstreichen. Überhaupt wirkt der Comic sehr ernst und erwachsen, was auch durch die Farbgebung unterstrichen wird. Die Bilder wirken einfach rau und authentisch, da macht das gucken und lesen ordentlich Spaß.

Im Zentrum der Zeichnungen stehen natürlich die Drachen, diesmal näher als je zuvor, sind doch nun auch die metallischen Drachen in die Geschichte involviert und beteiligen sich an der Schlacht, was zu imposanten und dynamischen Luftkämpfen führt. Die sehen sehr gut aus und wirken auf ganzer Linie überzeugend. Gleiches gilt für die düstere Zuflucht der Drachenfürsten und der Figur Lord Soth. Wer sich hier an Bram Stokers „Dracula“ erinnert fühlt, der liegt genau richtig. Die Szenerie wirkt kalt und grausig, jagt dem Leser einen kalten Schauer über den Rücken. Auch gibt es einen Rückblick auf die Vergangenheit des Lords, dessen Werdegang und Entstehung ebenfalls an „Dracula“ erinnert. Einfach nur genial erzählt und bebildert.

Spannend, unterhaltsam und episch, mit einem großen Schuss Dramatik und auch Romantik, alles in einer perfekten Mischung, das ist „Drachendämmerung I“. Die Übersetzung aus den bewährten Händen von Oliver Hoffmann und Astrid Mosler tragen dazu bei, dass der Comic auch in deutsch ganz großes Kino ist. Als Schmankerl gibt es noch die US-Coverarts im Anhang. Vor allem die Motive aus den US-Bänden 3 und 5 würden sich als Poster sehr gut machen und sind überaus gelungen.

Um den Leser auf dem laufenden zu halten, findet sich neben einer Zusammenfassung der bisherigen Geschichte noch eine kleiner Glossar, in dem dich wichtigsten Figuren kurz vorgestellt werden. Dadurch finden sich auch Quereinsteiger bequem zurecht. Trotzdem ist es angeraten, sich die ganze Reihe zuzulegen.

Abschließend bleibt nur kurz zu sagen: Wunderbar!

(c) 2008 by Günther Lietz

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Dragonlance, Bd. 6: Die Chronik der Drachenlanze III: Drachendämmerung 1

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