Die Chroniken der Drachenlanze: Drachenwinter 2

Margaret Weis, Tracy Hickman & Andrew Dabb
Die Chroniken der Drachenlanze: Drachenwinter 2

Dragonlance Chronicles: Dragons of Winter Night 3 – 4, USA, 2007
Panini Comics, Stuttgart, 5/2008
PB, vollfarbige Graphic Novel mit Klappbroschur im Comicformat auf Kunstdruckpapier
Fantasy
ISBN 9783866075580
Aus dem Amerikanischen von Oliver Hofmann und Astrid Mosler
Titel- Innenillustrationen von Steve Kurth, John Rauch, Nei Ruffino u. a.
www.paninicomics.de
www.dragonlance.com
www.dragonlance-movie.com
www.margaretweis.com
www.trhickman.com
www.dragonhearthproductions.com

Die Reise der Helden aus dem Epos „Drachenlanze“, dessen Fortsetzung in dieser Graphic-Novel aufgegriffen wird, geht weiter. Auf der Suche nach den Kugeln der Drachen, mit denen sich die geflügelten Monstren der Königin der Finsternis beherrschen lassen, ziehen Tanis Halbelf und seine Gefährten durch das Land Krynn.

Schon lange reist die Gruppe von Freunden nicht mehr zusammen, denn nicht nur verfolgen sie gleichzeitig verschiedene Ziele und flüchten vor zahlreichen Feinden, sie kämpfen auch an mehreren Fronten gegen die Drachenarmee. Doch der stärkste Feind der Menschen, Elfen, Zwerge und Kender sind nicht einmal die Krieger der Königin, sondern es ist ihre eigene Zerstrittenheit, die immer schwelt und beim Ringen um die Kugeln der Drachen zum Ausbruch kommt.

Auch der Ritterorden der Solamnia ist von Machtkämpfen zerrissen – und als die erste Schlacht gegen den fast übermächtigen Gegner ausgetragen wird, ist es diese Uneinigkeit, die einen der frühsten Helden des Epos das Leben kostet. Doch in dieser Schlacht zeigen auch die neu geschmiedeten Drachenlanzen ihre Wirkung – und so stehen Hoffnung und Verzweiflung Seite an Seite.

Der zweite Band von „Drachenwinter“ schließt nahtlos an den ersten an und führt den Leser ein Stück weiter auf dem Weg durch das umkämpfte Krynn. Es ist eine finstere Welt, und auch die Umsetzung der Geschichte in Bilder lässt daran keine Zweifel: Es gibt fast keine Seite in dem Comic, die nicht in dunkelsten Farben gehalten ist, so als würde überall andauernd Nacht herrschen. Diese Kolorierung passt gut zu den wechselhaften, sehr detaillierten Zeichnungen von Steven Kurth, auch wenn immer wieder Bilder dazwischen auftauchen, die durch verkehrte Gestik oder zu oft wiederholte Mimik störend auffallen – und durch zu kontrastreiche Glanzlichter, die zum Beispiel den Eindruck entstehen lassen, jeder Protagonist würde reichlich Lippgloss tragen und müsste sich mal das Gesicht pudern, ein Umstand, der gerade den Helden und Rittern schlecht bekommt.

Die Geschichte selber beginnt langsam und gewinnt erst in der zweiten Hälfte an Tempo, wartet dort jedoch mit ein paar Überraschungen, unerwarteten Wendungen und schönen Szenen auf. Worauf sich der Leser auf jeden Fall einstellen muss, gerade bei den Abschnitten, in denen es um die Ritter von Solamnia geht, ist viel, viel Pathos. Gewichtige Reden über Treue, Ehre, Demut und wahres Heldentum nehmen einen nicht unerheblichen Teil der Erzählung ein, so dass die wenigen ganz konkreten Handlungen, mit denen gerade der Kender Tolpan mehr als einmal eine festgefahrene Situation wieder zum Laufen bringt, im Kontrast erleichternd sind.

Ein wenig wirkt die Geschichte, als würde sie aus einer anderen, älteren Zeit kommen, in der Charaktere in sehr klar umrissenen und meist wenig überraschendem Rahmen agierten. Dies hat sicher auch damit zu tun, dass aufgrund der zahlreichen Handlungsstränge den einzelnen Personen kaum Platz bleibt, um sich zu entwickeln und über ihre Schablone hinaus zu wachsen.

Der zweite Band von „Drachenwinter“ ist zugleich der letzte, obwohl die Geschichte nicht abgeschlossen ist. Sie findet ihre Fortsetzung in „Drachendämmerung“, und Freunde und Fans der „Drachenlanze-Chronik“ werden sicher gerne die Abenteuer ihrer Helden in dieser grafisch umgesetzten Form weiter verfolgen. (BvdB)

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Dragonlance, Bd. 5: Die Chronik der Drachenlanze IV, Drachenwinter 2

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