Die Kunst des Zeichnens: Menschen

Die Kunst des Zeichnens: Menschen
Die große Zeichenschule: praxisnah & gut erklärt

frechverlag GmbH
ISBN 978-3-77246-072-2
Malen & Zeichnen, Comic & Manga
3. Auflage 2011
Konzept, Übersetzung, Lektorat: Verena Zemme, punktum. Text- & PR-Agentur, Miesbach
Gebunden, 22.9 x 30.5 cm, 240 Seiten

www.topp-kreativ.de

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Vorbemerkung

Das vorliegende Buch ist wie der Band „Die Kunst des Zeichnens: Tiere“ dieser Reihe eine Zusammenstellung verschiedener Titel der Zeichenbücher von Walter Foster.

Zum Buch

Nach einer kurzen Einführung in die Grundbegriffe des Zeichnens im Allgemeinen werden die Proportionen des Kopfes, sowie die Stellung und Abstände der Gesichtsmerkmale herausgearbeitet. Hier kommt die bekannte Aufteilung des Kopfes in dreieinhalb übereinander liegende Abschnitte zur Anwendung. Verwirrenderweise werden aber noch Hilfslinien verwendet, die den Kopf vertikal halbieren beziehungsweise vierteln. Für den Einsteiger ist das äußerst irritierend, und so wird er eine Weile benötigen, um die verschiedenen Aufteilungen auseinander zu halten.

Zusammen mit dem ersten Skizzieren von Mund, Nase und Augen werden die Grundlagen geschaffen für die „Wege zum perfekten Porträt“. Kopfform und Gesichtsdetails werden hier noch genauer vorgestellt und in zahlreichen Abbildungen illustriert. Die in jedem Kapitel eingestreuten Übungen zu den verschiedenen Themen sind in an dieser Stelle besonders hilfreich. Schließlich werden in den bewährten Schritt-für-Schritt-Anleitungen diverse Beispiele der Erstellung von Porträts vorgeführt.

Ein eigenes Kapitel ist dem Kinderporträt gewidmet und das aus gutem Grund. Es zeigt sich, dass es deutliche Unterschiede in den für ein Porträt relevanten Details zwischen Erwachsenen und Kindern unterschiedlicher Altersstufen gibt. Nicht zuletzt wird darauf hingewiesen, dass Kinder Emotionen ganz anders zeigen als Erwachsene, was ein Porträt ebenfalls vermitteln sollte.

„Dem Menschen auf der Spur“ ist man im nächsten Kapitel, das zeigt, wie der menschliche Körper als Ganzes dargestellt wird. Ein mehrseitiger Ausflug in die Anatomie hilft dem Verständnis auf die Sprünge, wie diverse Stellungen von Gliedmaßen zustande kommen oder Wölbungen und Kuhlen von Muskeln, Knochen und Sehnen gebildet werden. So schärft man den Blick für Details, die teilweise unauffällig sind, also leicht übersehen werden, durch ihr Fehlen jedoch das Gefühl eines „komischen Körpers“ vermitteln würden. Schließlich werden mit einfachen Formen Menschen in Bewegung in Szene gesetzt. Viele Beispiele mit Detailansichten helfen auch hier den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Einige Anleitungen von der ersten Skizze bis zur fertigen Zeichnung schließen das Kapitel ab.

Beim „Aktzeichnen für Einsteiger“ werden verschiedene Techniken besprochen, wie ein unbekleideter Körper in verschiedenen Posen dargestellt werden kann. (Da es mitunter schwierig ist, hierfür geeignete oder überhaupt Modelle zu finden, bietet es sich beim diesem Thema an, einen Kurs zu besuchen. Die Modelle sind routiniert und die Kosten für die Sitzungen in der Regel in der Kursgebühr enthalten.)

Im Kapitel „Meisterklasse Porträtieren“ wird das Erlernte aus den vorherigen Kapiteln aufgegriffen, werden Techniken wiederholt und verfeinert, damit den eigenen Porträts der letzte Schliff verpasst werden kann.

Den Abschluss des Buches bildet ein Kapitel über „Comics und Cartoons“, und ein zweites verspricht, Einsteigern das Zeichnen von Mangas bei zu bringen. Beide bieten Entspannung pur. Hier kann man, zumindest bei Comics und Cartoons, ohne sich an allzu feste Vorlagen halten zu müssen, seiner Fantasie freien Lauf lassen und gegebenenfalls das bisher Erlernte bis zum Exzess karikieren.

Fazit / Meine Meinung

Das Buch führt auch Anfänger sehr gut an die einzelnen Aufgaben heran. Es ist reich an Beispielen, Übungen und Detailbetrachtungen. Dabei ist es nicht schlimm, wenn das eine oder andere nicht von Anfang an verstanden wird. Die Vielfalt an Zeichnungen und Erklärungen über viele Kapitel verteilt hilft dabei, den Faden und – was noch wichtiger ist – die Geduld und den Spaß nicht zu verlieren.

Ich schätze es sehr, dass in diesem Handbuch nicht so linear vorgegangen wird wie in manch anderem Zeichenbuch, und deshalb ist für mich dieses „Walter Foster-Buch“ wieder eine klare Empfehlung – und ein rundum zufriedenes Porträt wert!

Copyright © 2011 by Michael Bahner (MB)

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Comments

  1. Ja Zeichnen, das weckt Erinnerungen. Und ein wenig Bedauern über ein nicht gefördertes und damit verlorenes Talent. War ich doch in der Realschule ein recht guter Zeichner (man möge mir bitte dieses Eigenlob verzeihen).

    Ich kann mich noch an eine Szene im Zeichenunterricht erinnern, wo mir beim Porträtzeichnen erst mein Nachbar, dann andere Schüler, schließlich auch die Lehrerin über die Schulter guckten. Dann kam eine Stimme: „Mann, der zeichnet wie ein Gott.“ Nun ja, ich denke, das war extrem übertrieben. Aber das Porträt war wirklich gut. Vielleicht lag es auch daran, dass es das Gesicht einer Angebeteten war. An dieser Stelle einen schönen Gruß an Regina von mir. Leider ist aus uns beiden nie ein Paar geworden.

    Und der Lehrerin nehme ich heute noch übel, dass sie meine gesamte Mappe auf s/w-Zeichnungen und Pastellarbeiten einbehalten hat. Als Muster für andere sozusagen.

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl 😉

  2. In der Schule hatte ich auch noch massig Zeit für solche Sachen. Später habe ich mal für zwei Zeichnungen einer Küchenmaschine jeweils 4 Stunden gezeichnet, nachdem der Grafiker, bei dem ich Praktikum gemacht habe, bei der ersten 2-Stunden-Version nur gemeint hatte, das könnte ich besser.

    Aber woher jetzt soviel Zeit am Stück nehmen, in der man nichts anderes hört als das Geräusch von Graphit auf Zeichenkarton?

    Das einzig Negative ist, seit ich obiges Buch habe: ständig juckt es mich in den Fingern … zeichnen, zeichnen *hechel*

  3. Meine Fähigkeiten beschränken sich darauf, mit dem Lineal geometrische Figuren zu zeichnen, das war es aber auch schon.

  4. Du kannst doch auch Menschen aus geometrischen Formen aufbauen: Punkt Punkt Komma Strich … 😉

    Ich hatte früher ein kleines Taschenbuch, in dem solche Anleitungen drin waren. Und das fand ich damals richtig toll.

    So „richtig Zeichnen“ habe ich allerdings seit langer Zeit nicht mehr gemacht. Vielleicht mal ein paar Schlümpfe von umfunktionierten Senfgläsern für die Kinder abgemalt, aber sonst nichts, wofür man echt Zeit und Muse braucht.

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