Die Zähne des Drachen

Henk Kuijpers
Die Zähne des Drachen
Franka 7

De tanden van de draak, Niederlande, 1984/2007
EPSILON Verlag, Pinneberg, 05/2009
SC-Album, Comic, Krimi, Funny
ISBN 978-3-932578-67-0
Aus dem Holländischen von N. N.
Titelillustration und Zeichnungen von Henk Kuijpers

www.epsilongrafix.de/
www.franka.nl/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Eigentlich suchte Franka nur nach einem Ventil für ihre Tauchflasche, doch was sie stattdessen in einem Second-Hand-Shop findet, bringt sie in große Schwierigkeiten: Eine Chinesin heftet sich an Frankas Fersen und versucht, ihr das Objekt erst zu stehlen und dann mit Gewalt zu nehmen. Franka kann die Verfolgerin abschütteln und präsentiert das Artefakt der Forscherin Ava Adler, die es als den Unterkiefer eines Mixosauriers identifiziert. Das Besondere an dem Fund ist, dass es sich nicht um ein Fossil aus der Ära der Dinosaurier handelt sondern um einen Knochen, der erst wenige hundert Jahre alt ist. Alte Quellen belegen, dass es wohl noch zur Zeit Kubilai Kahns an einem abgeschiedenen Ort lebende Saurier gab. Würde es gelingen, den Beweis für diese Theorie zu erbringen und gar einen Saurier vorführen zu können, wäre das eine Sensation. Franka und Ava folgen den vagen Spuren bis auf die Philippinen, nach Motok.

Die Chinesin lässt die beiden nicht aus den Augen, aber weshalb ist der Dinosaurierknochen für sie so wichtig? „Die Zähne des Drachen“ ist der siebte Band der „Franka“-Reihe und der Auftakt zu einem längeren Abenteuer (auch bei den Bd. 3 und 4, „Das Geisterschiff“ und „Die Rache des Frachters“, handelte es sich um einen Zweiteiler, während die anderen Alben eine in sich geschlossene oder zwei bis drei Kurzgeschichten boten). Man muss die vorherigen Episoden nicht kennen, um Spaß an der Story zu haben, denn es werden keine rückwirkenden Bezüge geknüpft. Als kleines Bonbon für regelmäßige Leser gibt es ein Wiedersehen mit Jarko, der wie Franka für „Das Kriminalmuseum“ (Bd. 1) arbeitet, doch auch dieses Wissen oder Nicht-Wissen hat keinen Einfluss auf das Verständnis der Handlung.

Frank Kuijpers verwendet oft, aber nicht immer Figuren und Orte aus früheren Episoden, denn es macht keinen Sinn, ständig alles neu zu erfinden, vielmehr wird die Serie atmosphärisch dichter durch die wiederkehrenden Szenarien und Akteure. In „Die Zähne des Drachen“ versteht es der Künstler, lange geheim zu halten, worum es sich bei dem Objekt handelt, so dass man sich mit Franka wundert, weshalb die Chinesin so versessen auf das Päckchen ist. Dass es sich bei dieser um keine potentielle Freundin handelt, wird deutlich, als die Schlägerei ausartet, Franka beinahe vom Dach stürzt, ihre Gegnerin jedoch sogleich erneut angreift, nachdem Franka sie vor einem Sturz bewahrte. Stattdessen wird die Wissenschaftlerin Ava Adler zum Sidekick der Titelheldin und bringt erstes Licht ins Dunkel, worum es sich bei dem Artefakt handelt. Ava hat außerdem die notwendigen Connections und Geldmittel, um die Spur weiter zu verfolgen – der Leser erfährt Näheres durch Rückblenden. Sie erreichen zwar ihr Ziel, doch ob sie dort finden werden, wonach sie suchen, verrät erst die Fortsetzung. Auch die Motive der Chinesin bleiben einstweilen ungeklärt.

Die Episode endet zwar nicht gerade mit einem Cliffhanger, aber der geschickte Handlungsaufbau und der offene Schluss konnten die Neugierde wecken, so dass man dem Finale mit großen Erwartungen entgegensieht. Die Illustrationen sind gewohnt detailreich und gehen mit der Story Hand in Hand. Schätzt man toughe Heldinnen und eine lustig-spannende Krimi-Handlung, sollte man „Franka“ eine Chance geben. „Die Zähne des Drachen“ ist ein Highlight der Reihe, denn die Story ist überzeugend erzählt und wird von aufwändigen Zeichnungen gelungen ergänzt.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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