Ein Lehrer zum Verlieben

Nase Yamato
Ein Lehrer zum Verlieben

Kyoushi mo iroiro aruwakede, Japan, 2008
Panini Comics, Stuttgart, 05/2010
TB, Manga, Boys Love, Romance
ISBN 978-3-86607-694-5
Aus dem Japanischen von Linda Linda

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Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Mit die beliebtesten Geschichten für Mädchen liefern wohl die Boys Love-Mangas, in denen meist zwei junge Männer die Liebe für sich entdecken, nicht selten in sehr körperlicher Form. Die Leserinnen können dabei dann gleich den Anblick von zwei hübschen Männern genießen und haben nicht nur einen im Blickfeld, den sie dann auch noch mit einer Heldin teilen müssen. Auch „Ein Lehrer zum Verlieben“ gehört zu diesem Genre.

Im Mittelpunkt stehen zwei Lehrer einer Grundschule. Sie betreuen die jüngsten, die selbst noch nicht auf Freiersfüßen wandeln und diejenigen, die sie unterrichten, eher wie ältere Geschwister oder Eltern sehen. Herr Komori, der eine der zweiten Klassen betreut, beneidet schon lange seinen Kollegen Herrn Takigawa, dem alles zu gelingen scheint. Er ist nicht nur so beliebt bei seinen Schülern, dass die Kinder auch nach der Schule von ihm schwärmen, ihm scheint auch sonst alles leicht von der Hand zu gehen, obwohl er sich nicht einmal sehr anstrengt. Im Vergleich nimmt gerade Komori seine Aufgabe sehr ernst. Doch dann kommt der Tag, an dem er Takigawas Geheimnis erfährt und aus allen Wolken fällt. Nach dem ersten Schock ist Komori eines klar: Der andere will ihn gar nicht übertrumpfen, sondern ihm sogar noch helfen.

Tatsächlich klappt es schon bald mit der Zusammenarbeit, und Komori lernt vieles dazu, aber letztendlich auch über sich selbst. Und am Ende des Schuljahrs erwartet ihn eine große Überraschung. In der Bonusgeschichte „Die Geständnisse eines Lehrers“ wird wieder einmal etwas thematisiert, was eigentlich ein Tabu ist: die Liebe zwischen Lehrer und Schüler, die gesellschaftlich verpönt ist …, aber in den Geschichten immer einen Weg zur Erfüllung findet.

Wer bereits viele Boys Love-Mangas kennt, wird von dem Verlauf und Ausgang von „Ein Lehrer zum Verlieben“ nicht sehr überrascht sein. Natürlich gibt es erst jede Menge Anfeindungen und Missverständnisse, aber Takigawa, der ohnehin die ganze Zeit der Stärkere ist, weiß diese abzublocken und schnell zu klären, so dass sich bald eine Beziehung entwickeln kann. Diese verläuft zwar nicht ganz so einfach, da sich Komori auch weiterhin sehr schusselig und trottelig anstellt, sorgt aber auch für ein wenig Humor. Letztendlich folgt die Geschichte aber einem sehr klaren und schon oft gelesenen Schema und bietet, ähnlich wie die noch klarere Bonusgeschichte, nicht viel Neues. Allein die Tatsache, dass es diesmal zwei erwachsene Männer sind, die zueinander finden, und die Schüler noch unschuldige und sehr niedliche Kinder sind, mag den Manga etwas aus der Masse heraus heben, aber das ändert auch nichts an der generellen Aussage. Die erotischen Darstellungen sind zwar vorhanden, aber jugendfrei.

Alles in allem ist „Ein Lehrer zum Verlieben“ sehr niedlich und humorvoll und eignet sich durch seine abgeschlossenen Geschichten sehr gut als Einstieg ins Genre, bietet aber für erfahrene Leser nicht unbedingt neue Variationen des Themas.

Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)

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