Ein melancholischer Morgen

Shoko Hidaka
Ein melancholischer Morgen 2

(sfbentry)
Yuutsu na Asa vol. 2, Japan, 2010
Carlsen Manga, Hamburg, 03/2012
TB, Manga, Boys Love, Romance, History
ISBN 978-3-551-73065-7
Aus dem Japanischen von Dorothea Überall
2 Farbseiten

www.carlsenmanga.de
http://www3.to/re-cycle

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Katsuragi wurde als Knabe der Familie Kuze überlassen, um später der Erbe des kinderlosen Familienoberhauptes zu werden. Seine harte Ausbildung wurde jäh abgebrochen, und der Traum endete, weil eine Geliebte den ersehnten leiblichen Sohn gebar. Als Akihito im Alter von zehn Jahren in Katsuragis Obhut gegeben wird, verbirgt der junge Mann seine Gefühle und erfüllt weiterhin treu seine Pflicht, indem er dem Jungen eine strenge Erziehung zukommen lässt. Genauso wie Katsuragi bereit ist, alles für das Haus Kuze zu tun, muss auch Akihito auf seine Kindheit verzichten und sich auf die Aufgaben vorbereiten, die er als Erwachsener übernehmen soll.

Aber Akihito strengt sich bloß an, um Katsuragi zu gefallen, den er liebt, mit dem er zusammen sein möchte, den er als Gleichgestellten betrachtet, da ihm die Traditionen nicht so wichtig sind wie die Menschen, die ihm nahestehen … Aber kann er wirklich gegen die Konventionen des frühen 20. Jahrhunderts mit Erfolg aufbegehren?

Die Ära, in der die Protagonisten leben, und rund fünfzehn Jahre Altersunterschied machen sehr viel aus: Katsuragi ist in den alten Traditionen verhaftet und stellt die Pflicht über sein persönliches Wohl. Sein Ziel ist es, das Ansehen und den Reichtum des Hauses Kuze zu mehren, und auch alle anderen, Akihito eingeschlossen, sollen dafür Opfer erbringen. Akihito gibt sich willig, aber nur um Katsuragi zu gefallen. Tatsächlich hält der Jugendliche wenig von den alten Konventionen, denn Japan befindet sich im Umbruch, und westliches Gedankengut verbreitet sich unter den Intellektuellen.

In Folge trennt eine Hürde die beiden Männer, die Akihito gewaltsam niederreißt, indem er Katsuragi immer wieder mit Gewalt nimmt, ihm aber auch Zutritt zu höheren Kreisen verschafft, wo er nicht als Haushofmeister der Kuzes sondern als Repräsentant seiner eigenen Familie auftritt. Prompt kommt es zum Eklat, denn gerade Katsuragis Angehörige wollen mit ihm nichts mehr zu tun haben, da sie in ihm einen Knecht der Kuzes sehen. Darüber hinaus gibt es noch einige Geheimnisse, die der Enthüllung harren.

Die Beziehung von Akihito und Katsuragi gibt zwar viele Impulse, ist aber nicht das Hauptanliegen von Shoko Hidaka. Vielmehr beschreibt sie den geschichtlichen und kulturellen Hintergrund Japans vor dem Ersten Weltkrieg anhand von Einzelschicksalen, als viele Veränderungen auf die Menschen einströmten. Obwohl der Manga nicht zur Geschichtsstunde wird, liest sich der realistische Kontext sehr interessant – und melancholisch. Nomen est omen.

Zweifellos zählt „Ein melancholischer Morgen“ zu jenen (Boys Love-) Mangas, die aus der Masse herausragen, denn das Setting und die Inszenierung sind ungewöhnlich, und auch die Illustrationen können überzeugen.

Copyright © 2012 by Irene Salzmann (IS)

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