Ex Machina 2: Zeichen

Brian K. Vaughan, Tony Harris, Tom Feister, JD Mettler u. a.
Ex Machina 2: Zeichen

Ex Machina Vol. 2: Tag (6 – 10), DC/Wildstorm, USA, 2008
Panini Comics, Stuttgart, 4/2008
PB, vollfarbige Graphic Novel, Superhelden, SF
ISBN 9783866075450
Aus dem Amerikanischen von Claudia Fliege
Titelillustration von Tony Harris
www.paninicomics.de
http://www.dccomics.com/wildstorm/graphic_novels/?gn=2500
www.bkv.tv
http://jollyrogerstudio.com
www.tomfeister.com
www.studiorevolver.com
http://gatchatom.deviantart.com

Bürgermeister Hundred, der ehemalige Superheld ‚The Great Machine’, der die Fähigkeit besitzt, mit Maschinen reden und ihnen befehlen zu können, versucht eigentlich, nur noch ein normaler Politiker zu sein und die Regierungsgeschäfte der Stadt New York gut – und zuweilen etwas unkonventionell – zu leiten. Für die Bürger der Stadt ist es aufregend genug, dass er den Entschluss fasst, entgegen allen Regeln offiziell zwei Homosexuelle miteinander zu verheiraten, und die ideologischen und politischen Überlegungen hierzu nehmen einen großen Raum der Geschichte ein.

Doch die Hauptstory läuft auf einer ganz anderen Ebene ab. Die rätselhafte Maschine, die damals in den Händen des Bauingenieurs Hundred explodierte und ihn veränderte, drängt sich zurück in seine Gegenwart, und zwar in Form eines Symbols auf einem Bruchstück der Außenhülle. Das nicht zu entschlüsselnde Zeichen verändert die Psyche der Leute, die es betrachten, und ist der Auslöser für eine bestialische Mordserie, als es an den Wänden der Untergrundbahn als Graffiti auftaucht.

Obwohl es gelingt herauszufinden, wer hinter den Morden steckt, bleiben der Bürgermeister und der Leser gleichermaßen verwirrt und unwissend über die wahren Eigenschaften des Symbols, seine Herkunft und seine ‚Absicht’ – denn irgendwie scheint es einen Geist hinter alledem zu geben, der einen düsteren Plan verfolgt, in dem ‚The Great Machine’ eine Rolle spielt, ob es ihm nun gefällt oder nicht.

Die Geschichte „Zeichen“ ist spannend, abwechslungsreich und ganz sicher nichts für die Leser, die sich unter einer Superheldengeschichte heroische Gestalten vorstellen, die unterwegs sind, um gegen Superschurken zu kämpfen und die Welt zu retten. Bürgermeister Hundred ist ein realer Mensch mit Fehlern und Zweifeln, mit ganz echten Problemen und Zielen – seine Fertigkeiten sind nützlich, charakterisieren ihn aber nicht. Auch die Leute in seiner Umgebung bekommen Raum, sich zu entwickeln und echte Personen zu werden, die über sonst allzu verbreitete Schablonen hinaus reichen.

Zusammen mit dem realistischen Zeichenstil und der angenehmen Kolorierung, die sich in den Panels oft nur auf wenige Farben beschränkt, erreicht „Ex Machina“ damit eine Dichte, die den Leser in eine komplexe Welt mit nimmt, in der sich Realität und Phantastik gekonnt vermischen.

Als mittlerer Band der kleinen Serie steht „Zeichen“ zwar in sich abgeschlossen, hat aber natürlich vorne und hinten lose Fäden, die ihn mit „Die ersten hundert Tage“ und „Fakt vs. Fiktion“ verknüpfen. Ungewöhnlich, eindringlich und zuweilen auch erschreckend ist der Comic von Vaughan und Harris ein gelungenes Werk jenseits aller Comic-Kategorien. (BvdB)

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Ex Machina, Bd. 2: Zeichen

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