Finder 1: Im Fadenkreuz

Ayano Yamane
Finder: Im Fadenkreuz
Finder 1

Target in the Finder, Japan, 2002
Tokyopop, Hamburg, 9/2008
TB, Manga, Boys Love, Erotik, Krimi, SF, 978-3-86719-542-3, 178/650
Aus dem Japanischen von Josef Shanel und Matthias Wissnet
1 Farbseite

www.tokyopop.de

Ayano Yamane gehört zu den Mangaka, die auch im Westen hoch geschätzt werden. Das liegt nicht nur an ihren klaren und realistisch wirkenden Zeichnungen sondern auch an der explizit- deftigen Homoerotik in ihren Boys Love Geschichten. Nach dem Fantasy-Manga „Crimson Spell“ erscheint nun auch ihre „Finder”-Serie, die leidenschaftliche Szenen mit viel Action und einem Schuss Bondage verbindet.

Der erste Band „Finder: Im Fadenkreuz“ beinhaltet sechs Erzählungen, von denen drei locker zusammenhängen. Diese bilden auch die Hauptgeschichte, in welcher der freischaffende Fotograf Akihito Takaba viel riskiert, um brisante Fotos von Regierungsmitarbeitern zu schießen, die ganz offensichtlich mit der Unterwelt Japans zusammen arbeiten. Vielleicht kann er so seine Karriere endlich ankurbeln und zu einem der Stars in der Szene werden.

Doch er hat nicht mit Asami gerechnet, einer berühmt-berüchtigten Gestalt unter den Yakuza, die vor allem durch ihre gnadenlose Skrupellosigkeit bekannt geworden ist.

Ehe Takaba sich versieht, ist er in den Händen dieses Mannes, der ihm erst einmal zeigt, was er von seiner Einmischung hält. Das ist nur der Anfang eines dramatischen Abenteuers, in dem später auch noch die chinesischen Triaden ein Wort mitzureden haben.

Der erste Tag auf der High School beginnt für Yusuke Sakurai mit einer unangenehmen Überraschung. Nicht die Mädchen interessieren sich für ihn sondern der ältere Mitschüler Akihito. Dieser macht keinen Hehl daraus, dass er den Neuankömmling begehrt und es ihm zu gefallen scheint, das Yusuke zurück schreckt.

„Zwei blinde Hühner finden… zueinander?“ schildert, wie sich die Beziehung zweier Schulfreunde verändert, als diese durch Zufall herausfinden, dass auch ihre Väter mehr als nur bloße Kameradschaft verbindet.

„Risky Society – God bless my Justice“ entführt in die Welt der Geheimorganisationen, die sich vor allem für Menschen mit besonderen Fähigkeiten interessieren, um sie in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Einige entstammen allerdings ebenso verdeckt operierenden Forschungsinstituten und werden gesucht. So wie Todo, der aber glücklicherweise nun einen starken Beschützer zum Partner hat.

Auch wenn die sexuelle Beziehung zwischen den Helden im Vordergrund steht, so versucht Ayano Yamane doch immer, auch eine Geschichte um die Liebesszenen zu stricken. Zumeist gelingt ihr das sehr gut. Zwar gehen die Abenteuer ihrer Protagonisten nicht sonderlich in die Tiefe, schaffen aber genug Raum, um den anderen zu trösten oder ein wenig zu quälen und dann leidenschaftlich über ihn herzufallen.

Der Sex wird nicht immer romantisch und zärtlich ausgelebt, sondern ist sehr oft von Dominanz und Gewalt geprägt, so dass man sich schon genau überlegen sollte, ob man sich die Bondage-Spiele und nahe an eine Vergewaltigung grenzenden Szenen antun will. Vor allem Asami lässt Akihito immer wieder spüren, dass dieser ihm gänzlich ausgeliefert ist. Wer bisher noch nicht verstanden hat, was einen „Seme“ (den oben liegenden und aktiven Partner) und einen „Uke“ (den unten liegenden, passiven Mann) ausmacht, der weiß es spätestens nach diesem Band.

„Finder: Im Fadenkreuz“ ist ein Muss für alle Ayano Yamane-Fans, die weder die japanischen noch die amerikanischen Ausgaben ergattern konnten. Auch diejenigen, die genug von zarter Romantik und vagen Andeutungen haben, werden hier vollkommen zufrieden gestellt. Nur wenn man die offene Kombination von Gewalt und Erotik nicht mag, sollte man die Finger von der „Finder“-Serie lassen, die zu Recht Leserinnen ab 18 Jahren empfohlen wird. (CS)

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Finder 01

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