Finder 2: Im Käfig

Ayano Yamane
Finder 2: Im Käfig

Cage in the Finder, Japan, 2004
Tokyopop, Hamburg,11/2008
TB, Manga, Boys Love, Erotik, Krimi, 978-3-86719-543-0, 182/650
Aus dem Japanischen von Josef Shanel und Matthias Wissnet
1 Farbseite
empfohlen ab 18

www.tokyopop.de

Zu den auch im Ausland beliebten Stars der Boys Love-Szene gehört Ayano Yamane. Das liegt nicht nur an ihren sehr klaren und realistisch wirkenden Zeichnungen, den zumeist ernsten und erwachsenen Geschichten, sondern auch an der explizit-deftigen Homoerotik, bei der sie sich nicht zurückhält, wie man vor allem bei ihrer bisher vierbändigen „Finder”-Serie feststellen kann. Hier verbindet sie leidenschaftliche Szenen mit viel Action und einem Schuss Bondage.

„Finder: Im Käfig“ erzählt eine durchlaufende Geschichte auf zwei Handlungsebenen. In Japan arbeitet der Fotograf Akihito Takaba immer noch daran, seine letzten Erlebnisse zu verarbeiten. Nur weil er versucht hatte, die Regierungsmitarbeiter zu enttarnen, die sich von den Yakuza, der japanischen Mafia, schmieren ließen, ist er in den Fokus von Asami, einem berüchtigten Seite Gangsterboss und Killer geraten, der ihm zuerst nur eine brutale Lektion erteilen wollte, dann aber nicht mehr von ihm loskommt.

Das beweist er schon, als er den jungen Fotografen aus den Klauen der chinesischen Triaden rettet, die auch noch mitmischen wollen. Und Akihitos Stunde hat jetzt geschlagen, als er – wieder in sein normales Leben zurückgekehrt – von dem Polizeiinspektor Imamiya kontaktiert wird, der durch ihn mehr über die Machenschaften der Yakuza erfahren will. Dadurch gerät er in eine Zwickmühle, die sein Leben gefährdet, bis Asami kurzerhand eingreift.

Auf der anderen Seite erfährt man mehr über Feilong Liu, den Anführer der chinesischen Triaden, seine dramatische Vorgeschichte und seine besondere Beziehung zu Asami, die die Ereignisse des ersten Bandes herbeigeführt haben.

Anders als in Bd. 1 steht hier einmal nicht die sexuelle Beziehung zwischen den Helden im Vordergrund, auch wenn sie natürlich vorhanden ist. Stattdessen nutzt Ayano Yamane die Gelegenheit, ihre Helden aus dem ersten Band genauer vorzustellen. Besonderen Wert legt sie dabei auf die Figur Feilong Liu, dessen Geschichte weit mehr Raum zugebilligt wird als Asami und Akihito. Man erfährt, was den Chinesen dazu getrieben hat, den jungen Fotografen so zu drangsalieren und warum zwischen ihm und dem Yakuza eine Hassliebe besteht. Die Nebenhandlung mit dem Inspektor tut das Übrige dazu, um die Spannung zu würzen.

Die hier angedeutete Liebe ist nicht romantisch oder gar zärtlich ausgelebt; wie das Leben der Protagonisten ist auch sie von Dominanz und Gewalt geprägt, auch wenn man die Hintergründe nicht versteht. War „Im Fadenkreuz“ eher eine Einführung, so gibt die Mangaka ihren Helden jetzt erst das richtige Profil und macht neugierig auf die kommenden Abenteuer.

„Finder: Im Käfig“ ist ein Muss für alle Ayano Yamane-Fans und all diejenigen, die mittlerweile genug von weichgespülter Romantik und seichtem Humor haben. Aber man sollte die Mischung aus handfester Erotik, knallharter Action und einem Schuss Gewalt schon mögen, um sich nicht über manche Dominanzspielchen aufzuregen. (CS)

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Finder 02

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